Ökologie & Ethik

BioThesis 2026: Forschung für eine nachhaltige Landwirtschaft – Menschen, Gesundheit und Bildung im Fokus

Der Forschungspreis BioThesis zeichnet jährlich herausragende Bachelor- und Masterarbeiten in Deutschland aus, die mit wissenschaftlicher Tiefe und Praxisnähe Impulse für eine zukunftsfähige Bio-Lebensmittelwirtschaft und nachhaltige Ernährungssysteme setzen. In diesem Jahr standen insbesondere die soziale Dimension der Landwirtschaft und Bildung entlang der Wertschöpfungskette im Mittelpunkt. Die Schweisfurth Stiftung gehört zu den Trägern des Preises und entsendet Mitglieder in die Jury. Auf der Biofach, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg, wurden die diesjährigen Preisträger am 11. Februar ausgezeichnet.

Den Preis für die beste Masterarbeit erhielt Julia Dahl (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), M. Sc. Ökologische Landwirtschaft und Ernährungssysteme) für ihre Arbeit „Der Mensch im System Landwirtschaft – Der Beitrag der Selbstfürsorge zum Erhalt der psychischen Gesundheit“. Vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen in der Agrarbranche und einer steigenden Zahl psychischer Erkrankungen untersucht Julia Dahl die Bedeutung von Selbstfürsorge für landwirtschaftliche Betriebsleiter:innen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstfürsorge ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Landwirtschaft ist. Die Arbeit macht deutlich, dass Veränderungen sowohl auf persönlicher als auch auf betrieblicher Ebene notwendig sind, um psychische Gesundheit langfristig zu stärken. Julia Dahl betont, die soziale Dimension nachhaltiger Landwirtschaft dürfe nicht länger vernachlässigt werden. Auch in ihrer beruflichen Zukunft möchte sie dieses Thema weiterverfolgen, etwa im Rahmen sozioökonomischer Beratung, um zu einem wertschätzenden und gesundheitsfördernden Miteinander in der Landwirtschaft beizutragen.

Der Preis für die beste Bachelorarbeit ging an Annika Ortmann (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Studiengang Bio-Lebensmittel & Business) für ihre Arbeit „Bio-Lebensmittel-Themen in der Meisterausbildung des Bäcker- und Fleischerhandwerks in Bayern“. Die Arbeit untersucht, wie ökologische Inhalte in der bayerischen Meisterausbildung des Lebensmittelhandwerks vermittelt werden und welche Faktoren diese Vermittlung beeinflussen. Auf Basis von Expertengesprächen mit Vertreter:innen von Meisterschulen zeigt die Arbeit, dass insbesondere die persönliche Einstellung der Ausbilder:innen, fehlende Verankerung von Bio-Themen in Prüfungsordnungen sowie zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen entscheidenden Einfluss auf die Umsetzung haben.

Würdigung weiterer herausragender Bachelor- und Masterarbeiten

Auch die weiteren nominierten Arbeiten unterstrichen die thematische Vielfalt und hohe Relevanz der eingereichten Forschungsarbeiten. Unter den TOP 3 in der Kategorie Beste Bachelorarbeit waren Florian Fassbinder von der HNEE mit seiner Analyse zur Anerkennung Solidarischer Landwirtschaften als landwirtschaftliche Betriebe sowie Marion Seger von der Zurich University of Applied Sciences Wädenswil (ZHAW) mit ihrer Arbeit zur Optimierung des Kompostierprozesses von Rückständen aus der Palmölproduktion.

In die Kategorie Beste Masterarbeit kamen Soraya Negri von der ZHAW mit ihrer Untersuchung zu den Auswirkungen unterschiedlicher Produktionssysteme auf Magenläsionen bei Schweizer Rindern sowie Janika Volkamer von der Universität Kassel, die sich mit dem Potenzial des Anbaus von Sonderkulturen in Baumstreifen von Agroforstsystemen am Beispiel Nordhessens beschäftigte.

Der Preis macht deutlich: Nachhaltigkeit bedeutet mehr als ökologische Kennzahlen – sie umfasst auch Bildung, soziale Verantwortung und den Menschen hinter dem System.

„Forschungsarbeiten liefern praxisrelevante Lösungen.“

Copyright: NürnbergMesse / Thomas Geiger

Matthias Middendorf hält die Laudationes auf die Verfasser:innen der zwei weiteren Bachelor- und Masterarbeiten des Preisverleihung Forschungspreis BioThesis 2026, Copyright: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Mitglieder der Jury des BioThesis Forschungspreises 2026 war Dr. Matthias Middendorf, Projektmanager bei der Schweisfurth Stiftung. Middendorf hielt die Laudationes auf die Verfasser:innen der jeweils zwei weiteren Bachelor- und Masterarbeiten, die es unter die TOP 3 geschafft hatten.

Er unterstrich: „Der BioThesis‑Award zeigt eindrücklich, wie wichtig engagierte Nachwuchsforschung für die Weiterentwicklung der Bio‑Lebensmittelwirtschaft ist. Ich finde besonders bemerkenswert, dass die prämierten Arbeiten reale Herausforderungen aufgreifen und praxisrelevante Lösungen liefern: von Bildung im Bäckerei- und Fleischereihandwerk über Tierwohl, regionale Wertschöpfung und Nährstoffkreisläufe bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen und zur Selbstfürsorge von Betriebsleitenden. Für mich macht der Award deutlich, wie wertvoll engagierte Nachwuchsforschung ist und wie sie Politik, Betriebe und Gesellschaft auf dem Weg zu nachhaltigeren Agrar- und Ernährungssystemen konkret unterstützt.“

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Die BioThesis – der Forschungspreis der Bio-Lebensmittelwirtschaft wird von der BioFach, der Schweisfurth Stiftung, dem Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft (BEL) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank getragen und von zahlreichen Mitgliedsfirmen der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) unterstützt.

Headerfoto:
Auf dem Foto v.l.n.r.: Marion Seger (TOP 3 Kandidatin, Beste Bachelorarbeit, ZHAW), Janika Volkamer (TOP 3 Kandidatin, Beste Masterarbeit, Universität Kassel), Florian Fassbinder (TOP 3 Kandidat, Beste Bachelorarbeit, HNEE), Axel Wilhelm (Mitglied des Trägerkreises, Landwirtschaftliche Rentenbank), Dr. Matthias Middendorf (Jurymitglied, Schweisfurth Stiftung), Dr. Dana Middendorf (Jurymitglied, Biofino GmbH & Co. KG), Annika Ortmann (Preisträgerin „Beste Bachelorarbeit“, Hochschule Weihenstephan Triesdorf), Julia Dahl (Preisträgerin „Beste Masterarbeit“, HNEE), Prof. Dr. Sabine Daude (Betreuerin von Annika Ortmann, Hochschule Weihenstephan Triesdorf), Dr. Marianne Nobelmann Betreuerin von Julia Dahl, HNEE), Prof. Dr. Carola Strassner (Jurymitglied, Fachhochschule Münster), Giulia Vogel (BioThesis Team, Büro Lebensmittelkunde und Qualität GmbH).

Copyright: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Quelle: PM der BLQ-Presseinfo vom 11. Februar 2026 und eigene Ergänzungen