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Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2022: Jetzt bewerben oder Nominierung einreichen!

Engagierte Flussschützer:innen aufgepasst: 2022 vergibt die Münchner Schweisfurth Stiftung zum achten Mal den mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Naturschutzpreis an Privatpersonen, die sich im besonderen Maße für den Fluss- und Auenschutz einsetzen. Angenommen werden sowohl eigene Bewerbungen als auch Nominierungen.

Bewerbungen bzw. Nominierungen können bis zum 1. April 2022 per E-Mail bei Nora Klopp oder per Post an die Schweisfurth Stiftung, Rupprechtstr. 25, 80636 München eingereicht werden. Hier finden Sie das Nominierungsformular sowie das Bewerbungsformular.

Der/die Preisträger:in wird von der vierköpfigen Jury bestehend aus Dr. Dorette Staab, Stifterin des Preises, Prof. Dr. Emil Dister, langjährigem Leiter des KIT-Aueninstituts in Rastatt, Andreas Krug, Abteilungsleiter im Bundesamt für Naturschutz, und Dr. Niels Kohlschütter, Vorstand der Schweisfurth Stiftung, ausgewählt.

Über den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis

Der Wolfgang Staab-Naturschutzpreis wird aus Mitteln des Wolfgang Staab-Naturschutzfonds der Schweisfurth Stiftung gefördert. Um den Naturschatz der Flüsse und Auen weltweit zu bewahren, wird der mit 20.000 Euro dotierte Preis seit 2015 jährlich für besondere Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung der Fluss- und Auenlandschaften vergeben. Lernen Sie hier die Preisträger:innen der vergangenen Jahre bis 2021 kennen.

Flüsse und ihre Auen zählen zu den aktuell am stärksten bedrohten Lebensräumen. Gleichzeitig gelten sie als die vielfältigsten und artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Für die Rückhaltung von Hochwasser und als Puffer bei Trockenheit, für die Selbstreinigung der Flüsse, für die Anreicherung und Reinigung des Grundwassers sowie als Biokorridore in der Landschaft spielen sie eine herausragende Rolle. Kurz: Auenlandschaften mit ihren Flüssen bilden eine untrennbare, ökologische Einheit. Heiße und trockene Sommer, wie sie vermehrt auftreten, setzen der Gewässerökologie stark zu. Genauso wie die Verbauung, Kanalisierung, der Abbau von Kiesen und Sanden sowie der Bau immer neuer Wasserkraftwerke. Mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis soll genau auf diese Probleme aufmerksam gemacht und der Schutz von Flüssen und Auen gefördert werden.

Wolfgang Staab – Namensgeber und Vorbild

Wolfgang Staab (1938-2004) machte sich als leidenschaftlicher Umweltschützer in Rheinland-Pfalz einen Namen. Nach seinem Tod richtete Dr. Dorette Staab den Wolfgang Staab-Naturschutzfonds bei der Schweisfurth Stiftung ein, um den Schutz der Fluss- und Auenlandschaften in Deutschland zu verbessern. Denn Flusslandschaften sind heute die am stärksten bedrohten Lebensräume überhaupt

Hier finden Sie weiterführende Informationen.

Weiterführende Informationen zur Auszeichnung, dem Bewerbungs- bzw. Nominierungsverfahren erhalten Sie zudem bei:

Schweisfurth Stiftung
Nora Klopp
Rupprechtstr. 25
80636 München

E-Mail: nklopp@schweisfurth-stiftung.de
Tel.: (+49) 089 179595 15

Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021: Jetzt bewerben oder Nominierung einreichen!

Engagierte Flussschützer:innen aufgepasst: 2021 vergibt die Münchner Schweisfurth Stiftung zum siebten Mal den mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Naturschutzpreis an Privatpersonen, die sich im besonderen Maße für den Fluss- und Auenschutz einsetzen. Zugelassen sind sowohl eigene Bewerbungen als auch Nominierungen.

Bewerbungen bzw. Nominierungen können bis zum 1. März 2022 per E-Mail an Nora Klopp oder per Post an Schweisfurth Stiftung, Rupprechtstr. 25, 80636 München eingereicht werden. Hier finden Sie das Nominierungsformular sowie das Bewerbungsformular.

Der/die Preisträger:in wird von der vierköpfigen Jury bestehend aus Dr. Dorette Staab, Stifterin des Preises,  Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Senior Advisor der Schweisfurth Stiftung, Prof. Dr. Emil Dister, langjährigem Leiter des KIT-Aueninstituts in Rastatt und Andreas Krug, Abteilungsleiter im Bundesamt für Naturschutz, ausgewählt.

Über den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis

Seit 2015 vergibt die Schweisfurth Stiftung gemeinsam mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzfonds den renommierten Wolfgang Staab-Naturschutzpreis an Einzelpersonen aus Wissenschaft und Umweltschutz, die sich im besonderen Maße für den Fluss- und Auenschutz engagieren und damit Ökosysteme von überregionaler Bedeutung retten. Lernen Sie hier die Preisträger:innen der vergangenen Jahre bis 2019 kennen.

Flüsse und ihre Auen zählen zu den aktuell am stärksten bedrohten Lebensräumen. Gleichzeitig gelten sie als die vielfältigsten und artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Darüber hinaus spielen sie für die Rückhaltung von Hochwasser und als Puffer bei Trockenheit, für die Selbstreinigung der Flüsse, für die Anreicherung und Reinigung des Grundwassers sowie als Biokorridore in der Landschaft eine herausragende Rolle. Kurz: Auenlandschaften mit ihren Flüssen bilden eine untrennbare, ökologische Einheit. Heiße und trockene Sommer, wie sie vermehrt auftreten, setzen der Gewässerökologie stark zu. Genauso wie die Verbauung, Kanalisierung, der Abbau von Kiesen und Sanden sowie der Bau immer neuer Wasserkraftwerke. Mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis soll genau auf diese Probleme aufmerksam gemacht und der Schutz von Flüssen und Auen gefördert werden.

Wolfgang Staab – Namensgeber und Vorbild

Wolfgang Staab (1938-2004) machte sich als leidenschaftlicher Umweltschützer in Rheinland-Pfalz einen Namen. Nach seinem Tod richtete seine Witwe Dr. Dorette Staab den Wolfgang Staab-Naturschutzfonds ein, um den Schutz der Fluss- und Auenlandschaften in Deutschland zu verbessern. Denn Flusslandschaften sind heute die am stärksten bedrohten Lebensräume überhaupt

Hier finden Sie weiterführende Informationen.

Weiterführende Informationen zur Auszeichnung, dem Bewerbungs- bzw. Nominierungsverfahren erhalten Sie zudem bei:

Schweisfurth Stiftung
Nora Klopp
Rupprechtstr. 25
80636 München

E-Mail: nklopp@schweisfurth-stiftung.de
Tel.: (+49) 089 179595 15

Bio-Anbau, Gewässerschutz und Ökosystemleistungen – für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums

Am 18. und 19. September trafen sich die Partner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts WERTvoll zur Auftaktveranstaltung im Wurzener Land bei Leipzig. Der Auftakt war geprägt durch Aufbruchstimmung und kreativen Kooperationsgeist.

Die Herausforderung

Stark wachsende Metropolen wie Leipzig benötigen für Wirtschaft, Verkehr und Wohnraum ständig mehr Landfläche. Sie wachsen also in der Regel auf Kosten der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Umlands; bisherige Ökosystemleistungen werden durch Überbauung deshalb dem regionalen Naturkapital entzogen. Auch der Stoffwechsel der Metropolen greift über die Nachfrage von Lebensmitteln, Trinkwasser und Energie (Versorgungsleistungen) auf dieses Umland direkt oder indirekt zu. Die konkreten Auswirkungen des eigenen Handelns sind dabei für BürgerInnen nur schwer erkennbar.

Das Projekt

Im Projekt WERTvoll will das Wurzener Land (Stadt Wurzen, Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal) gemeinsam mit der Stadt Leipzig in den kommenden fünf Jahren eine WERTvolle Stadt-Land-Partnerschaft gestalten. Ziel ist eine kooperative und sich positiv verstärkende Landnutzungsstrategie für die Region zu erarbeiten, bei der Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie jede und jeder BürgerIn einen Beitrag zu einer nachhaltigen Region im Alltag leisten kann.

Dabei stellen sich die Beteiligten der Herausforderung, auf den Projektflächen folgende Ziele zu vereinen:

  1. Bio-Anbau ausweiten: Gesunde Nahrungsmittel für Leipzig und die Region.
  2. Wasserschutz gewährleisten: Neben „bio“ wird zusätzlich auf die Grund- bzw. Trinkwasserqualität für Leipzig und die Region geachtet.
  3. Ökosystemleistungen erweitern: Weitere Ökosystemleistungen wie Biodiversität oder die Renaturierung eines Gewässerabschnitts sollen gefördert werden.

Szenario-Modellierung für langfristigen Erfolg

Das ist nur machbar, wenn die Aktivitäten langfristig nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch tragfähig sind. Dazu sollen regionale Wertschöpfungsketten entwickelt und etabliert werden. Das Besondere dabei ist, dass die aktuelle Entwicklungssituation, sowie mögliche Szenarien auf Betriebsebene mit landwirtschaftlichen Berechnungsprogrammen modelliert werden. Diese konkreten Erkenntnisse fließen in den von der Schweisfurth Stiftung moderierten Teilhabeprozess ein. Gemeinsam mit den Landwirten, dem Handwerk und innovativen Marktplätzen in Leipzig können nachhaltige Wertschöpfungsketten entwickelt werden.

Ein potentieller Abnehmer ist die Stadt Leipzig, die sich zum Beispiel mit einem Stadtratsbeschluss für mehr Bio-Lebensmittel aus der Region in öffentlichen Einrichtungen einsetzt. Darüber hinaus sollen die Produkte auch allen BürgerInnen aus der Region zugänglich sein. Das stärkt das Bürgerbewusstsein über die Auswirkungen des eigenen Konsums und macht dies vor den Toren der Stadt erlebbar. „Diese Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Stadt und Land sind Kernanliegen der Schweisfurth Stiftung. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Beteiligten in den nächsten fünf Jahren und sind gespannt auf die innovativen Lösungen, die entstehen werden“, so Dr. Niels Kohlschütter, Geschäftsführer der Schweisfurth Stiftung.

Die Akteure

In dem Projekt arbeiten die Kommunen (Stadt Wurzen, Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal) eng mit dem Wassergut Canitz (Leipziger Wasserwerke), dem privaten Institut für Nachhaltige Landbewirtschaftung (INL), der Schweisfurth Stiftung sowie dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier zusammen.
Das BMBF fördert das Projekt im Rahmen von „Stadt-Land-Plus“. Die Fördermaßnahme ergänzt die Leitinitiative „Zukunftsstadt“ um die Perspektive der Stadt-Land-Beziehungen. Der Fokus liegt auf einem verantwortungsvollen Umgang mit Land- und Flächenressourcen.

Mehr Informationen zu Stadt-Land-Plus der Leitinitiative Zukunftsstadt finden Sie hier.

Flüsse vor Gericht?

„Wasser verstehen“ – unter diesem Motto fand am Weltwassertag, dem 22. März 2018, das Wasser-Symposium mit dem Titel „H2O + x“ in der Schweisfurth Stiftung statt. Der Tag bot vielfältig Perspektiven aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kunst auf das Lebenselement – im Fokus stand am Anfang der Wasserschutz. Eine sehr beeindruckende Herangehensweise an das Thema zeigte ein Vortrag zur Weltsicht indigener Völker auf Wasser und deren Wasserschutz-Bestrebungen. Zum Beispiel haben Flüsse in Neuseeland, Indien oder Ecuador in den letzten Jahren gesetzliches Klagerecht erhalten und können vor Gericht vertreten werden. In Neuseeland zum Beispiel gemeinsam von Mitgliedern des Parlaments und Repräsentanten der Maoris. Wie kam es dazu? Welche Wirkung haben die Gesetze?

Der Klimawandel und die weitreichende Umweltzerstörung sind unbestritten. Die Vereinten Nationen, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der Club of Rome, sie alle warnen vor einer planetaren Katastrophe. Ein fundamentaler Wandel, eine Transformation des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur ist nötig, um die Grenzen des Planeten nicht zu überschreiten. Für die Vertreter der „rights of nature“ Bewegung heißt das, der Natur höchstmöglichen Schutz und höchsten gesellschaftlichen Wert zuzusprechen.

Rights of nature

Ziel ist es, der Natur weltweit juristisch einklagbare Rechte zu verleihen, diese anzuerkennen und zu verteidigen. Als Reaktion auf die enttäuschende Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, fand 2010 in Cochabamba, Bolivien eine Klimakonferenz für die Zivilgesellschaft statt. Mehr als 32.000 Aktivisten, Wissenschaftler und Umweltschützer erarbeiteten damals die „Universelle Erklärung der Rechte der Natur“. In Ecuador und Bolivien sind solche Rechte der Natur bereits in der Verfassung verankert.
Pachamama, Mutter Erde, ist in der Verfassung Ecuadors als juristische Person anerkannt. Damit wird der Natur das Recht auf Respekt vor ihren Lebenszyklen, Strukturen, Funktionen und Entwicklungsprozessen zugesprochen. Seit 2014 ist in Ecuador die Privatisierung von Wasser verboten. Ebenso wenig kann Wasser Gegenstand einer kommerziellen Vereinbarung der nationalen Regierung mit einer anderen Regierung, eines multilateralen Abkommens oder eines privaten internationalen oder nationalen Unternehmens sein. Wasser soll ausschließlich ein öffentliches Gut sein. Das Gesetz bezieht sich auf die indigene Kosmovision, eine Weltanschauung, welche die Werte und Bräuche der Urvölker Ecuadors beschreibt. Integraler Bestandteil dieser Kosmo-Vision ist Buen Vivir.

Buen vivir als Gesellschaftsform

S.E. Jorge Jurado, ehemaliger Wasserminister von Ecuador (2008-2010), beschreibt das Konzept Buen Vivir so: „Das würdevolle oder gute Leben (Buen Vivir) ist für mich eine Gesellschaftsform, in der ich sicher bin, dass meine Bedürfnisse gedeckt sind, ohne dass dadurch Bedürfnisse anderer beeinträchtigt sind. Es bedeutet ein Leben in Einklang mit der Natur und in einer Gesellschaft, in der niemand zurückbleibt, wo genug für alle da ist und es niemandem an etwas fehlt.“
Wasser ist Teil des Naturerbes, ein Gut, das essentiell für das Leben ist und damit auch wesentlich für das würdevolle Leben gemäß dieser holistischen Kosmo-Vision. Eine Weltsicht, die auch vermehrt in ökologischen Debatten in Deutschland Einzug findet.
Wasserschutz in Deutschland
In Deutschland genießt Wasser noch keine juristischen Rechte, aber es gibt zahlreiche Verbände und NGOs, die sich für den Wasserschutz einsetzen. Die Schweisfurth Stiftung vergibt jedes Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Naturschutzpreis für besondere Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung in Fluss- und Auenlandschaften. Die Bewerbungsfrist für den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis endet zum 1. Dezember des Vorjahres.

Marken, Märkte, Manipulation

Was sind die Trends in der Nahrungsmittelindustrie? Wie ist die enorme Machtkonzentration in der Agrarwirtschaft entstanden? Wer kollaboriert oder kontrolliert, um noch mehr Profit aus der Produktion von Lebensmitteln zu schlagen? Der KONZERNATLAS 2017, publiziert von einem Konsortium zivilgesellschaftlicher Akteure, regt aktuell in Deutschland neue Debatten rund um die Agrar- und Lebensmittelindustrie an. Der Atlas ist eine Zusammenstellung von Zahlen und Fakten zur Agrarindustrie, ansprechend aufbereitet in zahlreichen Grafiken und mit umfassenden Hintergrundinformationen.
Wir haben für Sie in diesem Beitrag drei der zentralen Themen aufgegriffen und kurz zusammengefasst. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Land wird ausverkauft

Lediglich vier Großkonzerne kontrollieren aktuell rund 70 Prozent des Welthandels mit Agrarrohstoffen. Unzählige Fusionen von Unternehmen führten in der Vergangenheit zu einer beispiellosen Machtkonzentration in der Hand weniger Akteure. Ihre enormen wirtschaftlichen Mittel ermöglichen es ihnen, immer weiter große Landflächen zu pachten oder zu erwerben. Die dort geschaffenen Monokulturen dienen einer Landwirtschaft, die immer weiter industrialisiert wird und Kleinbauern sowie mittelständische Unternehmen verdrängt.

Wasser wird privatisiert

Blaues Gold in privater Hand. Wasser ist für die Industrie ein begehrtes Gut und spielt insbesondere in der Nutztierhaltung, z.B. in Indien, eine essentielle Rolle. Die Öffentlichkeit erhält jedoch nur ein unvollständiges Bild davon, wie sich die Gewinnung, die Verschmutzung und der Export von Wasser auf Umwelt und Bevölkerung auswirken. Die zunehmende Privatisierung von Wasser in vielen Ländern nimmt den ansässigen Menschen das Recht auf die Nutzung einer lebenswichtigen Ressource. Außerdem ist die Qualität des Grundwassers durch den übermäßigen Einsatz von Düngemittel und Pestiziden in der landwirtschaftlichen Produktion stark gefährdet.

Lebewesen werden patentiert

Die Konzerne versprechen sich vom Einsatz patentierter, genetisch veränderter Pflanzen, noch höhere Erträge und bessere Versorgungssicherheit. Doch oft benötigen diese High-Tech-Pflanzen weitere Agrarchemie und spezielles Anbau- und Ernte-Know-how. Über beides können nur zahlungskräftige Bauern verfügen, was den Verlust kleinbäuerlicher Strukturen weiter beschleunigt.
Neben Pflanzen, werden auch Tiere optimiert und patentiert. In den großen „Tierfabriken“ werden Nutztiere zu Hochleistungsproduzenten, die möglichst viel des gewünschten mageren Fleisches „produzieren“ und gleichzeitig den Haltungsbedingungen bestmöglich entsprechen. Solange die Kosten für viele Konsumenten das wichtigste Kaufargument sind, wird diese Industrialisierung der Viehzucht voranschreiten und das Wohl der Tiere auf der Strecke bleiben.
Der Konzernatlas ist ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Oxfam Deutschland, Germanwatch und Le Monde diplomatique. Die Autoren haben damit aber nicht nur spannende Fakten gesammelt und Missstände offen gelegt, sondern werfen wichtige Fragen auf und regen zum Handeln an: Dient die Wirtschaft der Menschheit, oder die Menschen der Wirtschaft und dem Profit? Für Interessierte sind im letzten Kapitel einige Initiativen und Bewegungen angeführt, die sich für eine solidarische, umweltverträgliche Landwirtschaft einsetzen.

Stiftung ermöglicht Diskussionen mit Filmemachern beim Green Me Festival

Wasser ist neben fruchtbaren Böden eine der wichtigsten Ressourcen auf Erden − und es ist genauso bedroht. Mit dem Thema Ocean − Life − Water klärt das diesjährige Green Me Filmfestival für Nachhaltigkeit über Zusammenhänge und aktuelle Herausforderungen rund um das wertvolle Nass auf. Vom 29. bis 31. Januar treffen sich Filmschaffende, Wal- und Umweltschützer und Interessierte aus aller Welt im CinemaxX am Potsdamer Platz in Berlin. Besucher können an diesem Wochenende über 30 Dokumentar- und Spielfilme zum Thema Wasser und Ozeane sehen und anschließend mit den Filmemachern diskutieren.

Hintergrundinfos zu den Filmen aus erster Hand
Die Veranstalter des Green Me Festivals wollen mit den gezeigten Filmen Denkprozesse anstoßen. Dafür ist es wichtig, den Zuschauern Gelegenheit zu Nachfragen und Diskussionen zu bieten. Deshalb schließen sich an viele der Vorführungen Panels mit den Regisseuren und weiteren Mitwirkenden an. Um diese Veranstaltungen zu ermöglichen, ist die Schweisfurth Stiftung als Sponsor beteiligt. So sorgt die Stiftung mit dafür, dass die präsentierten Filme über das Festival hinaus Schubkraft für Veränderungen entfalten können.

 „Racing Extinction“ dokumentiert den rasanten Artenschwund
Highlight des diesjährigen Festivals, das zum neunten Mal stattfindet, ist der aufrüttelnde Dokumentarfilm „Racing Extinction“ des Oscar-Preisträgers Louie Psihoyos. Wissenschaftler und Experten schildern darin den immer schneller voranschreitenden weltweiten Artenschwund. Außerdem wird der mit einem Emmy Award ausgezeichnete Dokumentarfilm „Mission Blue“ zu sehen sein, der die Arbeit der legendären Meeresforscherin Dr. Sylvia Earle nachzeichnet.

Auszeichnung der besten Filme mit dem Green Me Award
Den Abschluss des dreitägigen Festivals bildet eine Gala mit Verleihung der Green Me Awards für die besten der gezeigten Filme. Zu den Juroren gehören prominente Persönlichkeiten wie Starköchin Sarah Wiener, Politiker wie Renate Künast, aber auch Menschen, die sich ehrenamtlich für Nachhaltigkeit engagieren. Auf dem Green Me Marketplace erwartet die Besucher neben einem Verpflegungsangebot ein begleitendes Programm für Kinder zum Thema Wale und Delfine.

 

Sie möchten das Festival besuchen? Das vollständige Programm finden Sie unter http://www.greenme.de. Die Trailer aller Filme können Sie vorab hier ansehen.