Für eine enkeltaugliche Region Bodensee-Oberschwaben - Schweisfurth Stiftung Fair zu Mensch und Tier
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Für eine enkeltaugliche Region Bodensee-Oberschwaben

Ein Gastbeitrag von Dieter Koschek zum von der Schweisfurth Stiftung organisierten Erfolgs-Workshops der Mitmach-Konferenz der Region Bodensee-Oberschwaben

45 MacherInnen aus der Region Bodensee-Oberschwaben kamen sechs Monate nach der ersten Mitmach-Konferenz zur nachhaltigen Gestaltung der Region, organisiert von der Schweisfurth Stiftung und dem wirundjetzt e.V., in Ravensburg für ein Austauschtreffen zusammen – ein großer Erfolg!

Ziel des „Erfolgs Workshops“ war es, die Vernetzung der Aktiven dauerhaft zu stärken. Rund 20 Initiativen von Biberach bis Konstanz waren vertreten und konnten konkrete Umsetzungserfolge präsentieren:

  • Der erste Humus-Stammtisch zu Fragen rund um Humusaufbau, hat auf Initiative von Wolfgang Abler (CarboCert) im September in der Region stattgefunden.
  • Die Gründungsinitiative Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben hat den Vorvertrag mit der Regionalwert AG Freiburg abgeschlossen.
  • Die Kooperation zwischen den bestehenden und in Gründung befindlichen Solidarischen Landwirtschaften konnte durch ein Beratungsangebot von David Steyer (Gärtner der Solawi Ravensburg) verdichtet werden.

Veerle Buytaert vom Klimaschutzmanagement des Gemeindeverbandes Mittleres Schussental nutzte das Treffen, um die Arbeit der mittlerweile sieben KlimaschutzmanagerInnen der Region vorzustellen, z.B. ein Film mit Tipps zum energieeffizienten Heizen und Lüften oder Rad-und Wandertouren zu vorbildlichen Klimainitiativen und Betrieben.

Danach stand das Mitmachen und Austauschen an sechs Thementischen im Zentrum:

  1. Der BUND Ravensburg initiiert den „Schussental-Blog“ und suchte beim Workshop nach MitdenkerInnen und MitmacherInnen. Der Blog soll täglich eine wichtige Nachricht aus der Region, die sonst zu kurz kommt oder gar untergeht, online stellen.
  2. In 2018 soll ein Austauschtreffen der regionalen Solidarischen Landwirtschaften stattfinden. Seit der Konferenz im Mai wurden mindestens vier neue Solawi-Initiativen bekannt, die von den Erfahrungen der bestehenden Gruppen profitieren können.
  3. Ein Tisch stand im Zeichen der Kooperation in der Landwirtschaft. Themen waren der Humusaufbau, Kooperation zwischen Verbrauchern und Erzeugern sowie die Verbindung von regionalen und Bio-Initiativen. Dabei wurde an eine Vermarktungsperspektive gedacht, die Waren mit diesem Prädikat an die Läden der Region verteilen. Der Landkreis Ravensburg mit seinen 370 Bio-Landwirten zur hat einen Antrag zur „Bio-Modell-Region“ in Baden-Württemberg gestellt. Ähnliche Öko-Modellregionen gibt es bereits in Hessen und Bayern.
  4. Ein weiteres Anliegen war es, die Kommunikation zwischen Politik und Initiativen zu stärken. Aktionen wie Baumpaten, Beteiligungen an Weihnachtmärkten, einer engen Zusammenarbeit mit Schulen und der Beteiligung bei größeren Veranstaltungen wurden mit dem anwesenden Kreisrat diskutiert.
  5. Am Tisch mit dem Titel „Formate 2018“ wurde über konkrete Ideen für das kommende Jahr gesprochen. Die Vorschläge reichen von einer weiteren selbstorganisierten Mitmach-Konferenz bis hin zur Wiederbelebung der ehemaligen Bio-Messe Ravensburg. In diesem Rahmen wurde auch die Regionalwert AG vorgestellt. Nach dem Beispiel der Freiburger AG soll Kapital zur Unterstützung der Ökolandwirtschaft in der Region gesammelt werden. Die Ziele: Kleine und große Höfe stärken, die Umstellung auf Bio-Anbau unterstützen und gute, regionale Lebensmittel verantwortlich erzeugen.
  6. Der letzte Thementisch erarbeitete ein Modell des idealen Dorfes mit Möglichkeiten für erfolgreiche Gemeinschaftsentwicklung. Viele der Ideen spiegelten sich in den Tätigkeiten der anwesenden Initiativen wider.

Das Vernetzungstreffen hat den Informationsaustausch zwischen und die Vorstellung von alten und neuen Initiativen ermöglicht. Der persönliche Kontakt zwischen den Initiatoren und Aktiven stellt einen hilfreichen Resonanzboden für den Erfolg der Wandelinitiativen in der Region Bodensee-Oberschwaben bis hin zur großen Transformation dar.

„Es war schön zu sehen, dass viele der regionalen Akteure ihre Beziehungen festigen konnten. Das gab uns das Gefühl: wow, wir gemeinsam bewegen etwas in der Region und wir haben der Welt etwas zu sagen“, so Mitorganisator Simon Neitzel von wirundjetzt e.V. im Nachgang der Veranstaltung.

Dies wurde auch durch die Unterstützer des Erfolgs-Workshops deutlich. Neben der Stadt Ravensburg, den KlimaschutzmanagerInnen, der Schweisfurth Stiftung und der Regionalen Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategie (RENN.süd) unterstützte auch der vegane Caterer v2o die Veranstaltung.


 

Ein Nachbericht von Dieter Koschek (wirundjetzt e.V.). Den gesamten Beitrag finden Sie auf der Homepage von wirundjetzt e.V.

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