Ökologie & Ethik

Wolfgang Staab-Naturschutzpreis: Flüsse schützen – Leben schützen

Flüsse sind die Adern des Lebens. Sie versorgen ihre Umgebung mit Frischwasser und bieten einen vielfältigen Lebensraum für eine Fülle an Pflanzen und Tieren.

Flüsse spielen eine tragende Rolle bei der Regulierung des Klimas. Dennoch werden sie immer noch unzureichend vor Eingriffen geschützt. Flusslandschaften sind heute die am stärksten bedrohten Lebensräume überhaupt. Besonders leiden die Lebensadern unter dem Bau fortwährend neuer Wasserkraftwerke, die wie Geschwüre wuchern und die Landschaften für immer komplett verändern, teilweise sogar unfruchtbar machen.

Den Naturschatz bewahren

Der Wolfgang Staab-Naturschutzpreis wird aus Mitteln des Wolfgang Staab-Naturschutzfonds der Schweisfurth Stiftung gefördert. Um den Naturschatz der Flüsse und Auen weltweit zu bewahren, wird der mit 20.000 Euro dotierte Preis jährlich für besondere Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung der Fluss- und Auenlandschaft vergeben.

Der Preis ist benannt nach Wolfgang Staab (1938-2004), der sich an der Spitze des BUND-Landesverbandes Rheinland-Pfalz einen Namen machte. „Wer etwas tut, hat Recht. Wer nichts tut, hat Unrecht“ war ein Leitspruch des kämpferischen Umweltschützers, der 2004 bei einem Autounfall ums Leben kam. Dr. Dorette Staab stiftete den Preis, der 2015 zum ersten Mal vergeben wurde.

Jury-Mitglieder sind Dr. Dorette Staab, Prof. Dr. Emil Dister (ehem. KIT-Aueninstituts in Rastatt), Dr. Niels Kohlschütter (Schweisfurth Stiftung) und Andreas Krug (Bundesamt für Naturschutz).

Bewerben oder Vorschläge einreichen

Bewerbungen bzw. Nominierungen können bis zum 1. März 2023 per E-Mail bei Nora Klopp oder per Post an die Schweisfurth Stiftung, Rupprechtstr. 25, 80636 München eingereicht werden. Hier finden Sie das Nominierungsformular sowie das Bewerbungsformular.

 

Preisträger 2022: Laszlo Galambos

Der Ökologe Laszlo Galambos verschaffte sich aufgrund seines Fachwissens in Fischkunde und in der Ökologie von Binnengewässern hohes Ansehen in den für das Wasserstraßen-Management zuständigen serbischen Behörden. Dank seiner Expertise und seines auch ehrenamtlichen Engagements in entsprechenden Stakeholder-Foren wurden erstmals Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz an serbischen Flüssen umgesetzt. So wurde nahe der Stadt Novi Sad ein sechs Kilometer langer alter Seitenarm der Donau renaturiert. Galambos leistete zudem wesentliche Beiträge zu europäischen Projekten zum Auenschutz an der Donau, zum Schutz des Donaustörs sowie zur künftigen Einrichtung des Natura2000-Netzwerks der EU in Serbien.

Preisträgerin 2021: Andreja Slameršek

Dass die zwei großen Flüsse Sloweniens, die Mur und die Save, noch weitgehend ungehindert durch ihre Flussbetten fließen können, ist maßgeblich der Naturschützerin Andreja Slameršek zu verdanken. Ihr gelang es mit der Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen, mehrere geplante Wasserkraft-Projekte zu stoppen, die die einzigartigen, ökologisch wertvollen Auenlandschaften der beiden Flüsse zerstört hätten. Andreja Slameršek, Präsidentin der Slovenian Native Fish Society (DPRS), schrieb und koordinierte zum großen Teil ehrenamtlich die Eingaben und Klagen mehrerer Naturschutzorganisationen in allen relevanten Genehmigungsprozessen zum Bau der Wasserkraftwerke.

Preisträger 2020: Georg Kestel

Georg Kestel setzt sich sowohl beruflich in der Kreisgruppe Deggendorf des BUND Naturschutz in Bayern e.V. als auch ehrenamtlich für die frei fließende Donau ein. Seine unzähligen Stellungnahmen sowie Diskussions- und Medienbeiträge mit fachlich kaum angreifbarer Qualität haben einen entscheidenden Anteil daran, dass die Position und Argumente der Verbände und Initiativen in der politischen Auseinandersetzung sowie in der Öffentlichkeit überzeugten. Den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis erhält Georg Kestels für seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz: Mit zahlreichen Gutachten trug er maßgeblich dazu bei, die Kanalisierung der Donau mit weiteren Staustufen und den Durchstich der Mühlhamer Schleife abzuwenden.

Preisträger 2019: Jonathan Rauhut

Schon früh entdeckte Jonathan Rauhut seine Begeisterung für Fluss- und Auenlandschaften. Nach einem Studium der Umweltwissenschaften in Lüneburg beschäftigt er sich nun schwerpunktmäßig mit dem Erhalt naturnaher Flusslandschaften und Feuchtgebiete sowie der Wiedereinwanderung von Megaherbivoren wie Elch und Wisent. Den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis erhält Jonathan Rauhut 2019 für sein berufliches und ehrenamtliches Engagement für den Schutz der Fluss- und Auenlandschaften im Zwischenoderland (poln.: Międzyodrze) im Westen Polens und im Osten Deutschlands.

Preisträgerin 2018: Dr. Margret Bunzel-Drüke (Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.) 

Dr. Margret Bunzel-Drüke erhielt am 26. Oktober in der Düsseldorfer Grey Schule den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2018. Die Flussexpertin und Buchautorin arbeitet an einer Analyse zum Fischbestand der Lippe unter Federführung des Landesfischereiverbands und ist in einem Renaturierungs-Projekt der Lippe aktiv. Mit ihrem multidisziplinären Ansatz engagiert sich die Naturschützerin seit über 30 Jahren im Verein Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) im Kreis Soest als Projektleiterin und Wissenschaftlerin.

Preisträger 2017: Nikolaus Geiler (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.) und Wolfgang E. A. Stoiber (Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e. V.)

Nikolaus Geiler und Wolfgang E. A. Stoiber wurden am 13. Oktober 2017 im Rastätter Aueninstitut mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis ausgezeichnet. Der Gewässer-Biologe Nikolaus Geiler ist Gründer der Aktion „Rettet den Rhein“ und ist damit maßgeblich daran beteiligt, dass heute wieder Lachse im Rhein schwimmen. Wolfgang E. A. Stoiber ist Mitgründer und Vorsitzender des Vereins Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald, der sich als Schnittstelle zwischen „Natur, Kultur, Ökologie und Ökonomie“ versteht.

Preisträger 2016: Klaus Markgraf-Maué (NABU-Naturschutzstation Niederrhein)

Klaus Markgraf-Maué, Flussexperte und Naturschutzreferent bei der Naturschutzstation Niederrhein des NABU, wurde am 10. Juni 2016 in der Schweisfurth Stiftung in München mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis ausgezeichnet. Seit 20 Jahren widmet sich der studierte Biologe und Geograf der Renaturierung ursprünglicher Auenlandschaften.

Preisträger 2015: Ulrich Eichelmann (RiverWatch)


Ulrich Eichelmann, Umweltaktivist, Filmemacher und Geschäftsführer der international tätigen NGO RiverWatch, wurde am 24. Juni 2015 in Rastatt als erster Preisträger mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis ausgezeichnet. Eichelmann, geboren 1961 in Nordrhein-Westfalen, ist ein Kämpfer, der Dinge bewegen und Spuren hinterlassen will. Ein kreativer Stratege und unbequemer Zeitgenosse, der gerne und ausdauernd gegen den Strom schwimmt.

Kurz-gut

Projektname: Wolfgang Staab-Naturschutzpreis
Startschuss:
2014
Status:
läuft
Wirkungskreis:
global
Zielgruppe:
Umweltschützer, die im Bereich des Fluss- und Auenschutzes aktiv sind
Maßnahme:
Jährliche Vergabe des mit 20.000 Euro dotierten Preises, Ausrichtung der Veranstaltung, Pressearbeit
Ansprechpartnerin: Nora Klopp, Kontakt: nklopp [at] schweisfurth-stiftung.de

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