BlühbotschafterInnen-Lehrgang

Blühbotschafter-Exkursion

Hintergrund

Es ist schlimmer als erwartet – zu diesem Ergebnis kommen die WissenschaftlerInnen der im November 2019 im Nature Magazin veröffentlichten Studie der TU München. Sie konnten zeigen, dass in Deutschland die Biomasse der Fluginsekten in den vergangenen 30 Jahren um 75 % zurückgegangen ist. Allein bei den Wildbienen sind bereits 50 % der Arten auf der roten Liste (5. Fassung vom Bundesamt für Naturschutz).

Doch wildlebende Insekten, wie zum Beispiel Bienen oder Schmetterlinge, haben eine zentrale Funktion in unserem Ökosystem und sind essentiell für uns Menschen: Denn etwa 80 % unserer Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Genau diese Ökosystemdienstleistung ist aufgrund des aktuellen, dramatischen Insektenschwundes akut gefährdet. Nun gilt es diesen Trend umzukehren und den Artenschwund zu stoppen.

Ziel

Jeder Einzelne kann zum Schutz blütenbestäubender Insekten beitragen! Wie das konkret funktioniert, können Interessierte im BlühbotschafterInnen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung lernen. Zentrales Ziel des Lehrgangs ist es, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, selbst Projekte zum Schutz der Insekten bzw. zum Arterhalt in ihrem persönlichen Umfeld wie bspw. in der Schule, der Kommune oder auf dem Firmengelände anzustoßen, umzusetzen und langfristig zu begleiten.

Zielgruppe

BlühbotschafterInnen sind Menschen, die sich für eine blühende Landschaft und damit für den Schutz blütenbesuchende Insekten einsetzen: GartenliebhaberInnen, HausmeisterInnen, LandwirtInnen, Kommunale MitarbeiterInnen, NaturschützerInnen, ImkerInnen, PädagogInnen und alle sonstigen Interessierte über 18 Jahre.

Inhalte

Einmal im Jahr organisiert die Schweisfurth Stiftung einen BlühbotschafterInnen-Lehrgang. Dabei besuchen die Teilnehmenden unterschiedliche Projekte und Orte. Zu jedem Treffen sind ExpertInnen eingeladen, die grundlegendes Fachwissen zur Ökologie und den Ansprüchen der Insekten an ihren Lebensraum vermitteln und praktisch erlebbar machen.Die Themen sind z.B. Saatgut- und Pflanzenauswahl, Anlegen kommunaler Blühflächen, Möglichkeiten der Landwirtschaft sowie die Vorstellung verschiedener Netzwerke. Der rote Faden dabei ist die Frage: Was können wir tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern?
Am Ende der Ausbildung setzen die Teilnehmenden ein Projekt in ihrem Lebensumfeld unter Begleitung um.

Hinweis: Aus gegebenen Anlass kann es zu terminlichen Änderungen des Beginns des BlühbotschafterInnen-Lehrgangs (09. Mai 2020) kommen, die sich an den Empfehlungen des Freistaates Bayern orientieren. In diesem Fall benachrichtigen wir alle registrierten TeilnehmerInnen persönlich per E-Mail. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@schweisfurth-stiftung.de.

Dr. Niels Kohlschütter (Vorstand) und Carmen Grimbs (Projektleitung) auf der Suche nach Wildbienen.

Kurz-gut

Projektname: BlühbotschafterInnen-Lehrgang
Startschuss: Mai 2020
Status: läuft
Wirkungskreis: Bayern
Zielgruppe: GartenliebhaberInnen, HausmeisterInnen, kommunale MitarbeiterInnen, ImkerInnen, PlanerInnen, PädagogInnen, LandwirtInnen
Maßnahmen: In einem fünftägigen Lehrgang vermitteln ExpertInnen grundlegende Kenntnisse im Bereich Artenschutz, mit dem Ziel, die Teilnehmenden zu MultiplikatorInnen auszubilden.
Leitung / Ansprechpartnerin: Carmen Grimbs, Schweisfurth Stiftung

Werden Sie BlühbotschafterIn. Insekten retten UND die Welt verschönern? Geht.

Wir brauchen eine Biodiversitäts-Wende! Das zeigen die vielen wissenschaftlichen Studien, die den dramatischen Artenschwund belegen. Dabei kann jeder Einzelne einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Wie das konkret funktioniert? Das lernen Sie im BlühbotschafterInnen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung, welcher an fünf Samstagen im Zeitraum von Mai bis Juli 2020 in München stattfinden wird. Anmelden können sich alle Interessierten noch bis zum 29. Februar 2020 hier.

 

 

BlühbotschafterInnen-Lehrgang: Wer kann teilnehmen und was wird gelernt?

Der BlühbotschafterInnen-Lehrgang richtet sich an alle Menschen, die mit ihrer Blütenpracht Insekten begeistern wollen, wie z.B. Gartenliebhaber, Hausmeister, kommunale Mitarbeiter, Imker, Planer, Pädagogen, Landwirte und sonstige Interessierte.

Zukünftige BlühbotschafterInnen beim Lehrgang. Bild: Bodensee Stiftung

Im Lehrgang werden sie zu MultiplikatorInnen ausgebildet, dazu befähigt eigenständig Projekte zur Förderung der biologischen Vielfalt in ihrer Umgebung umzusetzen und kompetente/r AnsprechpartnerIn für Menschen aus dem eigenen Umfeld zu sein. Hierzu vermitteln ExpertInnen in dem fünftägigen Lehrgang grundlegendes Fachwissen über die Zusammenhänge von Landschaft und Nahrung für Insekten. Dabei reichen die Kursthemen von der Saatgut- und Pflanzenauswahl bis hin zur Vorstellung verschiedener Netzwerke. Am Ende des Lehrgangs setzen Sie mit Unterstützung der Schweisfurth Stiftung ein Projekt um. Das detaillierte Programm mit den Terminen gibt es hier zum Nachlesen.

 

 

Wirken Sie mit! Melden Sie sich zum BlühbotschafterInnen-Lehrgang an.

Werden Sie BlühbotschafterIn und tragen dazu bei, dass eine Biodiversitäts-Wende stattfindet. Melden Sie sich hier zum BlühbotschafterInnen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung an. Teilnehmen können alle Interessierten über 18 Jahre, die selbst aktiv werden wollen, um den Artenschwund zu stoppen.

 

Hinweis: Aus gegebenen Anlass kann es zu terminlichen Änderungen kommen, die sich an den Empfehlungen des Freistaat Bayern orientieren.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Der Lehrgang wird finanziell unterstützt von:

        

Deutsche Postcode Lotterie, Margarethe Ammon Stiftung, Gregor Lousider Umweltstiftung, Basic, Barnhouse

 

 

Der Stumme Frühling – Leopoldina-Studie zum Pflanzenschutz

Wo einst der herrliche Gesang der Vögel erschallte, ist es merkwürdig still geworden.

(Rachel Carson, Silent Spring)

Die Leopoldina-Studie „Der stumme Frühling“ wird ihrem Titel gerecht – sie tritt auf wissenschaftlich fundierte und praktisch orientierte Weise in die Fußstapfen von Rachel Carson. Dabei unterstreicht die Studie die Notwendigkeit eines umweltverträglichen Pflanzenschutzes in der Agrarwelt. Als Herausgeber fungiert die Leopoldina/Nationale Akademie der Wissenschaften, die die Studie im Frühjahr 2018 veröffentlicht hat. Zur Verbesserung des Pflanzenschutzes hat das Forscherteam konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, um das gefährdete Ökosystem und unsere Lebensgrundlagen zu schützen. Die fundierten Forschungsergebnisse bestätigen den Weg der Schweisfurth Stiftung für eine ökologische Agrarkultur.

Harte Kritik an Zulassungsverfahren

Die Autoren der Leopoldina-Studie prangern die mangelnde Risikobewertung bei der Zulassung neuer Pestizide an. Drei ursprünglich zugelassene Neonikotinoide wurden beispielsweise im April 2018 verboten, weil sie sich im Nachhinein als verantwortlich für die Schwächung und den Tod zahlreicher Bienenvölker herausgestellt haben. Auch die kombinatorische Wirkung von mehreren Pestiziden – die in der landwirtschaftlichen Praxis üblich ist – wird im Zulassungsverfahren vernachlässigt. Ein solches Vorgehen beurteilt die Leopoldina zu Recht als „realitätsfern“. Auch bei den neu zugelassenen Pestiziden fordert die Leopoldina eine Phase der Nachzulassung.

Die Schweisfurth Stiftung engagiert sich im Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ebenfalls für eine Überprüfung der Verteilung von Pestiziden in der ganzen Umwelt. Mit einer Baumrindenstudie wird erforscht, ob sich Pestizide wie Glyphosat über den Luftweg verfrachten.

Handlungsempfehlungen zu Pestizidabgaben und landwirtschaftlicher Ausbildung

Um eine umweltschonende Verwendung von Pestiziden zu fördern, schlägt die Leopoldina-Studie vor, Anreize zu schaffen. Mit einer Pestizidsteuer stünde mehr Geld für Schutzmaßnahmen und Forschung zu alternativen Pflanzenschutzkonzepten zur Verfügung. Dänemark habe bereits gute Erfahrungen mit ökonomischen Anreizen zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln gemacht. Diese Idee, an den wirtschaftlichen Strukturen der landwirtschaftlichen Produktion anzusetzen, sieht auch die Schweisfurth Stiftung als systemrelevanten Schritt in der Agrarpolitik.

Ein umfassenderes ökologisches und ökotoxikologisches Wissen muss den Landwirten vermittelt werden – und zwar vor der Anwendung der Pestizide. Dabei ist es wichtig, alle gesellschaftlichen Akteure einzubinden (Hochschulen, Berater, Agrarpolitik), damit auch Alternativen zum Einsatz kommen wie z.B. die mechanische Unkrautbekämpfung.

Umdenken für eine biodiverse Zukunft

Schädlingsbekämpfung, vereinfachte Bodenbearbeitung und ein ökonomisch wertvoller Arbeitszeitgewinn – dies versprechen sogenannte Pflanzenschutzmittel. Jedoch wurde inzwischen von verschiedenen Forscherteams bewiesen, „dass der gegenwärtige Einsatz von Pestiziden erhebliche schädliche Auswirkungen auf Ökosysteme und biologische Vielfalt hat.“ (Leopoldina-Studie 2017, 17).

Die Autoren der Studie fordern ein grundsätzliches Umdenken, da nach ihren Ergebnissen die intensive, konventionelle Landwirtschaft an ihr Ende gekommen ist. Ein integrierter und ökologischer Pflanzenbau – entwickelt im gemeinsamen Dialogprozess aller Akteure – bietet die Möglichkeit für eine umweltschonende Ertragssicherheit. Die Leopoldina-Studie skizziert einen vielversprechenden Weg hin zu einer nachhaltigen Agrarkultur.