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Gedanken zur Öko-Junglandwirt:innen-Tagung 2024

Ein Gastbeitrag von Hannah Grevis (GELA Ochsenherz) aus den Hofnachrichten der Gemeinsam Landwirtschaften Ochsenherz aus Österreich

„Ich wünsche uns Leidenschaft und Emotionen. Diskutiert, denkt und entscheidet euch für
Leidenschaft und Emotionen, für eine nachhaltige Transformation und die Arbeit auf euren
Betrieben“ (Dr. Jürn Sanders, Fibl Schweiz)

Es ist Freitag Abend und ich sitze mit über 180 jungen Öko-Junglandwirt:innen, werdenden AgrarwissenschaftlerInnen und ReferentInnen im grössten Tagungsraum der Jugendherberge Fulda. Ich befinde mich auf der 18. Öko-Junglandwirt:innen-Tagung und bin sehr gespannt auf das was mich hier erwartet. Die Tagung trägt den Titel „Lebens(t)raum Landwirtschaft“ und lädt dazu ein, junge Menschen eines vielseitigen Berufsfeldes zusammen zu bringen, Wissen zu Teilen, eine Möglichkeit des Austauschs und der Vernetzung zu schaffen und vorallem mit Leidenschaft und Emotionen wichtige Transformationen voranzutreiben.

Die Tagung beginnt mit einem Impulsvortrag von Dr. Jürgen Sannders (Fibl Schweiz). Er spricht über die Herausforderungen der Klimakrise, eines gesamtgesellschaftlichen Wandels und der Chancen des Ökolandbaus einen positiven Wandel mitzugestalten. Im Anschluss wird viel diskutiert: über Arbeitsbedingungen, finanzielle Hürden, 80Std. Wochen und Schulden. Darüber, dass auch Leidenschaft und Emotionen diese nicht begleichen!

Am Abend sitzt man am Feuer, in Mehrbettzimmern oder an der Bar, diskutiert weiter oder tauscht sich aus. Ich begegne vielen jungen Menschen, die sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen, sich leidenschaftlich für ihre Höfe einsetzen und sich genau wie ich darüber freuen die eigene Arbeit mal nicht erklären zu müssen.

Samstags gibt es viele spannende Workshops auf der Öko-Junglandwirt:innen-Tagung: Manche TeilnehmerInnen beschäftigen sich mit rechten Bewegungen in der Landwirtschaft, andere testen ein neues Planspiel zum Thema Allmende und wieder andere beschäftigen sich mit Zwischenfrüchten und internationalen Bauernverbänden.

Am Nachmittag fahren alle Teilnehmenden auf Exkursion und entdecken unterschiedliche Projekte und Betriebe der Region. Ich fahre zum einzigen Weingut der Rhön, auf dem sowohl spannende Daten für die Forschung erfasst werden, als auch mit der Mehrfachnutzung des Weinbergs experimentiert wird.

Am späten Nachmittag gibt es Zeit und Raum für offene Thementische und Projektpitches, sodass unermüdlich weiterdiskutiert und informiert wird. In der Nacht wird dann lange getanzt und gefeiert, Produkte der jeweiligen Höfe getauscht und verkostet.

Ich verlasse die Tagung mit einer ganzen Menge neuer Impulse, mit etwas mehr Mut und viel Emotionen und Leidenschaft für die landwirtschaftliche Arbeit, ihre Herausforderungen, die Chancen und diejenigen die es anpacken, die eine nachhaltige Lebensmittelproduktion fördern und umsetzten.

Danke, dass auch ihr ein Stück Transformation in der Landwirtschaft vorantreibt!