Bio – Schweisfurth Stiftung Fair zu Mensch und Tier

Jungforscherinnen vor den Vorhang – Analysen und Empfehlungen für die Bio-Lebensmittelwirtschaft

Vier herausragende Forschungsleistungen zur Bio-Lebensmittelwirtschaft wurden am 15. Februar 2018 auf der Biofach in Nürnberg geehrt. Den jungen Forscherinnen gelang es in ihren Abschlussarbeiten sehr diverse, spannende Zukunftsfragen aufzuwerfen. Allen gemein ist die Suche nach Alternativen zur industriellen Landwirtschaft. Die ganzheitliche Betrachtung der komplexen Herausforderung, die Einbeziehung von ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Faktoren sowie die interdisziplinäre Herangehensweise an die Problemstellungen, zeichnen die hohe Qualität der Forschungsarbeiten aus.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Stiftung, den Preis bereits zum 5. Mal unterstützen und begleiten dürfen. Die Einreichungen zeigen das große Interesse, die Begeisterung und das Engagement der jungen WissenschaftlerInnen und ihrer akademischen BegleiterInnen eine nachhaltige Zukunft zu gestalten“, so Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth Stiftung und Mitglied der Jury des Forschungspreises.

Der in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde dieses Jahr in den Kategorien Bachelor und Masterarbeit verliehen. Seit der ersten Verleihung vor fünf Jahren wurden 88 Arbeiten eingereicht.

Hier finden Sie einen kurzen Einblick in die vier ausgezeichneten Abschlussarbeiten:

Monetarisierung der Folgen von reaktivem Stickstoff im Agrarsektor
Amelie Michalke legt mit ihrer Bachelorarbeit die Folgekosten offen, die wir alle durch die Düngung von landwirtschaftlicher Nutzfläche tragen. Stickstoffüberschüsse generieren zeitversetzt Kosten, die nicht dem Verursacher des Stickstoffproblems zugeschrieben werden, sondern anderweitig getragen werden müssen. „Die externen Effekte von konventionell hergestellten Lebensmitteln sind um ein Vielfaches größer als die von Lebensmitteln ökologischen Ursprungs“, so Michalke. Bei vegetarischen Bio-Produkten müsste etwa ein Preisaufschlag von 1% eingepreist werden, um die negativen Effekte des Stickstoffeinsatzes zu berücksichtigen, bei tierischen konventionellen Lebensmitteln seien es ca. 10%. „Ziel sollte es sein, die Konsumenten mit wahren Preisen im Supermarkt zu nachhaltigem Konsum zu lenken“, resümierte die Studentin.

How the Superfood Trend Changed Farmers’ Income in the Andean Region of Bolivia
Mit dem Trend Superfoods hat sich Michaela Kuhn von der Technischen Universität München in ihrer Bachelorarbeit beschäftigt. Sie legt dar, dass die gesteigerte Nachfrage nach Quinoa in Hocheinkommensländern zwar zu einer Erhöhung der Einkommen bei den Kleinbauern in Bolivien führte, die Produktionsausdehnung teilweise aber auch auf Kosten der ökologischen Nachhaltigkeit und der Ernährungssicherung der Landwirte und ihrer Familien vor Ort gegangen ist.

Ökologischer Landbau in der Berufsschule
Dass der Ökolandbau in staatlichen Berufsschulen mehr gefördert werden müsste, damit befasste sich Julia Stark von der Universität Kassel in ihrer Masterarbeit. Wesentliches Fazit ihrer Arbeit ist, dass der Ökolandbau vor allem Bestandteil anderer Fächer ist und die vermittelten Inhalte für eine fachliche Vorbereitung auf eine Tätigkeit im Ökolandbau nicht ausreichen. Um dem entgegenzuwirken, zeigt Stark in Ihrer Arbeit die wichtigsten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen auf, zum Beispiel die fachliche Fortbildung der Berufsschullehrer.

Möglichkeiten und Grenzen einer Markteinführung des ei care Fleisches*
Durch Literaturanalyse und Experteninterviews untersucht Magdalena Gutendorf von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde die Möglichkeiten und Grenzen der Markteinführung des sogenannten „ei care Fleisches“ in die gehobene Berliner Gastronomie. Mit Empfehlungen zur Marktfähigkeit, liefert sie einen Beitrag zur Weiterentwicklung der ökologischen Geflügelzucht und stärkt damit die Glaubwürdigkeit der ökologischen Tierhaltung. Insbesondere den Wunsch der Gastronomen nach direktem Austausch mit den Erzeugern und einzigartigem Geschmack müssen Bio-Betriebe laut der Analyse in Berlin berücksichtigen.

Der Forschungspreis schlägt eine Brücke zwischen jungen Nachwuchsfachkräften und engagierten Unternehmen der Bio-Branche. Dem Fazit von Petra Wolf von der Nürnbergmesse können wir uns nur anschließen: „Die Preisträgerinnen haben ein beeindruckendes wissenschaftliches Engagement an den Tag gelegt. Liebe Biobranche, holt Euch diese ausgezeichneten Fachkräfte.“

* ei care folgt einem regionalen und ganzheitlichen Ansatz in der Hühnerhaltung. Dazu zählt die Verwertung des ganzen Tieres ebenso wie die Zucht des Zweinutzungshuhns.

 

Zum Weiterlesen: www.forschungspreis-bio-lebensmittel.de

 

100 Tage krisenKONTERKIOSK – ein Abschlussbericht

100 Tage gefüllt mit Ideen, Visionen, Aktionen, interessanten Gesprächen, Gießkannen, Schweiß, Käsebroten und jeder Menge Erfahrungen sind vorbei und eins lässt sich sagen: Es lohnt sich ein Projekt zu starten – aus der Überzeugung und mit dem Anspruch etwas zu bewegen. Bei mir, Lena Jacobi, war und IST es die bäuerliche Landwirtschaft, deren Erhaltung und Förderung mich antreibt.

Landwirtschaft in der Stadt erlebbar machen

Das Ziel von krisenKONTERKIOSK war es, das Thema Landwirtschaft und die Art und Weise, wie Lebensmittel erzeugt, verarbeitet und konsumiert werden, zum öffentlichen Thema zu machen. Während der documenta in Kassel, wollte ich den Menschen mit dem kleinen Bauernladen und Gemeinschaftsgarten mitten im Univiertel anschaulich erzählen, wie wir Bäuerinnen und Bauern arbeiten und warum so und nicht anders. Doch nicht nur das Erzählen, vor allem das Zuhören liegt mir am Herzen. Mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und die persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Gedanken zu hören und zu verstehen.

Gerade das Beobachten der Menschen am krisenKONTERKIOSK gab Aufschluss darüber, was sie bewegt: Viele bewunderten die Blumen, Auberginen und Bohnen in den Hochbeeten oder verglichen den Geruch der unterschiedlichen Teesorten. Andere studierten die Plakate und Flyer am Kiosk, wieder andere machten Selfies oder aßen einfach nur ein Käsebrot. Die meisten sahen dabei sehr zufrieden aus!

Nicht nur die StudentInnen wünschen sich die langfristige Integration von mehr Grün in den Unialltag, auch viele zufällige, oft internationale BesucherInnen waren begeistert vom Projekt. Gerade für ältere Menschen ist die Landwirtschaft ein sehr emotionales Thema. Denn mit ihr verändert sich viel. Nicht nur global gesehen, sondern auch genau da, wo sie betrieben wird. Der Bauerngarten zwischen großen, grauen Unibauklötzen wurde als Oase wahrgenommen. Jung und Alt konnten hier abschalten, entspannen, verweilen. Ich habe gesehen, dass eine bunte, kreative, kleinstrukturierte Landwirtschaft, die man auch anfassen kann, direkte Auswirkungen auf die Menschen hat. Nicht nur politisch, vielmehr emotional – nämlich dann, wenn man ein Teil davon sein kann.

Persönliche Erfahrung als wichtiger Kompass für Nachhaltigkeit

Ich selbst bin quasi zwischen Kuhstall, Acker und Bauerngarten aufgewachsen. Manchmal fand ich die Begeisterung für die paar Hochbeete in Kassel fast übertrieben und dachte „ja, is‘ halt ‘n Garten“. Aber dann habe ich verstanden, dass dieser Garten für viele Menschen längst nichts Alltägliches mehr ist und deshalb eine große Bereicherung.
In einer Diskussionsrunde war die Frage: „Wie und wo können wir denn nun konkret etwas ändern? Wo setzten wir an?“ Keine leichte Frage, denn inzwischen ist es für die meisten VerbraucherInnen nicht leicht herauszufinden, welche Produkte die ökologisch und sozial verträglichsten sind. Regional? Bio? Fair? Selbst mit fast abgeschlossenem landwirtschaftlichem Studium verliert man leicht den Überblick. Wo können wir ansetzten?

100 Tage Erleben und Beobachten haben gezeigt, was das bisschen Acker zum Anfassen, Riechen, Ernten mit den Menschen gemacht hat. Es bewegt sie. Wir brauchen eine Landwirtschaft, die jeder sehen und anfassen kann, vor allem Kinder. Wir brauchen ein Bildungssystem, das Landwirtschaft und Ernährung zum Hauptfach macht. Wir brauchen engagierte KindergärtnerInnen und LehrerInnen, die mit den Kindern ackern, wir brauchen Höfe und Ställe mit offenen Toren. Wir brauchen Bäuerinnen und Bauern, die noch wissen, was da blüht und gerne von ihrer Leidenschaft erzählen. Mein Vater fängt seine Hofführungen meistens so an: „Bauer sein ist für mich der schönste Beruf den’s gibt.“ Deshalb weiß ich, dass es sich lohnt, weiter dafür zu kämpfen, dass dieser schönste Beruf erhalten bleibt. Damit alle anderen das auch wissen, müssen wir es ihnen nicht nur erzählen, sondern auch zeigen.
Rückenwind für AktivistInnen

Während der 100 Tage am Kiosk habe ich natürlich noch viele weitere Erfahrungen gemacht. Eine den größeren war sicherlich, dass es ziemlich gut tut Rückenwind zu haben. Bei einem Projekt, das von Herzblut und Engagement lebt, viele Höhen und einige Tiefen mit sich bringt, habe ich schnell gemerkt: Allein geht’s nicht! Ohne Familie und Freunde, die einspringen wenn sie gebraucht werden, hätte ich wohl keine 100 Kiosk-Tage durchgehalten. Diese Durchhaltekraft bewundere ich bei so vielen jungen und alten AktivistInnen, die schon seit vielen Jahren für ihre Überzeugungen kämpfen. Ich hoffe, der Wind weht noch lange weiter in die richtige Richtung!

Und es geht weiter…

Die Hochbeete werden vom studentisch betriebenen Café am selben Ort weiter bewirtschaftet und sind so weiterhin für alle zugänglich. Der Kiosk wird im nächsten Sommer in einem Kasseler Hausprojekt wieder aufgebaut und als soziale Plattform genutzt.

 

Ein Projektbericht von Lena Jacobi, Betreiberin des krisenKONTERKIOSK im Rahmen der documenta 2017. Headerfoto: Josef Jacobi, Fotogalerie: Daniel Münderlein.
Das Projekt wurde von der Schweisfurth Stiftung unterstützt.

Bio-Restaurant Lässig für hohe Tierwohl Standards ausgezeichnet

Der November steht bei der Schweisfurth Stiftung im Zeichen des Tierwohls. Nach der Preisverleihung bei
Bio-Kontor 7, fand vergangenen Freitag, 24. November 2017, bereits die nächste Auszeichnung eines Vorzeigeprojekts für Tierwohl in der Gastronomie statt. Der Catering- und Restaurantbetrieb Lässig in Stuttgart zeichnet sich durch den konsequenten Einsatz von Produkten aus regionaler, fairer und transparenter Landwirtschaft aus – rund 75 % davon in demeter Qualität. Insbesondere Tierwohl ist für die Betreiber Sabine Brand-Lässig und Joachim Latsch eine Selbstverständlichkeit. Niels Kohlschütter, Geschäftsführer der Schweisfurth Stiftung, zeigte sich begeistert: „Bei Lässig wird Bio mit Leidenschaft gelebt. Die regionalen, ursprünglichen Zutaten werden modern interpretiert und ziehen damit auch Gäste an, die bis dahin wenig mit nachhaltiger Küche zu tun hatten. Damit ist das Restaurant ein echter Tierwohl-Botschafter, der Mensch, Tier und Umwelt etwas Gutes tut.“

Storytelling für mehr Tierwohl

Das Fleisch, das Küchenchef Abdi Abukar in der modernen Küche verarbeitet, kommt überwiegend von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall und auch das Gemüse stammt zu einem großen Teil aus der Region. Direkt vom Demeterhof Schmid in Westhausen bezieht das Restaurant die 15.000 Eier, die jährlich verarbeitet werden. Zukünftig möchten die Inhaber auch mit Ganztierverwertung zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen beitragen. Im Zuge dessen plant das Restaurant mehr Hintergrundinformationen zur Herkunft der Zutaten für die Gäste. „Die Liebe zum Leben und der Natur ist unser Leitbild. Wir kooperieren ausschließlich mit Lieferanten, die den Tieren eine ihrem Wesen gemäße Entwicklung ermöglichen. Darauf sind wir stolz und darüber möchten wir auch unseren Gästen noch mehr erzählen“, erklärt Joachim Latsch.

Mit dem Projekt Tierschutz auf dem Teller® und der Auszeichnung Tierschutzkochmütze lenkt die Schweisfurth Stiftung die Aufmerksamkeit auf Betriebe, die Nachhaltigkeit erfolgreich in ihr Geschäftsmodell integriert haben und motiviert damit andere, es ihnen gleichzutun.

Header-Foto (v.l.n.r.): Joachim Latsch (Betreiber), Abdi Abukar (Küchenchef ), Sabine Brand-Lässig (Betreiberin)

Ausgezeichnetes Bio-Mittagessen für Schulen und Kitas

Das Catering-Unternehmen Bio-Kontor 7 versorgt täglich 3.000 Kinder in Bayern mit frischen, großteils regionalen Mahlzeiten in Bio-Qualität. Der Fleischanteil beträgt 40 % am Volumen des Wareneinsatzes. Dabei ist Tierwohl für den Geschäftsführer Konrad Geiger eine Selbstverständlichkeit. In der Cateringbranche stellt artgerechte Haltung allerdings noch ein Ausnahmekriterium in der Beschaffung dar. Das soll sich ändern: Mit der Verleihung der Tierschutzkochmütze an Bio-Kontor 7 am 14. November 2017 ehrt die Schweisfurth Stiftung das Engagement des Bio-Caterers und will damit Tierwohl in der Außerhausverpflegung zum Thema machen.

Bio-Kontor 7 zeigt, dass hohe Qualitätsstandards auch in der Gemeinschaftsverpflegung mit guter Planung möglich und konkurrenzfähig sind. „Es ist meinem Geschäftspartner Peter Greither und mir wichtig, Nachhaltigkeit und Genuss zu verbinden“, erklärt Konrad Geiger, Geschäftsführer von Bio-Kontor 7. Das Unternehmen liefert zum einen Essen, zum anderen vermittelt es den SchülerInnen und ihren Eltern etwas von der nachhaltigen Unternehmensphilosophie. Zudem werden die Kinder aktiv in die Erstellung des Speiseplans einbezogen: „Die Kinder lernen, dass ausgewogene, gesunde Ernährung richtig lecker sein kann – und gut für Umwelt und Tiere ist. Jedes Gericht wird von ihnen bewertet, wenn etwas einmal nicht gut ankommt, lassen wir uns was Neues einfallen,“ so Geiger.

Ein überzeugendes Konzept

Dieses engagierte Vorgehen hat die Münchner Schweisfurth Stiftung, die sich seit über 30 Jahren für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft einsetzt, überzeugt. „Konrad Geiger und sein Team gehen mit viel Energie und frischen Ideen an die Herausforderungen der Außerhausverpflegung heran. Hier werden neue Lösungen für nachhaltige Verpackungen, gesundes Essen, und achtsamen Umgang mit Umwelt und Tieren gefunden“, begründet Niels Kohlschütter, Geschäftsführer der Schweisfurth Stiftung die Auszeichnung. Bio-Kontor 7 versucht zudem, möglichst viele Teile der geschlachteten Tiere zu verwenden. Nose-to-tail wird dieser Ansatz genannt, bei dem zum Beispiel Knochen und Karkassen für die Zubereitung von Suppen verwendet werden. Diese bietet Bio-Kontor 7 als BONE BROX Brühen im Großhandel an. Insgesamt hat das Unternehmen im Jahr 2017 ermöglicht, dass 43.200 Hühner, 165 Rinder und 72 Schweine artgerecht aufwachsen konnten.

Mobilität als Chance und Herausforderung

Während immer mehr Menschen zu Hause auf nachhaltige Lebensmittel achten, ist der Bio-Trend in der Gastronomie noch nicht angekommen. Dabei nimmt die Mobilität der Bevölkerung zu. Mittlerweile essen 40-50 % der Kinder und Jugendlichen zu mittags außer Haus, bei den 20-50-jährigen sind es mehr als 60 % (GFK Consumerscan 2015). Mit dem Projekt „Tierschutz auf dem Teller®“ und der Auszeichnung Tierschutzkochmütze lenkt die Schweisfurth Stiftung die Aufmerksamkeit auf Betriebe, die Nachhaltigkeit erfolgreich in ihr Geschäftsmodell integriert haben und motiviert damit andere, es ihnen gleichzutun.

Entscheider, Eltern und Schüler müssen mitmachen.

In der Fritz-Schäffer-Grund- und Mittelschule in Ostermünchen serviert Bio-Kontor 7 seit über einem Jahr rund 35 Kindern ein ausgewogenes Mittagessen. Drei Mal pro Woche stehen vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan, zwei Mal gibt es Fleisch aus artgerechter Haltung. „Uns ist wichtig, dass wir wissen, woher die Zutaten stammen und da sind wir bei Bio-Kontor 7 gut aufgehoben“, so Margaret Carredu-Bayr, Direktorin der Schule. Das Mittagessen von Bio-Kontor 7 bringt Tierschutz, Regionalität und Qualität zusammen – ein Konzept das Lehrer, Eltern und Kinder gleichermaßen begeistert.

Header-Foto (v.l.n.r.): Konrad Geiger (Geschäftsführer), Markus Wechselberger (Produktionsleitung), Irene Säger (Team-Assistentin)

Kulinarische Abenteuer um die Ecke

„Wie und was wir essen, wie wir anbauen, wie wir Handel treiben – diese Fragen bestimmen mit, wie unsere Welt in Zukunft aussehen wird.“, schreiben Georg Schweisfurth und Simon Tress in ihrem Buch „Lokal. Das Kochexperiment“ – ein Buchtitel der neugierig macht.

Lokal oder regional – für den Verbraucher ist nicht immer klar, wo der Unterschied liegt. Laut Definition steht lokal für einen örtlich begrenzten geografischen Raum, der von Person zu Person und je nach Standort unterschiedlich wahrgenommen wird. Wohingegen regional eine Größendefinition ist, die alles umfasst, was einer bestimmten Region, die oft kulturell und traditionell gewachsen ist, zugeordnet wird. Georg Schweisfurth und Simon Tress nutzen ganz bewusst den Begriff lokal statt regional und meinen damit alles, was aus einem Radius von 15 Kilometern um den Herstellungsort kommt. Sie stellen sich auf ihrer 11 Monate langen Tour durch Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien der Herausforderung, alle Zutaten für die gemeinsamen Kochexperimente und Gerichte in Bio-Qualität und in dieser Entfernung von ihrer jeweiligen Reisedestination zu finden.

Ganztierverwertung: Von der Schnauze bis zum Schwanz

Neben leckeren Rezepten, stecken im Buch vor allem viele Geschichten über außergewöhnliche Öko-Vorreiter. „Wir verwenden möglichst alles vom Tier“ erzählt beispielsweise Zilla Fröhlich vom Bioland-Hof „Das fröhliche Alb-Rind“ in Bingen. Ganztierverwertung, momentan im Trend, wird hier bereits seit Jahren umgesetzt. Verkauft werden Fleisch, Innereien, Fett und Knochen der Fleckvieh-Limousin Rinder an nur drei Terminen im Jahr – da sind die Wartelisten lang. Und sollte doch einmal etwas übrig bleibt, werden beispielsweise die Knochen in Drei-Kilo-Einheiten an interessierte Kunden verschenkt. Passend dazu haben die Autoren auch gleich Rezeptvorschläge für die Leser*innen vorbereitet: Herz, Niere und Leber vom Rind werden zu einem Ragout verarbeitet oder der Lardo vom Wollschwein mit Bärlauch auf Brötchen serviert.

„Lokal“ bietet einen Einblick in die Komplexität der Lebensmittelwirtschaft, außergewöhnliche Rezepte und teilt besondere Erfahrungen und Einsichten rund ums Kochen und Essen. Das Experiment war eine echte Challenge, denn obwohl ökologische Lebensmittel beliebter denn je sind, handelt es sich weiterhin um einen Nischenmarkt: „Wir dürfen uns auf den Lorbeeren der letzten Jahre nicht ausruhen, sondern müssen weiter trommeln!“, so die Botschaft und Aufforderung des Buches.

Schweisfurth, Georg/Tress, Simon (2016): Lokal. Das Kochexperiment, München: Südwest, ISBN 978-3-517-09470-0

Tierwohl in der Außer-Haus Verpflegung

Während Bürgerinnen und Bürger in der eigenen Küche immer mehr darauf achten, nachhaltige Produkte zu verwenden, ist ihr Interesse dafür in der Außer-Haus Verpflegung nach wie vor sehr gering. Doch der Außer-Haus Bereich (Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung sowie Erlebnis- und Freizeitgastronomie) hat in Deutschland große Relevanz. Im Jahr 2016 wurden hier Lebensmittel im Wert von knapp 75,8 Milliarden Euro eingekauft und damit knapp 40 % des Umsatzes der Ernährungsindustrie erzielt. Nur etwa 0,5 % der Waren in der Außer-Haus Verpflegung stammen aus biologischem Anbau beziehungsweise aus ökologischer Tierhaltung. Höchste Zeit also, dass auch hier Umweltschutz und Tierwohl an Wichtigkeit gewinnen.

Genuss als Wegbereiter für Nachhaltigkeit

Bekannte Bewegungen wie Slow Food stärken die Themen Achtsamkeit und Nachhaltigkeit in der Gastronomie. Der Slow Food Genussführer 2017 stellt etwa über 500 Gasthäuser und Restaurants vor, die den Slow Food-Kriterien „gut, sauber & fair“ folgen. 100 neue Lokale sind seit der letzten Ausgabe hinzugekommen. Die Slow Food Schnecke an der Eingangstür teilnehmender Betriebe weist den Gästen den Weg. Slow Food ist hier ein Gesamtkonzept aus Transparenz, Regionalität, kleinstrukturierter Landwirtschaft und individueller Handfertigung. Einer, der das Konzept mit Leben füllt und stetig vorantreibt ist der Alte Wirt in Grünwald. Ein Vorzeigebetrieb in Sachen Tierwohl, bei dem tiergerechte Haltung, Bio-Standards, Regionalität sowie nose-to-tail Verwertung selbstverständlich sind.

Tierschutz auf dem Teller

Der Alte Wirt ist auch einer der Preisträger der Auszeichnung Tierschutz auf dem Teller®, die die Schweisfurth Stiftung 2006 ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, dass die verwendeten tierischen Erzeugnisse zu mindestens 60 % aus tiergerechter ökologischer Tierhaltung stammen, keine tierquälerisch erzeugten Produkte angeboten werden, vegetarische Alternativen bereit stehen und dem Gast so der Zusammenhang zwischen tiergerechter, ökologischer Nutztierhaltung und gastronomischer Bewirtung vermittelt wird.

Tiergerechte Mahlzeiten in Kantinen und Mensen

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 40 % der Mahlzeiten außer Haus konsumiert werden. Einen sehr großen Anteil machen Kantinen am Arbeitsplatz und Mensen in Schulen aus. Dass auch hier nachhaltige Lösungen möglich sind, zeigt zum Beispiel die Stadt München. In Kindertagesstätten kommen hier bereits zur Hälfte Bio-Lebensmittel zum Einsatz, tierische Produkte stammen sogar zu 90 % aus ökologischer Haltung. Die Mehrkosten pro Mahlzeit belaufen sich auf lediglich 35 Cent. Ein weiteres Beispiel: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft möchte den Bioanteil der Kantinen im eigenen Geschäftsbereich von derzeit zehn Prozent auf mindestens 20 % erhöhen.

Es kommt Bewegung in den Markt

Die wachsende Zahl an privaten und staatlichen Initiativen, die sich für Tierwohl und Nachhaltigkeit im Außer-Haus Bereich engagieren, stimmt uns positiv. Die Zahlen zeigen jedoch auch, dass es noch großen Handlungsbedarf gibt und des Engagements Vieler bedarf, um deutliche Fortschritte zu erzielen. Die Schweisfurth Stiftung setzt sich in diesem Bereich bereits seit Jahren für die Sensibilisierung von Politiker*innen und Bürger*innen ein und wird noch in diesem Jahr zwei weitere Betriebe mit der Tierschutz Kochmütze auszeichnen.

Für Interessierte:
Gastro-Tipps im Bio-Einkaufsführer der Bund Naturschutz in Bayern e.V.
5. Münchner Praxisforum „Bio in der Außer-Haus Verpflegung“ am 12. Oktober 2017 im Alten Wirt in Grünwald

Tierschutz in der Umkleidekabine

Nach der Ölindustrie gilt Mode als das zweitschmutzigste Geschäft der Welt. 2700 Liter Wasser frisst die Produktion eines einzigen T-Shirts, 7000 Liter die Produktion einer Jeans. Drei von vier hergestellten Kleidungsstücken werden jedoch nach einer kurzen Lebensdauer verbrannt oder landen auf dem Müll. Auch die globale Leder­in­dus­trie trägt zur unrühmlichen Bilanz bei: Jährlich werden über eine Milli­arde Tiere geschlachtet und ihre Häute zu Beklei­dung, Schuhen, Modear­ti­keln, Möbeln, Interieur und Acces­soires verar­beitet – oft unter undenkbaren Bedingungen in der Haltung und Verarbeitung. Während die meisten Leder oder Schaffelle zumin­dest Abfälle aus der Fleisch­in­dus­trie sind, werden die Tiere für Edelfelle meistens extra gezüchtet. Laut Tierschutzorganisation PETA landen 40 % der weltweiten Schlachtungen nicht auf dem Teller, sondern dienen einzig der Lederherstellung.

Bisher nur ein Nischenprodukt, versuchen nun immer mehr Modelabels auf umwelt- und tierfreundliche Materialien umzustellen. Denn wer es mit Tierschutz wirklich ernst meint, muss auf dem Teller und in der Umkleidekabine auf nachhaltige und ethische Produktionsbedingungen achten. Wer dabei nur danach auswählt, dass Texti­lien ohne den Einsatz tieri­scher Fasern erzeugt wurden, findet in den Laden­re­galen bereits jetzt eine breite Auswahl. Der Markt­an­teil von Fasern nicht tieri­schen Ursprungs liegt auf dem Weltmarkt derzeit bei über 90 %.

Umweltverschmutzung und Tierleid durch Textilproduktion

Jedoch verursachen auch viele Produkte ohne tierische Fasern bei ihrer Herstel­lung Tierleid: Farb- und Hilfs­mittel werden noch immer in Tierver­su­chen getestet. Klebstoffe bestehen sehr oft aus Inhalts­stoffen, die tieri­schen Ursprungs sind oder ebenfalls an Tieren getestet wurden. Synthetische Fasern wie Polyester bestehen aus Erdöl, das nicht biologisch abbaubar ist und dessen Förderung zu Lasten der Umwelt geht. Auch der konven­tio­nelle Anbau von Pflan­zen­fa­sern hat in manchen Fällen negative Auswirkungen auf die Tierwelt. Nutzin­sekten sterben durch den Einsatz von gentech­nisch verän­dertem Saatgut oder synthe­ti­schen Insek­ti­ziden. Vegan bedeutet somit nicht zwangsläufig öko. Auch bei veganen Kleidungsstücken ist es entscheidend, sich zu informieren und nachzufragen, wie das Produkt hergestellt wurde.

Rhabarber-Leder und ökologische Nutztierhaltung

Wer, statt komplett zu verzichten, auf ökologische und ethische Produkte wechseln möchte, findet auch da einige gute Alternativen. Ein Beispiel ist die Lederproduktion. Betrachtet man diese aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, kann zwischen der ökologischen Gerbung ohne giftige Chromsalze und dem Ursprung der Häute aus ökologischer Nutztierhaltung differenziert werden.

Eines der wenigen deutschen Labels, das sich explizit auf „nachhaltiges Leder“ spezialisiert hat, ist Deepmello.  Statt der mineralischen Gerbung mit toxischen Chromsalzen, die weltweit zu mehr als 80 % eingesetzt wird, nutzt die Marke eine pflanzliche Gerbmethode mit Rhabarberwurzel-Extrakt. Der Rhabarber wird in der Nähe von Magdeburg angebaut, das Leder größtenteils in Bayern hergestellt. Mittelfristig ist Deepmello bestrebt, alle Leder aus Biohäuten herzustellen. „Jedoch muss dafür die Bereitschaft der Kunden größer werden, Naturmerkmale im Leder, zum Beispiel Kampfspuren oder Spuren von Verletzungen, zu akzeptieren“, erklärt Gründerin Anne-Christin Bansleben in einem Interview mit der Zeit.

Orientierungshilfe für KonsumentInnen

Auch bei Textilien aus kontrolliert biolo­gi­schem Anbau müssen strengere Regelungen in der Tierhal­tung eingehalten werden. Orientierungshilfe im Laden bieten dafür Textillabels, wie zum Beispiel der Global Organic Textile Standard (GOTS), der vorschreibt, dass die einge­setzten Fasern zu mindes­tens 70 % aus kontrol­liert biolo­gi­scher Landwirt­schaft stammen müssen. Das Label NATURTEXTIL BEST verlangt sogar 100 % Biofa­sern. Textilien mit dem NATURLEDER IVN Label werden ausschließlich aus Ledern von Tieren der Fleisch­in­dus­trie gefertigt. Der Anbau­ver­band Biokreis bietet als einziges Siegel die Sicher­heit, dass ein Leder von Bio-Tieren stammt. Verbands­zei­chen wie Bioland, Natur­land oder vor allem demeter garantieren ebenfalls strenge Tierwohl-Richtlinien.

Bauernhof braucht Region – Region braucht Bauernhof

„Ist das ein Schaf oder ein Wollschwein?“ – so lautete die erste Frage der Kinder als wir mit dem Auto auf den Breitenwegerhof bei Freiburg im Breisgau fuhren. Die Antwort gab Betriebsleiterin Katharina Goetjes wenig später bei der Hofführung mit 25 bunt gemischten Teilnehm enden. Auf Initiative der Schweisfurth Stiftung und in Kooperation mit RegioWerk trafen sich am 4. April 2017 Menschen mit unterschiedlichen beruflichen und privaten Hintergründen aus und rund um Freiburg. Ziel war es, neue Möglichkeiten zu entdecken, die sowohl dem Hof helfen, als auch den Bedürfnissen der Menschen aus der Region gerecht werden. Sprich, die Beziehung zwischen Stadt und Land zu stärken.

Hof braucht Region

Der erste Teil der Werkstatt Stadt-Land-Tisch stand unter dem Blickwinkel „Hof braucht Region“. Während der Hofführung wurde direkt erlebbar, was die Menschen, die am Hof arbeiten leisten. Die Kälber auf dem Breitenwegerhof dürfen morgens und abends direkt am Euter der Mutter oder einer Amme trinken. So kommen sie in den Genuss von wichtigen sozialen Kontakten, die ein Eimer mit Milch als „Trinkstelle“ nicht bieten kann. Eindrucksvoll war der Vergleich verschiedener Hühnerrassen. Einerseits die Hybridhühner mit einer hohen Legeleistung, die jedoch nicht vermehrt werden können. Andererseits gleich nebenan das Zweinutzungshuhn der Rasse „Le Bleues“. Diese legen zwar weniger Eier, setzen dafür aber etwas mehr Fleisch an, sodass sie sich auch als Masthuhn eignen. Trotz der Zweinutzung müsste ein Ei der Rasse „Le Bleues“ nach aktuellen Berechnungen des Breitenwegerhofes das Doppelte kosten, um wirtschaftlich zu sein. Im Rahmen einer Seminararbeit an der Universität Freiburg ist eine ausführliche Datenerhebung und betriebswirtschaftliche Berechnung geplant.

Ausmisten, Käseschmieren und Treckerfahren

Eine Besonderheit der „Werkstatt Stadt – Land – Tisch“ in Südbaden war, dass vier Erfahrungsbotschafter im Vorfeld die Möglichkeit hatten, jeweils einen Tag auf dem Hof mitzuarbeiten – vom Ausmisten, Käseschmieren bis hin zum Treckerfahren. Ihre unmittelbaren Eindrücke vom Hofleben und dem Reichtum, der in der Beziehung zum Land liegt, waren wertvolle Beiträge, die den Workshop-Tag bereichert haben. „Mein romantisches Bild der Landwirtschaft wurde zerstört, aber gleichzeitig habe ich mich selten so glücklich und zufrieden gefühlt wie am Ende dieses Tages“, so einer der Botschafter.

Region braucht Hof

Im zweiten Teil der Werkstatt Stadt-Land-Tisch war die Kreativität der Teilnehmenden gefragt. Der Fokus lag auf den Fragen: Was wünscht sich die Region vom Hof? Wie können sich die Menschen der Region am Hof miteinbringen? Aus der Vorarbeit und der Hofführung haben sich folgende Themenfelder herauskristallisiert:

  • „Soziale Landwirtschaft“ (z.B. Arbeit mit Menschen mit Behinderungen oder Personen mit Burnout)
  • praktische „Mitmach-Aktionen“ auf dem Hof
  • Potentiale für „neue Geschäftsmodelle“ (z.B. Frozen Joghurt in Demeter Qualität)
  • „Region braucht Hof“ (Verbindung von Einkauf und Erlebnis, Ursprung der Lebensmittel aufzeigen)

Es geht weiter

Als wir abends vorbei an den Mangalitza Wollschweinen nach Hause fuhren, wurden die neu-entwickelten Ideen und Konzepte eifrig diskutiert. In Kleingruppen werden die gehobenen Möglichkeiten für Region und Hof konkretisiert. Anfang Mai geht es weiter. Interessierte sind herzlich willkommen und können sich bei werkstatt@regio-werk.de oder werkstatt@schweisfurth-stiftung.de melden.

„Alles andere wäre für mich Betrug am Gast“

Karl Kranawetter betreibt mit seiner Partnerin Olimpia Cario das Bio-Restaurant Biorestaurant Steirer Eck in Rosenheim. Seine österreichische Lust am Genuss verbindet er dort mit sorgfältig ausgewählten regionalen Bio-Zutaten. Besonders beim Fleisch achtet Kranawetter auf eine regionale Herkunft und die artgerechte Zucht und Haltung der Tiere. Kraftfutter, Mastbeschleuniger, Antibiotika und festgelegte Gewichtszunahmen gibt es bei keinem der Zulieferer. Für diese strenge Orientierung an Tierwohl und Qualität wurde das Steirer Eck 2014 mit der Tierschutzkochmütze im Projekt Tierschutz auf dem Teller der Schweisfurth Stiftung ausgezeichnet. Uns erzählt Kranawetter, warum er der konventionellen Gastronomie den Rücken gekehrt hat, wo das beste Rindfleisch herkommt und was er angehenden Bio-Köchen rät.

Schweisfurth Stiftung: Das Bewusstsein für gesunde und tierwohlorientierte Ernährung wächst. Dafür steht auch ihr Restaurant. Strömen die Leute jetzt also in Scharen zu Ihnen?

Karl Kranawetter: Nein. Es gibt natürlich Hochs und Tiefs, aber das Grundproblem ist immer noch dasselbe: Die meisten Leute wollen den Preis nicht akzeptieren, den hochwertige und sorgfältig zubereitete Bio-Lebensmittel kosten. Ich betreibe das „Steirer Eck“ jetzt seit sechs Jahren, und bis heute ist es finanziell eine Gratwanderung. Immerhin haben wir uns inzwischen in Rosenheim und Umgebung einen solchen Bekanntheitsgrad erarbeitet, dass ich vorsichtig optimistisch bin.

Um ein Bio-Restaurant aufzubauen, braucht man also einen langen Atem…

Ja, aber für mich ist das nicht nur meine Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Meine Lebensgefährtin und ich, wir sind beide ausgebildete Köche. Wir machen das nicht, weil wir viel Geld verdienen wollen, sondern weil wir dazu beitragen möchten, die Welt besser zu machen. Wenn Du nur auf den Gewinn schaust, dann bleibt irgendetwas auf der Strecke. Entweder quält man die Tiere oder die Menschen. Ich habe mich selbstständig gemacht, weil ich so nicht arbeiten wollte. Ich habe einen anderen Anspruch.

Dafür nehmen Sie und ihre Partnerin viel zusätzliche Mühe in Kauf.

Ich rufe halt nicht einfach beim Zulieferer an und sage, ich brauche soundsoviele Kilo abgepacktes Filet und soundsoviele Schnitzel. Ich fahre zu den Biobauernhöfen, von denen ich Fleisch beziehe, und schaue mir an, wie die Tiere gehalten und gefüttert werden. Unser Rindfleisch kommt zum Beispiel aus Irschenberg aus einem Biobetrieb, in dem per Weideschuß geschlachtet wird. Das Tier hat keinen Stress durchs Verladen oder den Transport zum Schlachthof. So etwas ist derzeit nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Und so kann man natürlich keine Massen produzieren, aber ein extrem hochwertiges Fleisch. Von diesem Hof bekommen wir dann beispielsweise ein halbes Kalb, das wir selbst zerlegen und verarbeiten. Das verlangt Können und Zeit, aber das ist es uns wert. Ich verwende nur saisonales Obst und Gemüse, keine Bio-Tomaten aus Spanien, die nach nichts schmecken. Wenn bei uns Marillenknödel auf der Karte stehen, dann nehmen wir dafür die echten Wachauer Marillen, weil die einen unvergleichlichen Geschmack haben. Und zu den Knödeln wollen wir kein industriell erzeugtes Vanilleeis servieren, weil da lauter Dreck drinnen ist. Also machen wir unser Eis selber.

Würden Sie anderen Gastronomen, die eine Umstellung auf Bio erwägen, eher zu- oder abraten?

Wenn der Standort stimmt, würde ich zuraten und auch gerne mit meinem Rat mithelfen. Wir brauchen mehr Leute in der Gastronomie, die an die Lebensmittel, die sie verarbeiten, auch einen ethischen Anspruch haben. Und die ihre Verantwortung gegenüber den Gästen sehen, ehrliches Essen zu servieren. Für mich wäre es ein Betrug am Gast, würde ich es nicht machen. Freilich: Man sollte das nicht machen und glauben, man wird damit in ein paar Jahren reich. Aber man kann sich kreativ betätigen und etwas verändern. Schließlich hat unser Essen einen enormen Einfluss auf unseren Körper und die Welt, in der wir leben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Alle Preisträger vom Projekt Tierschutz auf dem Teller: http://www.tierschutz-auf-dem-teller.de/index.php/preistraeger

2012 wurde das Projekt als ein Gewinner des Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Die langjährige Projektleiterin Isabel Boergen berichtete im Januar 2016 was seitdem mit Tierschutz auf dem Teller erreicht wurde: https://www.land-der-ideen.de/presse/meldungen/was-wurde-aus-projekt-tierschutz-auf-teller

Bio, regional, tiergerecht: VC Vollwertkost erhält Tierschutz-Kochmütze

„Gesundes Essen, das schmeckt!“ lautete die Vision der VC Vollwertkost GmbH bereits bei ihrer Gründung 1991. Anfangs belieferte das Unternehmen vor allem Kindergärten und Schulen – heute bekocht das Team von VC Vollwertkost mehr als 4.000 Menschen in und um München. Dabei wird besonders auf Qualität, Frische und Herkunft der Zutaten geachtet. Neben Gerichten in 100 % – Bioqualität bietet das Unternehmen auch einen rein vegetarischen Speiseplan an. Für sein außerordentliches Engagement erhielt es am 18. Mai 2016 die Tierschutz-Kochmütze der Münchner Schweisfurth Stiftung.

„Wertschätzung für Pflanze, Tier und Mensch“
Ganzheitliche Nachhaltigkeit vom Feld bis auf den Teller – das ist das Herzensanliegen von Sandra Benke und Timo Neumann, den Geschäftsführern von VC Vollwertkost. Lange vor dem Bio-Boom entstand so ein Leuchtturm für gesunde Schul- und Firmenverpflegung. Heute ist VC Vollwertkost ein Unternehmen mit vielfältigem Leistungsportfolio: Für Firmenkantinen, Schulen, KiTas, Familienfeste, Vernissagen, Seminare und Sportveranstaltungen werden maßgeschneiderte Gerichte und Fingerfood aus besten Zutaten gezaubert. Dabei achtet das Team um Küchenchef Svend Hiebendahl besonders auf die Herkunft der Zutaten: Das Fleisch stammt von ausgewählten Betrieben, Obst, Gemüse und Milchprodukte werden wann immer möglich von regionalen, bayerischen Lieferanten bezogen. Nachhaltigkeit ist hier kein leeres Versprechen, sondern fest verankerte Unternehmensphilosophie: „Unsere Gerichte sollen nicht nur bio, regional, saisonal und frisch sein; uns geht es um die Wertschätzung gegenüber Pflanzen, Tieren und Menschen“ so Geschäftsführerin Sandra Benke.

Bestes für Klein und Groß
VC Vollwertkost hat Vorbildcharakter: Zahlreiche Kundinnen und Kunden in und um München genießen den gesunden und abwechslungsreichen Speiseplan, unter anderem die Mitarbeiter des Bundespatentgerichts und des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in der Ludwigstraße. Sandra Benke ist mit viel Engagement und Herzblut dabei, wenn es darum geht, die Gäste zu verwöhnen. Soßen, Suppen, Desserts – alles wird hier frisch zubereitet:

„Natürlich könnten wir uns viel Geld und Arbeit sparen, wenn wir nur Fertiggerichte aufwärmen. Aber das kommt nicht in Frage.“

Eine Einstellung, die immer mehr Menschen teilen und wertschätzen. 900 frisch zubereitete Essen gehen allein im Kasino des Landwirtschaftsministeriums täglich über den Tresen. Der Großteil der Gäste kommt dabei von außerhalb; dort schätzt man besonders das abwechslungsreiche vegetarische und vegane Angebot. Die kleinsten Kunden in KiTas, Kindergärten und Schulen kommen nicht nur in den Genuss gesunder, frischer und vollwertiger Lebensmittel. Sandra Benke organisiert auch Events wie das Kürbiskopf-Schnitzen im Herbst: Hier erklärt sie den Kindern spielerisch und nebenbei, wie man aus dem Inneren des Kürbis eine leckere Suppe kocht.

Tierschutz-Kochmütze für außerordentliches Engagement
VC Vollwertkost schafft scheinbar mühelos den Spagat zwischen Engagement für Mensch, Tier und Umwelt einerseits, und Genuss und kulinarischem Anspruch andererseits. Doch was einfach aussieht, ist oft harte Arbeit – nicht nur in der Küche. „Auch gegen Vorurteile und festgefahrene Verhaltensmuster muss man leider immer noch ankochen“ weiß Projektleiterin Isabel Boergen von der Schweisfurth Stiftung. Sie übergab die Tierschutz-Kochmütze am 18. Mai und lobt das außerordentliche Engagement der gesamten Belegschaft. „Von der Auswahl der Zutaten in Bio-Qualität profitieren nicht nur die Kundschaft, sondern auch Tiere, Umwelt und Klima. Die Tierschutz-Kochmütze soll diesen Einsatz belohnen und darauf aufmerksam machen, dass auch der Einzelne bewusster auswählt und darauf achtet, was auf seinem Teller landet. Dass gerade das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von so einer hervorragenden und beispielhaften Küche profitieren darf, ist ja sehr passend!“

Probieren und profitieren!
VC Vollwertkost ist die 17. Küche, die eine Tierschutz-Kochmütze im Rahmen von Tierschutz auf dem Teller® erhält. Weitere Infos, alle Preisträger sowie Bewerbungsmodalitäten für interessierte Küchen finden Sie unter www.tierschutz-auf-dem-teller.de. Übrigens: Die Kantine des StMELF in der Ludwigstraße 2 am Münchner Odeonsplatz ist öffentlich – Neugierige können die zukunftsweisende Fitnessküche dort Montag bis Freitag, 12 bis 14 Uhr, probieren.

Wer vorab einen Blick in die Küche werfen möchte, kann das auf der Homepage und der Facebook-Seite von VC Vollwertkost tun: Hier werden täglich Bilder und Videos zum kulinarischen Werdegang der Gerichte online gestellt.

Pressemitteilung der Schweisfurth Stiftung vom 18. Mai 2016

Headerfoto: V.l.n.r.: Sous Chef Matthias Esche, Geschäftsführerin Sandra Benke, Küchenleiter Svend Hiebendahl. © Isabel Boergen, Schweisfurth Stiftung

Alles bio oder was? Gründungstreffen des Netzwerks der deutschen Bio-Städte

Nicht nur Verbraucher entscheiden bei jedem Einkauf, ob sie Bio-Landwirte oder konventionelle Lebensmittelerzeuger unterstützen. Auch Kommunen haben es in der Hand, Bio in ihrem Einflussbereich zu stärken. Deshalb nehmen deutschlandweit derzeit 12 Städte, Gemeinden und Landkreise an der Initiative „Bio-Städte“ teil: München, Bremen, Nürnberg, Augsburg, Darmstadt, Freiburg, Hamburg, Ingolstadt, Witzenhausen, Heidelberg, Karlsruhe und Lauf.
Die jeweiligen Verwaltungen haben sich per Beschluss dazu verpflichtet, den Öko-Landbau zu fördern, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die Bio-Branche vom Acker bis auf den Teller besser zu vernetzen.

 Was eine Bio-Stadt ausmacht
Bio-Städte, -Gemeinden und –Landkreise sorgen beispielsweise dafür, dass in öffentlichen Einrichtungen und bei Veranstaltungen bevorzugt Bio-Lebensmittel auf den Tisch kommen. Auch setzen sich im Rahmen der Wirtschaftsförderung die Städte gezielt für die ökologische Lebensmittelerzeugung ein. Das bedeutet unter anderem, dass sie bei öffentlichen Ausschreibungen einem Öko-Caterer den Vorzug geben oder brachliegende Gemeindeflächen für ökologisches Urban Gardening zur Verfügung stellen.

Sechs Bio-Städte arbeiten zukünftig zusammen
Um gemeinsam noch mehr Bio in die Stadt zu bringen, kamen die Bürgermeister von sechs Bio-Städten Anfang Februar in Augsburg zusammen. Hier wurde eine verbindliche Kooperationsvereinbarung zwischen den teilnehmenden Kommunen München, Bremen, Nürnberg, Augsburg, Darmstadt und Freiburg unterzeichnet.

„Enormer Wachstumsmarkt“ Gastredner Franz-Theo Gottwald © Stadt Augsburg

Wichtig: Regionale Erzeuger und Vermarkter stärken
Wie wichtig das gemeinsame Engagement der Bio-Städte ist, zeigte Gastredner Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald auf dem Vernetzungstreffen. Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln könne derzeit nicht durch regionale Ware abgedeckt werden, so der Vorstand der Schweisfurth Stiftung: „Kaum ein anderer Wirtschaftszweig kann solche Wachstumsraten verzeichnen.“ Damit Nachfrage und Angebot nicht weiter auseinanderdriften, müssen regionale Erzeuger und Vermarkter gefördert werden. Einige Bio-Städte sind deshalb bereits Kooperationen mit lokalen Initiativen, Imkern oder Höfen eingegangen − weitere Projekte sollen folgen.

Hoher Bioanteil in Münchner Kitas
Das Beispiel München zeigt, welche Erfolge die Initiative der Bio-Städte bringt. In den städtischen Kitas liegt der Bio-Anteil bei der Verpflegung mittlerweile bei 50 Prozent, beim Fleisch sogar bei 90 Prozent. Das Vorurteil, Bio sei zu teuer, hat sich hier nicht bestätigt. Lediglich 34 Cent pro Hauptmahlzeit betrage der Unterschied, sagt Josef Schmid, 2. Bürgermeister von München. Er ist überzeugt, dass sich dieser Betrag lohnt: „Mehr Bio bedeutet mehr Lebensqualität!“ Deshalb sollen nicht nur die Kleinsten gesunde, ökologisch erzeugte Mahlzeiten serviert bekommen. Auch bei der Gästebewirtung und in den städtischen Kantinen wird in Zukunft noch stärker auf Bioprodukte gesetzt.

Bio-Pausenbrote in Augsburg
Wie die Bio-Städte gesunde Ernährung und Umweltbildung verknüpfen können, zeigt ein Projekt aus Augsburg. Im Rahmen der Aktion Bio-Pausenbrot bereiten Grundschulkinder ihre Pausenmahlzeit gemeinsam in der Klasse zu, waschen und schneiden Obst und Gemüse, bestreichen Brote und kochen Tee. Die Zutaten werden von lokalen Bio-Unternehmen gesponsert. Begleitend dazu besucht ein Experte der Arbeitsgemeinschaft Bio-Stadt Augsburg die Klassen und erklärt kindgerecht, wie Ernährung sich auf Gesundheit, Umwelt und das Klima auswirkt.

Weitere Informationen zu den Aktionen der einzelnen Bio-Städte finden Sie unter http://www.biostaedte.de/ Einige Städte haben im Netz auch eine ausführliche Darstellung ihrer Aktivitäten, etwa:
München
Bremen
Augsburg
Nürnberg
Freiburg
Darmstadt

Header-Foto: © Stadt Augsburg. V.l.n.r.: Michael Kolmer (Leiter des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt), Dr. Ulrich Maly (Oberbürgermeister Stadt Nürnberg), Dr. Kurt Gribl (Oberbürgermeister Stadt Augsburg), Josef Schmid (2. Bürgermeister Stadt München), Gerda Stuchlik (Bürgermeisterin Stadt Freiburg).

Kritischer Agrarbericht 2016: Wachstum im Öko-Landbau

Der ökologische Landbau in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Seit Jahren wächst der Markt für Bio-Produkte, immer mehr Flächen werden ökologisch bewirtschaftet. 2014 wurden hierzulande über eine Million Hektar von mehr als 23.000 Öko-Betrieben nach ökologischen Richtlinien bestellt — das sind 6,3 Prozent der deutschen Agrarflächen.

Wachsen oder weichen – auch bei bio
Die Zahlen zeigen: Bio ist längst der Nische entwachsen. Nun geht es darum, das Wachstum zu gestalten, möchte man nicht dieselben Fehler wie in der konventionellen Landwirtschaft machen. Denn dort gilt nach wie vor: Wachsen oder weichen. Große Betriebe werden immer größer, getrieben vom Rationalisierungsdruck, gefangen im Korsett der Effizienz- und Produktionssteigerung. Kleine Betriebe können dem Druck oft nicht standhalten und müssen aufgeben. Auch bei Bio droht diese Entwicklung, wenn der Ökolandbau nicht ein tragfähiges Leitbild für seine zukünftige Entwicklung formuliert. Das mahnt Franz-Theo Gottwald in seinem Beitrag „Welches Wachstum passt zum Ökolandbau?“ im Kritischen Agrarbericht 2016.

Werte im Vordergrund
Dieses Leitbild solle den Wachstumsbegriff neu definieren. Statt quantitativem ist qualitatives Wachstum gefragt, das sich an den Werten des Ökolandbaus orientiert. Das Leitbild müsse gesellschaftliche Debatten und Forderungen aufgreifen, wie etwa bei Fragen zu Tierzucht, Tiergesundheit und Tierwohl, zum Klimawandel oder zum fairen Handel. Außerdem gelte es, für die Biobranche innovative technikgestützte Konzepte hinsichtlich der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Biolebensmitteln zu entdecken. Viele weitere Beiträge im Kritischen Agrarbericht stehen ebenfalls unter dem Schwerpunktthema Wachstum.

Abbild der agrarpolitischen Debatte
Der Kritische Agrarbericht wird seit 1993 alljährlich vom AgrarBündnis e.V. herausgegeben und von der Schweisfurth Stiftung gefördert. Der Bericht dokumentiert jeweils alle Themen der agrarpolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung. Der Kritische Agrarbericht 2016 wird am 14. Januar um 10 Uhr in einer Pressekonferenz auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorgestellt.

Ausgaben der Vorjahre können auf der Internetseite des Kritischen Agrarberichts als PDF heruntergeladen werden.

10 Argumente für Bio-Fleisch

Die Mehrzahl der deutschen Konsumenten wünscht sich laut Umfragen mehr Tierwohl für die in der Landwirtschaft gehaltenen Tiere. Viele wären sogar bereit, dafür mehr zu bezahlen. Doch die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache: Noch immer stammen über 90 Prozent der in Deutschland verzehrten Fleisch- und Wurstwaren aus nicht tiergerechten, industriellen Haltungssystemen. Der Anteil von Bio-Schweinefleisch liegt bei knapp einem Prozent. Auch die Marktanteile von Geflügel- und Rindfleisch aus ökologischer Herkunft fallen kaum ins Gewicht.
Dabei bietet Bio viele Vorteile – nicht nur für die Tiere, sondern auch für Mensch und die Umwelt.

10 Gründe, warum Bio-Fleisch besser ist, finden Sie in unserem Dossier zur Bio-Tierhaltung.

Auch außer Haus tiergerecht essen

Schweinebraten in der Kantine oder Bratwurstsemmel am Imbissstand:

11 Milliarden Mahlzeiten im Jahr essen die Deutschen außer Haus. Der Großteil davon sind immer noch Fleischgerichte. Jede dieser Mahlzeiten entscheidet darüber, wie Tiere in unserem Land leben. Jedes einzelne Mal geben wir Geld aus, das Tierleid fördert oder Tierwohl unterstützt. 
Wo können wir uns an den Tisch setzen und sicher sein, dass Tiere für unser Essen nicht leiden müssen? Dort, wo Köche bei der Zutatenauswahl mit Verantwortung für Tierwohl handeln. Wo Fleisch als besonderer Genuss gilt und nicht als Standardmahlzeit. Wo kreative vegetarische und vegane Alternativen auf dem Menü stehen. Dass eine solche Gastronomie möglich ist, zeigt sich in immer mehr Restaurants, aber auch in Kantinen und bei Caterern.  Auf dem 4. Praxisforum „Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“ wurden Kriterien für eine tierwohlorientierte Küche, Herausforderungen und Erfolgsmodelle vorgestellt.

Bericht vom Praxisforum als PDF Download

Das Fazit: Biologisches und tiergerechtes Essen aus Großküchen erfordert eine Umstellung für alle Beteiligten, aber die Idee lässt sich erfolgreich umsetzen.

 

Bio-Lebensmittel: Preis für innovative Forschung

Dynamisch und innovativ: Die ökologische Lebensmittelbranche leistet entscheidende Beiträge zur Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen in der Ernährungswirtschaft.

Welchen Mehrpreis akzeptieren Verbraucher für ökologisch einwandfreie Lebensmittel? Wie bio sind Lebensmittel, wenn sie rundherum in Plastik verpackt sind? Oder tausende Kilometer zwischen Acker und Teller liegen? Es gibt zahlreiche Forschungsfragen aus dem Bereich green logistics, zur nachhaltigen Ausgestaltung von Produktionsprozessen oder zu sozialen Perspektiven, die ebenso drängend wie spannend sind.

forschungspreis-bio-lebensmittel-preisUm der Branche neue Impulse zu geben, sich fortwährend weiterzuentwickeln und dabei die eigenen Werte nicht aus den Augen zu verlieren, wurde der Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft ins Leben gerufen.

Preis für innovative Forschung

Junge Forscherinnen und Forscher können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Der Wettbewerb prämiert die besten Forschungsarbeiten (Bachelor, Master und Dissertation) rund um Lösungen zu ökologischen Themen und Nachhaltigkeitsfragen. Er findet jährlich statt. Die Schweisfurth Stiftung gehört neben der Lebensbaum-Stiftung, der AÖL und der Biofach zu den Trägern des Preises.

Der Preis 2017 wurde im Februar auf der Biofach verliehen. Die Pressemitteilung können Sie hier lesen.  Bisherige Preisträger und die Bewerbungsmodalitäten finden Sie unter forschungspreis-bio-lebensmittel.de

Headerfoto: Die Preisträgerinnen 2016 (v.l.n.r.) Janna Möllers, Svenja Herzog und Maria Jaeger; © FoBiLe, Biofach

 

Kurz-gut

Projektname: Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft
Startschuss: 2013
Status:
läuft
Wirkungskreis:
regional
Zielgruppe:
Studenten, Universitäten, Unternehmen der Bio-Lebensmittelwirtschaft
Maßnahme:
Trägerschaft
Leitung / Ansprechpartner/in: Annette Weber oder Dr. Alexander Beck, Büro Lebensmittelkunde & Qualität
Mehr unter: forschungspreis-bio-lebensmittel.de