(c): UN Weidenlandschaft, Hirtentum, UN Jahr

Internationales UN-Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums

Weidelandschaften sind mehr als idyllische Postkartenmotive. Sie sind Hotspots der Biodiversität, prägen unsere Kulturlandschaften und sichern regionale Wertschöpfung. Dass die Vereinten Nationen 2026 zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums ausgerufen haben, unterstreicht ihre globale Bedeutung.

Im Rahmen des Internationalen UN-Jahres hat sich das „Bündnis für Weidelandschaften und Hirtentum“ gegründet. Die Schweisfurth Stiftung engagiert sich innerhalb dieses Bündnisses gemeinsam mit Akteur:innen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aktiv für den Erhalt von Weidelandschaften.

Was will das UN-Jahr erreichen?

Das Internationale UN-Jahr 2026 schafft es, den Blick auf Weidelandschaften samt ihren Tieren und Menschen zu lenken. Wir wollen dabei die Leistungen von Weidelandschaften für Biodiversität, Klima, Tierwohl und Ernährungssicherung sichtbarer machen, politische Entscheidungsträger:innen sensibilisieren und nachhaltige Weidesysteme zusammen mit Bäuerinnen und Bauern stärken.

Was leistet das Bündnis?

Das Bündnis bietet spannende Veranstaltungen, Austauschformate und Vernetzungsmöglichkeiten für alle, die sich für Beweidung, Hirtentum und nachhaltige Landnutzung engagieren oder interessieren.

Ein Blick auf die Bündnis-Webseite lohnt sich.

Was tun wir im Sinne des UN-Jahrs?

Wir beschäftigen uns mit den Potenzialen und Leistungen der Grünlandökosysteme und Beweidung. Nachhaltige Beweidung beginnt für uns mit einer weideorientierten Zucht oder beispielsweise mit kuhgebundener Kälberaufzucht, bei der die Kälber länger bei ihren Müttern bleiben können.

Darüber hinaus bauen wir mit einer neuen Webseite im Laufe des Jahres eine Wissensplattform auf, die Know-how zum Thema nachhaltige Beweidung bündelt, wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich macht und Akteur:innen aus Landwirtschaft, Praxis und Forschung Wissen einfach und verständlich zur Verfügung stellt.

Mehr Infos zum UN Themenjahr finden Sie hier.

Seitzenhof-Ressle

„Wir, die Familie Reßle, bewirtschaften unseren Hof im idyllischen Schongau bereits in der 5. Generation und seit 3 Jahrzehnten nach Bioland-Richtlinien. Für uns ist das viel mehr als nur eine Zertifizierung – es ist eine Lebenseinstellung.

Auf unserem Heumilchbetrieb leben 18 Milchkühe, 10 Mutterkühe zur Kälberaufzucht, 20 Mutterschafe plus deren Lämmer, 13 süddeutsche Kaltblüter, 4 Ponys, 30 Hühner, 2 Schweine und 4 Katzen.

Genauso vielfältig wie unsere Tierarten am Hof, ist auch das Angebot an unseren Produkten.  Wir bieten unseren Kunden frische Heumilch, Eier, Fleisch- und Wurstwaren, diverse Milchprodukte, Dinkel und Roggen, saisonales Obst und Lammfelle zum Kauf an. Wir glauben an Vielfalt statt Massenproduktion und an Qualität statt Quantität.

Des Weiteren beteiligen wir uns seit 2024 am Programm „Erlebnis Bauernhof“ und ermöglichen damit Schulklassen einen Einblick in einen kleinbäuerliche, aber doch sehr umfangreiche biologisch geführte Landwirtschaft.

Auch die Pferdezucht und das Angebot von Kutsch- und Schlittenfahrten bilden einen wesentlichen Bestandteil unseres Betriebes.

Der Seitzenhof verfügt zudem über Ferienwohnungen, die Erholungssuchende einen idealen Rückzugsort im malerischen Pfaffenwinkel bieten“.

Weitere Infos auf der homepage http://www.seitzenhof-ressle.de

 

 

Gemeinschaftsspende – zusammen eine Patenschaft übernehmen

Ein Patenkalb benötigt 250 Euro, aber auch kleinere oder größere Beträge helfen!

Kleinere Spenden werden von uns gesammelt und sobald 250 Euro eingegangen sind, organisieren und übernehmen wir die Patenschaft für ein Kalb. Andersherum können hier auch größere Beträge gespendet werden, von denen wir Patenschaften für weitere Kälber stellvertretend für Sie übernehmen.

Von den 250 Euro gehen 225 Euro an die Landwirt:innen um die erhöhten Kosten für Fütterung, Stall und Betreuung zu finanzieren. 25 Euro verwenden wir für die Organisation des Programms Kälberpatenschaft.


Vallentin

Ich heiße Vallentin was auf römisch so viel bedeutet wie „gesund sein“ oder „sich wohl befinden“. Ich habe 6 Tage nach dem Valentinstag also am 20.02.2026 das Licht der Welt hier auf dem Seitzenhof erblickt.

Vallentin kommt vom Seitzenhof-Ressle.

Mehr Infos zum Seitzenhof-Ressle hier.



Afra

Ich bin Afra. Mein Name kommt aus dem lateinischem und aus dem arabischen wo mein Name so viel bedeutet wie „weißlich-rot“ oder „staubfarben“. Ich habe 18.02.2026 das Licht der Welt hier auf dem Seitzenhof erblickt.

Afra kommt vom Seitzenhof-Ressle.

Mehr Infos zum Seitzenhof-Ressle hier.



Brillant

Ich höre auf den Namen Brillant was glänzend oder strahlend bedeutet. Ich bin am 17.02.2026 auf dem Seitzenhof geboren und freue mich jeden Tag auf frische Milch von Mami.

Brillant kommt vom Seitzenhof-Ressle.

Mehr Infos zum Seitzenhof-Ressle hier.


Silver

Im Sauseschritt laufe ich am liebsten im Stall dann mit, wenn die Boxentüre mal wieder länger offen steht. Bin ein richtig typisches Fleckviecherl, im Gegensatz zu Mum. Die ist so schön silbrig.

Silver kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.


Schelle

Spannend machte es meine Mutter bei der Geburt. Geht’s jetzt los oder nicht? Dann auf der Welt. Ich bin sehr ruhig. So wie meine Mutter. Gemütlich. Genüßlich.

Schelle kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.



Blümchen

Blümchen ist das zweite Kalb von Brigitte. Ihre beste Freundin ist das Kälbchen Alfa, mit der sie im Kälberstall ist.

Blümchen kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.


Schelm

Ich bin ganz was Besonderes! Ich sehe auf einem Auge fast nichts. Das zweite ist wohl in Ordnung. Am Anfang hatte ich meine Probleme mit der Milchaufnahme. Mir wurden die ersten Tage intensiv geholfen, dass ich bei da Muttl sauffen lernte. Jetzt ist alles wunderbar. Ich finde die Zitzen meiner Mutter und gedeihe prächtig.

Schelm kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.



Alfa

Alfa ist das siebte Kalb von Alina. Sie ist ein kräftiges Kuhkalb. Ihre Mama Alina kümmert sich liebevoll um sie und versorgt als Tante auch das Kalb Blümchen mit Milch.

Alfa kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.



Flora

Flora ist das erste Kalb von Florinda. Sie ist ein feines Kälbchen mit hellem Fell und ganz süßen Rehaugen.

Flora kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.


Alois

Alois ist das dritte Kalb von Amerika. Er ist ein großes, quirliges Stierle mit dunkelrotem Fell.

Alois kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.


Nicht vermittelt: Trudl

Zierlich manierlich, feinster Körperbau und schau: Eine Sonnenbrille wär fast was Gut(es), das Leben ist sonnig und wonnig und ich bin frohen Mut(es).

Trudl kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.

Die Leistung und das Potenzial von Grünland und nachhaltiger Beweidung

Beweidetes Grünland speichert Kohlenstoff, fördert die Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit und ist der natürliche Lebens- und Ernährungsraum von Rindern. Doch dieser wertvolle Naturraum ist bedroht – durch Umbruch, Intensivnutzung und das Verschwinden der Rinder von der Weide – hinein in den Stall.

Fatale Verluste

Grünland macht 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen weltweit aus.  Es ist ein bedeutender Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Grünland ist jedoch unter anderem durch Landnutzungswandel akut bedroht. Auch in Deutschland wurden seit den 1960er Jahren viele Grünlandflächen umgebrochen, sodass sein Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche nur noch unter 30 Prozent liegt. Das verbliebene Grünland wird zunehmend intensiv bewirtschaftet und verliert dadurch viele seiner wichtigen Funktionen. Und die auf Höchstleistungen gezüchteten Rinder verschwanden innerhalb der letzten Jahrzehnte fast überall von der Weide in die Ställe – mit fatalen Folgen für Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Klimaschutz und Tierwohl.

Die Zusammenhänge zwischen Grünland, Beweidung, Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und Nutzungsformen sind komplex. Für Landwirt:innen mit Tierhaltung, landwirtschaftliche Berater:innen und Entscheidungsträger:innen aus Politik und Verwaltung fehlt es an leicht zugänglichem Wissen, um die Potenziale nachhaltiger Grünlandbeweidung besser in ihrer Praxis und ihren Entscheidungen zu berücksichtigen.

Im Rahmen des Projekts kooperieren wir mit der Bodenallianz Pfaffenhofen. Gemeinsam werden praxisnahe Ansätze für eine nachhaltige Beweidung entwickelt. Im ersten Schritt werden Pilotbetriebe – aktuell zwei ökologische und ein konventioneller Milchviehbetrieb – bei der Weiterentwicklung eines nachhaltigeren Beweidungsmanagements begleitet. Auf den Erkenntnissen des Projekts zu nachhaltigen Beweidungspraktiken soll später in anderen Regionen aufgebaut werden.

Projektziel & Maßnahmen

Als Schweisfurth Stiftung möchten wir naturnahe Beweidung fördern, indem wir:

  • die multifunktionalen Leistungen und Potenziale von Grünland und Weidetieren für unterschiedliche Zielgruppen leicht verständlich aufbereiten und über eine Webseite zugänglich machen,
  • gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis das komplexe Thema fundiert und multiperspektivisch aufbereiten,
  • die Relevanz der nachhaltigen Beweidung von Grünland mit Rindern für Klimaschutz, Agrobiodiversität, Tierwohl und Bodenbildung über Öffentlichkeitsarbeit auf die Agenda setzen – durch gezielte Angebote wie Praxisdialoge, Symposien und Hofbesichtigungen.
  • landwirtschaftliche Betriebe praxisnah bei der Identifikation und der Umsetzung von Maßnahmen begleiten, die deren Beweidung nachhaltiger machen,
  • Erkenntnisse aus dem Projekt anderen Betrieben und Regionen zur Verfügung stellen,
  • für mehr nachhaltige Beweidung in der Breite der Praxis sorgen.

Hintergrund – Rinder auf Weiden als Zukunftsressource

Eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen besteht aktuell darin, unser Ernährungssystem so zu gestalten, dass es sich im Rahmen der planetaren Grenzen bewegt. Beweidetes Grünland spielt dabei eine herausragende Rolle. Denn Rinder und Grasland haben sich über Millionen Jahre hinweg in einer engen Koevolution entwickelt. Grasflächen bieten Rindern Futter, während die Tiere durch ihren Verbiss, Dung und Tritt die Artenvielfalt und Gesundheit des Grünlands fördern. Weidetiere sind damit ein Schlüsselfaktor zur Begrenzung des anhaltenden massiven Biodiversitätsverlusts und der Stabilisierung von Ökosystemen. Rinder können für Menschen nicht verdauliches Gras in Fleisch und Milch umwandeln und damit lokal zur Ernährungssouveränität beitragen. Gras speichert große Mengen an Kohlenstoff über seine Wurzeln unterirdisch im Boden. In den Böden unter Grasland befinden sich weltweit sogar etwa 50 Prozent mehr Kohlenstoff als unter Waldböden. Damit bekommt beweidetets Grünland eine wichtige Rolle im Klimaschutz.

 

Foto Header: Severin Schmölz

Vermittelt: Korbine

Korbine, die Mutter beim Melken eine Schlawine, mit der Zeit kommt Rat und in der Tat, hat sich unser Melkerteam gut eingespielt – das war ein holpriger Beginn. Das liebe Kalb hatte immer die besseren Karten als die Maschine.

Korbine kommt vom Herrnbauer.

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„Die Artenkrise braucht endlich mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit!“

Einmal im Jahr organisiert die Schweisfurth Stiftung einen Blühbotschafter:innen-Lehrgang. Dabei besuchen die Teilnehmenden unterschiedliche Projekte und Orte. Zu jedem Treffen sind ExpertInnen eingeladen, die grundlegendes Fachwissen zur Ökologie und den Ansprüchen der Insekten an ihren Lebensraum vermitteln und praktisch erlebbar machen.Die Themen sind z.B. Saatgut- und Pflanzenauswahl, Anlegen kommunaler Blühflächen, Möglichkeiten der Landwirtschaft sowie die Vorstellung verschiedener Netzwerke. Der rote Faden dabei ist die Frage: Was können wir tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern?

Am Ende der Ausbildung setzen die Teilnehmenden ein Projekt in ihrem Lebensumfeld unter Begleitung um. Nadia Sadeghian hat an unserem Blühbotschafter:innen-Lehrgang teilgenommen. Ihr Wissen setzt sie nun tatkräftig für mehr Artenschutz in ihrem oberbayerischen Heimatdorf Waakirchen ein:

Nadia, wie bist du auf den Lehrgang gestoßen?

Mein Vater, der aus dem Iran stammt, ist leidenschaftlicher Gärtner und auch ich interessiere mich schon mein Leben lang für Blumen. Die Bio-Gärtnerin unseres Dorfes machte mich darauf aufmerksam, wie wichtig Wildblumen für den Insektenschutz sind, und empfahl mir den Blühbotschafter:innenkurs – sie hatte selbst daran teilgenommen und war sehr begeistert.

Was hat dir am Kurs gefallen?

Der Lehrgang war für mich ein echtes Erweckungserlebnis. Ich habe erstmals die Artenkrise verstanden: Ohne Wildblumen keine Bestäuber, ohne Bestäuber keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Tiere – und schließlich keine Menschen. Zugleich habe ich gelernt, dass jede heimische Wildblume und jeder neue Lebensraum der Artenvielfalt helfen.

Was hat den Lehrgang für dich so wertvoll gemacht?

Vor allem die Kursleiterin Carmen Grimbs, die uns mit Begeisterung angeleitet und betreut hat. Auch die Referent:innen waren hochkarätig. Aus unserem Kurs ist ein starkes Netzwerk entstanden, in dem wir uns bis heute gegenseitig unterstützen. So hat zum Beispiel die Teilnehmerin Karin Haslbeck das Start-up Wilder Stadtgarten gegründet, das heimische Wildstauden aus regionalem Saatgut vermehrt und verkauft – eine ideale Ergänzung zu unserem eigenen Projekt.

Worum genau handelt es sich bei diesem Projekt?

Waakirchen blüht auf! ist ein neues Mitmachprojekt des Waakirchener Vereins Wos Guads vor Ort e.V. Es dient dem Schutz und der Förderung der Wildbienen in der Gemeinde und der Umgebung. In Privatgärten, auf Balkonen und Betriebshöfen entstehen kleine Trittsteinbiotope für Wildbienen und andere Insekten. Das Projekt bietet allen Teilnehmenden kostenfrei Informationen, Vorträge, gebietsheimisches Saatgut, Kies zum Abmagern der Beete und gemeinsame Pflanzaktionen. Wer Spaß an Naturbeobachtungen hat und die Artenvielfalt fördern möchte, findet hier ein starkes Netzwerk für gegenseitige Unterstützung und wertvollen Erfahrungsaustausch. Mehrere Projektpartner:innen, darunter auch Karin Haslbeck, und die Raiffeisenbank im Oberland als Schirmherrin unterstützen uns.

Was ist deine Vision?

Ich wünsche mir, dass daraus eine größere Bewegung in unserem Ort und in der Region entsteht. Die Artenkrise braucht endlich mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Meiner Meinung nach sollte diese bislang überwiegend ehrenamtliche Arbeit für den Schutz von Wildbienen und anderen Insekten zudem von Kommunen und staatlicher Seite deutlich stärker unterstützt werden – finanziell wie personell.

Nicht vermittelt: Taiga

Sehr zufrieden, kugelrund; mit der erfahrenen Altkuh als Mutter läuft alles mit den beiden wie am Schnürchen.

Taiga kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Tanja

Fein und lockig bin ich. Erkennbar als eine kleine Dame. Aber ich fühle mich wohl unter den ganzen Burschen hier im Stall.

Tanja kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Veilchen

Veilchen ist auch eine Erstgeburt. Die Mama Vicki ist sehr brav und gibt viel Milch. Davon bekommt Veilchen eine große Portion ab.

Veilchen kommt vom Hairerhof

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Nicht vermittelt: Scheck

Einfarbig braun ohne Flecken, kann ich mich unter meiner Muttl verstecken. Vielleicht brauche ich das gar nicht. Denn hier geht es mir richtig gut.

Scheck kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Harald

Harald ist ein Prachtkerl. Er ist Hedis erstes Kalb. Beide verstehen sich bestens. Er ist gemeinsam mit den anderen Kälbern im neu gebauten Kälberstall  auf viel Stroh. Sie haben viel Licht, frische Luft und können lustig durch die Gegend sausen. Außerdem fressen sie schon fleißig leckeres, hofeigenes Trocknungsheu.

Harald kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Berti

Bertis Mutter heißt Berta. Sie ist die größte im Stall. Berti wird bestimmt auch einmal so groß.

Berti kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Bruno

Bruno wurde Ende September geboren. Seine Mutter Bernadett ist die bravste Kuh auf dem Hairerhof. Bruno trinkt seine Milch jetzt aber bei seiner Tante, weil Bernadett eine verletzte Klaue hat, die muss erst heilen.

Bruno kommt vom Hairerhof

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Vermittelt: Afrikana

Wie nach Wunsch, verläuft alles in bester Ordnung. „Pumperl g’sund“ würden wir sagen und sehr, sehr zutraulich und angetan vom Muttertier bis zum Kleinen hier.

Afrikana kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Bolly

Bolly ist das erste Kalb von Bonny, sie ist auf der grünen Wiese geboren worden. Bonny kümmert sich rührend um sie.

Bolly kommt vom Hairerhof

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Nicht vermittelt: Zilvana

Ein bißchen scheu am Anfang, aber jetzt hat die Kleine unser Vertrauen gewonnen, Zweifel sind zerronnen.

Zilvana kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Zilvana (Mutter Zilvana)

Ein bißchen scheu am Anfang, aber jetzt hat die Kleine unser Vertrauen gewonnen, Zweifel sind zerronnen.

Zilvana kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Silber

Es ist nicht alles Gold, was glänzt! Schau mich an. Ich bin der Silber. Das Stierkalb der Lieblingskuh unserer Bäuerin. Das sind auf jeden Fall sehr, sehr gute Voraussetzungen.

Silber kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Anton

Hinter meiner großen Mama verstecke ich mich zwischen den Mahlzeiten sehr gerne. Da kann ich mich entspannen, die Ohren hängen lassen und brauche selbst nicht auf der Hut sein.

Anton kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Mistl

Das Glück kommt mit der Dankbarkeit. Ich bin ein Glückspilz und darf vorerst bei meiner Mutter bleiben. Wenn ich wachse und größer bin, besuche ich sie immer wieder und darf mich 2 mal täglich an Ihrem Euter laben.

Mistl kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Lolo

Lolo wurde Anfang Juni geboren. Er darf zusammen mit seiner Mutter Lola und seinem Freund Heiko schon auf die Weide!

Lolo kommt vom Hairerhof

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Nicht vermittelt: Zirkel

David und Goliath würde wohl besser zu uns passen. Meine Mutter ist weitaus die größte hier im ganzen Stall. Und ich der Kleinste. Momentan. Aber wartet mal ab, bis ich die Kunst des Milchsaufens erlernt habe, dann werde ich den riesen Schritten meiner Mutter folgen. Groß und gutmütig. Klein und gutmütig.

Zirkel kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Heiko (Mutter Heike)

Heiko ist das sechste Kalb von Heike, unserer ´Pressekuh´, sie ist auf vielen unserer Werbe- und Pressefotos zu sehen weil sie sich gern fotografieren lässt. Heiko bestimmt auch.

Heiko kommt vom Hairerhof

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Nicht vermittelt: Chili

Passend zum Foto: Küsschen liebste Mama Cilli, danke dass Du mir gibst die beste Milli!

Chili kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Afrika

So RIESIGE Hörner wie meine Mutter möchte ich auch mal gerne tragen. Ich fühle mich bestens beschützt von meiner stattlichen Mama!

Afrika kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.

Afrika

So RIESIGE Hörner wie meine Mutter möchte ich auch mal gerne tragen. Ich fühle mich bestens beschützt von meiner stattlichen Mama!

Afrika kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.


Nicht vermittelt: Linus

Stierkalb Linus ist schon als Prachtkerl auf die Welt gekommen. Es ist Mama Lillis drittes Kalb und sie kümmert sich hingebungsvoll um ihn!

Linus kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Walter

Walter ist eine Energiebündel. Er will beim Trinken immer der erste sein.

Walter kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Falbala

Falbala wird bestimmt auch so alt wie ihre Mutter Frau Holle, die bereits zwölf Jahre alt ist und schon 8 Kälber zur Welt gebracht hat.

Falbala kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

 

Nicht vermittelt: Heiko (Mutter Hedwig)

Heiko darf auch im neuen Kälberstall umhertollen.

Heiko kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Afra

Afra ist genau so rund und gemütlich wie Mami Alma, die dickste Kuh im Stall.

Afra kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Heidi

Heidi fetzt ganz wie ihre Mutter Hermine wie eine Rakete durch das tiefe Stroh

Heidi kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Rosa

Rosa freut sich, daß es am Hairerhof bleiben darf und mit Ronja, ihrer Mutter, gemeinsam lebt.

Rosa kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Nicht vermittelt: Eva

Ich bin den ganzen Tag bei meiner Mutter die sehr viel Milch hat, ich kann nicht alles trinken. Ich hüpfe vergnügt im Stall umher und bin ein richtiges Energiebündel. Meine Mutter Evi schaut mir geduldig zu.

Eva kommt vom Horthof.

Mehr Infos zum Horthof hier.

Werden Sie Blühbotschafter:in. Insekten retten UND die Welt verschönern? Geht.

Blühbotschafter:innen sind Menschen, die sich für eine blühende Landschaft und blütenbesuchende Insekten einsetzen. Das zentrale Ziel des Lehrgangs ist es, selbst Projekte zum Schutz der Insekten und der biologischen Vielfalt im persönlichen Umfeld anzustoßen, umzusetzen und langfristig zu begleiten. Dies kann beispielsweise in der Schule, im eigenen Garten, in der Kommune, in der Kirchengemeinde oder auf dem Firmengelände geschehen.

Ob ein Insektenbeet im Schulgarten, ein Brachestreifen auf dem Feld, die Umgestaltung des eigenen Gartens, die Schaffung von Nistmöglichkeiten für Wildbienen, der Verzicht auf Pestizide in der Kommune oder die Pflanzung von insekten- und vogelfreundlichen Hecken auf Kirchengrund – es gibt zahlreiche Beispiele für Aktionen, die ehrenamtliche Blühbotschafter:innen anstoßen können.

Der fünftägige Lehrgang vom 12. April bis 19. Juli 2025 beinhaltet ein praktisches Projekt und wird mit einem Zertifikat abgeschlossen. Der Blühbotschafter:innen-Lehrgang ist ein Kooperationsprojekt des ZUK und der Schweisfurth Stiftung.

Werden Sie Blühbotschafter:in und tragen dazu bei, dass eine Biodiversitäts-Wende stattfindet. Teilnehmen können alle Interessierten über 18 Jahre, die selbst aktiv werden wollen, um den Artenschwund zu stoppen.

Zur kostenpflichtigen Anmeldung geht’s hier. Kontakt: Zentrum für Umwelt und Kultur; Sekretariat Bildung 08857/88759, bildung@zuk-bb.de

Hier finden Sie das Programm mit den Themen, Terminen und weiteren Informationen.

Weitere Informationen zum Lehrgang finden Sie auf der Projektseite.

 

 

Vermittelt: Malo

Malo wächst ganz schnell weil er die gute Milch direkt am Euter bekommt.

Malo kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

 

Programm Kälberpatenschaft

Lasst das Kalb bei seiner Mutter: Jetzt Kälberpatenschaft übernehmen!

In Deutschland werden Kuh und Kalb in der Regel kurz nach der Geburt getrennt – auch in der Bio-Landwirtschaft. Ab einem Alter von vier Wochen werden dann die meisten männlichen Bio-Kälber verkauft und in konventionelle Mastbetriebe gebracht. Als Kälberpatin oder -pate ermöglichen Sie Kälbern und Kühen gemeinsame Zeit – und männlichen Kälbern ein Leben auf dem Biohof.

 Wieso männliche Kälber auf Bio-Höfen keine Zukunft haben

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einem Bauernhof. Ein Kalb wird geboren: Liebevoll leckt die Kuh es ab. Das eigene Kind ist das Wichtigste auf der Welt. Und für das Kalb ist die Mutter ein Teil von ihm.

Doch das landwirtschaftliche System in Deutschland verhindert eine natürliche Mutter-Kalb Beziehung – aus ökonomischen Gründen. Meistens werden beide direkt nach der Geburt getrennt. Auch in der Bio-Landwirtschaft. Und was viele nicht wissen: Da die Nachfrage nach Bio-Fleisch viel geringer ist als die nach Bio-Milchprodukten, benötigen die Bio-Höfe deutlich weniger männliche Kälber als weibliche. Deswegen haben männliche Kälber dort meist keine Zukunft und werden im Alter ab vier Wochen verkauft – und zwar in die konventionelle Mast. Das bedeutet oft lange Tiertransporte, systematische Behandlungen mit Antibiotika und ein Leben auf Spaltenböden ohne Auslauf ins Freie.

Mit einer Kälberpatenschaft geben Sie Kuh und Kalb gemeinsame Lebenszeit

Kälber aus unserem Patenschaftsprogramm bleiben mindestens drei Monate lang bei einem Muttertier. Außerdem werden männliche Kälber danach nicht in die konventionelle Mast abgegeben, sondern bleiben auf einem Bio-Hof. Auf unserer Seite Kälberpatenschaft können Sie alle Kälber sehen, die aktuell Patinnen und Paten brauchen. Suchen Sie sich Ihr Patenkalb aus und entscheiden Sie sich für Ihren Spendenbetrag. Für ein Kalb benötigen wir 250 Euro. Sobald der Betrag zusammengekommen ist, nehmen wir das Kalb in das Programm Kälberpatenschaft auf. Und so läuft die Patenschaft ab:

=> So werden Sie Pate oder Patin

  • Lernen Sie hier die Patenkälber kennen
  • Entscheiden Sie sich für Ihr Kalb
  • oder wählen Sie Ihren Spendenbetrag (auch weniger oder mehr als 250 Euro sind möglich)

=> Langfristig den Markt verändern

Hartnäckig hält sich die Erzählung, dass das Leid der Kälber und Mütter für die Wirtschaftlichkeit des Hofs unvermeidlich ist. Einige Betriebe beweisen schon jetzt das Gegenteil. Mit dem Programm Kälberpatenschaft wollen wir mit Ihrer Unterstützung Höfen die kuhgebundene Kälberaufzucht ermöglichen und damit der Politik Fördermöglichkeiten für mehr Tierwohl aufzeigen.

=> Ihre Patenschaft stärkt Bio-Höfe

Gerne lassen die Bio-Landwirt:innen, mit denen wir kooperieren, ihre Kälber länger als üblich bei der Mutter aufwachsen. Das ist gut für die Tiere und macht so auch den Landwirt:innen mehr Freude bei der Arbeit. Um das finanziell zu ermöglichen, unterstützen wir sie mit dem Programm Kälberpatenschaft. So fördern wir eine Landwirtschaft, die die Bedürfnisse von Mensch und Tier wahrnimmt und respektiert.

Kälber-Patenschaftsprogramm – wird umgeleitet

Lasst das Kalb bei seiner Mutter: Jetzt Kälberpatenschaft übernehmen!

In Deutschland werden Kuh und Kalb in der Regel kurz nach der Geburt getrennt – auch in der Bio-Landwirtschaft. Ab einem Alter von vier Wochen werden dann die meisten männlichen Bio-Kälber verkauft und in konventionelle Mastbetriebe gebracht. Als Kälberpatin oder -pate ermöglichen Sie Kälbern und Kühen gemeinsame Zeit – und männlichen Kälbern ein Leben auf dem Biohof.

 Wieso männliche Kälber auf Bio-Höfen keine Zukunft haben

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einem Bauernhof. Ein Kalb wird geboren: Liebevoll leckt die Kuh es ab. Das eigene Kind ist das Wichtigste auf der Welt. Und für das Kalb ist die Mutter ein Teil von ihm.

Doch das landwirtschaftliche System in Deutschland verhindert eine natürliche Mutter-Kalb Beziehung – aus ökonomischen Gründen. Meistens werden beide direkt nach der Geburt getrennt. Auch in der Bio-Landwirtschaft. Und was viele nicht wissen: Da die Nachfrage nach Bio-Fleisch viel geringer ist als die nach Bio-Milchprodukten, benötigen die Bio-Höfe deutlich weniger männliche Kälber als weibliche. Deswegen haben männliche Kälber dort meist keine Zukunft und werden im Alter ab vier Wochen verkauft – und zwar in die konventionelle Mast. Das bedeutet oft lange Tiertransporte, systematische Behandlungen mit Antibiotika und ein Leben auf Spaltenböden ohne Auslauf ins Freie.

Mit einer Kälberpatenschaft geben Sie Kuh und Kalb gemeinsame Lebenszeit

Kälber aus unserem Patenschaftsprogramm bleiben mindestens drei Monate lang bei einem Muttertier. Außerdem werden männliche Kälber danach nicht in die konventionelle Mast abgegeben, sondern bleiben auf einem Biohof. Auf unserer Kälberpatenplattform können Sie alle Kälber sehen, die aktuell Patinnen und Paten brauchen. Suchen Sie sich Ihr Patenkalb aus und entscheiden Sie sich für Ihren Spendenbetrag. Für ein Kalb benötigen wir 250 Euro. Sobald der Betrag zusammengekommen ist, nehmen wir das Kalb in das Patenprogramm auf. Und so läuft die Patenschaft ab:

Grafik Flyer SfS

=> So werden Sie Pate oder Patin

  • Lernen Sie hier die Patenkälber kennen
  • Entscheiden Sie sich für Ihr Kalb
  • oder wählen Sie Ihren Spendenbetrag (auch weniger als 250 Euro sind möglich)

=> Langfristig den Markt verändern

Hartnäckig hält sich die Erzählung, dass das Leid der Kälber und Mütter für die Wirtschaftlichkeit des Hofs unvermeidlich ist. Einige Betriebe beweisen schon jetzt das Gegenteil. Mit dem Programm Kälberpaten wollen wir mit Ihrer Unterstützung Höfen die kuhgebundene Kälberaufzucht ermöglichen und damit der Politik Fördermöglichkeiten für mehr Tierwohl aufzeigen.

=> Ihre Patenschaft stärkt Bio-Höfe

Gerne lassen die Bio-Landwirt:innen, mit denen wir kooperieren, ihre Kälber länger als üblich bei der Mutter aufwachsen. Das ist gut für die Tiere und macht so auch den Landwirt:innen mehr Freude bei der Arbeit. Um das finanziell zu ermöglichen, unterstützen wir sie mit dem Kälber-Patenschaftsprogramm. So fördern wir eine Landwirtschaft, die die Bedürfnisse von Mensch und Tier wahrnimmt und respektiert

Vermittelt: Frodo

Frodo ist von Finchen der Brave. Er springt im neuen Kälberstall umher.

Frodo kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Filu

Filu kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Lenny

Ein Farbenspiel der Natur. Ich bin braun-weiß, meine Mutter ist schwarz-weiß. Die Gene meines Vaters waren – von außen betrachtet – wohl stärker. Bin ich froh, dass ich einfach gesund bin. Egal, welche Farbe mein Fellkleid hat.

Lenny kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.

Nicht vermittelt: Juna

Ich wachse gut und trinken die gute Milch meiner lieben Mutter Julia, habe sehr gut zugenommen und springe lustig im Stall um die Wette. Meistens ist meine Schwester Jana schneller.

Juna kommt vom Horthof.

Mehr Infos zum Horthof hier.

Nicht vermittelt: Jana

Ich trinke die gute Milch meiner lieben Mutter Julia, habe sehr gut zugenommen und springe lustig im Stall um die Wette. Meistens bin ich die Schnellste.

Jana kommt vom Horthof.

Mehr Infos zum Horthof hier.

Nicht vermittelt: Mona

Erstgeborenes Kalb unserer jungen Mutter Mona. Zusammen meistern Sie ihr Leben. Superschön anzuschauen, wie die Natur die Urinstinkte pflegt und hegt.

Mona kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.

Horthof

Horthof

Der Horthof wird von der Familie Sappl seit 1979 als Biolandbetrieb mit Michkühen und Nachzucht bewirtschaftet. Die Bäuerin Inge Sappl kümmert sich nicht nur um die Kühe und Kälber, sondern engagiert sich seit 2005 auch als Kräuterpädagogin und ganzheitliche Ernährungsberaterin.

 

Foto: (c) Horthof

Herrnbauer

Herrnbauernhof

Der Herrnbauernhof ist seit 1567 bzw. gut 15 Generationen im Familienbesitz. Mit einer entschleunigten Wirtschaftsweise, die man vielleicht als „langsam“ bezeichnen könnte, lässt es sich auf dem Hof für die Familie Bichlmair mit 4 Kindern sehr gut leben. Sie ernten durch Hingabe in ihre täglichen Arbeiten einen reichen Schatz an innerer Zufriedenheit und Sicherheit.
Familie Bichlmair kümmert sich um rund 21 Milchkühe. Diese sind Tag und Nacht auf der Weide und gehen nur für die Melkzeit in den Stall zum Arbeiten (außer in den Wintermonaten). Die Kälber werden mindestens 3 Monate Mutter- oder Ammengebunden aufgezogen.
Der Herrnbauernhof ist ein reiner Grünlandbetrieb und wird seit 2015 biologisch bewirtschaftet. Auf den Flächen haben viele Wildkräuter ihr zu Hause wiedergefunden, welche von der Familie zum Verfeinern von Öl und Salz verwendet werden. Daraus entsteht zum Beispiel das hauseigene Kräutersalz, welches neben einigen weiteren Erzeugnissen im eigenen Hofladen zum Verkauf angeboten wird.

(c) Herrnbauernhof

Hairerhof

Der Hairerhof ist ein Demeter-Betrieb im Landkreis Miesbach.

Marina und Albert Stürzer halten dort 35 Milchkühe. Es wird Heumilch für die Bio-Heumilchbauern aus Bayern produziert.

Sie haben zwar keinen Hofladen, aber bieten Hofführungen und Mitmachangebote für Schulklassen, Kindergartenkinder, Familien und Erwachsene gleichermaßen. Außerdem viermal im Jahr Verkaufsaktionen für gutes Bio-Rindfleisch.

Mehr Infos auf der Homepage: www.hairerhof.de

 

Foto: (c) Daniel Delang/ Öko-Modellregion Miesbacher Oberland

Vermittelt: Scheck

Willensstark! Eigenwillig? Eigensinnig? Mit der Zeit ist Scheck zutraulich geworden. Viele Streicheleinheiten, tiefe, ruhige Worte braucht er auf dieser Welt. Dann bekommt er das.

Scheck kommt vom Herrnbauer.

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Nicht vermittelt: Zilvana

Klitzeklein und wunderbar fein; Die täglichen Gänge zur Mahlzeit an der Kuh ein Vergnügen. Große Lebensgeister erwachen zu dieser Zeit. Endlich ist es soweit.

Zilvana kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Afro

Aufrecht und stramm; hübsch schokoladenhellbraun, will sie sich die neuen Dinge anschauen. Schon mehrmals unentdeckt, fetzte sie durch unsern ganzen Stall. War überall!

Afro kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Josi

Josi ist am 4. Februar als zweites von Zwillingen zur Welt gekommen. Sie freut sich, daß ihre Mutter Jana sie liebevoll ableckt und damit ihr Fell massiert.

Josi kommt vom Horthof.

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Vermittelt: Jenni

Jenni ist am 4. Februar kurz vor ihrer Schwester als Zwilling auf die Welt gekommen und wechselt sich halbstündlich beim Trinken mit ihrer Zwillingsschwester ab. Ihre Mutter heißt Jana.

Jenni kommt vom Horthof.

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Vermittelt: Uschi

Uschi ist ein sehr schönes kräftiges Kalb und liegt ganz brav neben der Mutter und trink genüsslich.

Uschi kommt vom Horthof.

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Vermittelt: Schelm

Schelm sitzt ihr nicht nur im Nacken, sondern so heißt sie auch!
Winzig klein und frech. Die große Mutter ist manchmal überrascht, wo sie schon wieder am Weg ist und die Welt entdeckt.

Schelm kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Lilli

Lilli ist am 3. Februar als das erste Kalb der Kuh Lisa zur Welt gekommen. Sie bückst immer aus und möchte als Erste trinken.

Lilli kommt vom Horthof.

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Vermittelt: Zirbl

Das Kalb Zirbl ist wie ein Wirbl(sturm). Nach den Mahlzeiten fetzt es gerne wild im Kreis, bis es satt und müde seinen Schlaf antritt. Ganz leise hört man es wachsen. Sie ist am 27.01.2025 geboren.

Zirbl kommt vom Herrnbauer.

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Vermittelt: Filu

Filu ist ein kleiner Pirat. Er ist am 23.01.2025. Seine Mutter heißt Frau Kapitän, weil sie auf der linken Seite ein Horn hat, das wie eine Kapitänsmütze anliegt. Filu ist ihr zweites Kalb.

Filu kommt vom Hairerhof

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Vermittelt: Carlo

Carlo hat goldbraunes Fell und ist am 07.01.2025 auf dem Hairerhof geboren. Seine Mutter Caroline hat sehr schöne Hörner. Carlo ist ihr erstes Kalb.

Carlo kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

 

Dr. Anita Idel erhält EuroNatur-Preis für Verdienste um artgerechte und naturnahe Landwirtschaft

Der deutschen Tierärztin, Agrarexpertin, Mediatorin und Autorin Dr. Anita Idel ist Anfang Oktober für ihr großes Engagement für die artgerechte Landwirtschaft der EuroNatur-Preis verliehen worden. Die Schweisfurth Stiftung gratuliert Anita Idel herzlich zu ihrer Auszeichnung

Bekannt geworden ist Anita Idel über ihr jahrzehntelanges Engagement gegen die Agro-Gentechnik hinaus durch ihr mehrfach ausgezeichnetes Buch „Die Kuh ist kein Klima-Killer“ (10. Auflage 2024), das in der Reihe „Agrarkultur im 21. Jahrhundert“ der Schweisfurth Stiftung erschienen ist. Laudator Prof. Hubert Weiger ist überzeugt: Anita Idel „hat mit ihrem Buch und ihrer Vortragstätigkeit entscheidend dazu beigetragen, dass die klimabezogenen Kampagnen gegen die Weidetierhaltung insgesamt Zug um Zug als durchsichtige Versuche der Ablenkung von den eigentlichen Verursachern der Klimakrise erkannt wurden und dass die Grünlandlebensräume auch vom Naturschutz heute anders beurteilt werden als noch vor wenigen Jahrzehnten.“

„Mit der Auszeichnung möchten wir Anita Idels bemerkenswerten Einsatz für den Schutz der gesamten Mitwelt einschließlich der Böden würdigen“, begründete EuroNatur-Präsident Thomas Potthast die Wahl der diesjährigen EuroNatur-Preisträgerin. „Dr. Idel hat sich seit Jahren in vorbildlicher Weise und mit einem ungewöhnlich hohen persönlichen Einsatz für eine tierwohlgerechte und naturverträgliche Landwirtschaft eingesetzt“, so Potthast weiter.

Die Stiftung EuroNatur hat zum Ziel, Europas wilde Tiere zu schützen, ihre Lebensräume zu bewahren und den Menschen vor Ort eine naturverträgliche wirtschaftliche Perspektive zu bieten. Mit dem EuroNatur-Preis werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt.

Die Schweisfurth Stiftung hat Dr. Anita Idel 1993 mit dem Schweisfurth-Forschungspreis ausgezeichnet und fördert ihre vielfältige Arbeit seit Jahren. Wir danken Anita für ihre Leistung und gratulieren herzlich zum EuroNatur-Preis.

Hintergrundinformationen

EuroNatur-Preis: Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Ausgezeichnet wurden bislang u.a. der Autor Jonathan Franzen, die „mutigen Frauen von Kruščica“ und die Gemeinde Mals in Südtirol. Der EuroNatur-Preis 2024 wurde am Donnerstag, 10. Oktober 2024 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau verliehen.

EuroNatur – Anwalt für eine bessere Naturschutzpolitik: Die Arbeit von EuroNatur ist seit Gründung der Stiftung europäisch ausgerichtet. Um unsere Flüsse und Wälder, Wildtiere und Vögel in Europa zu schützen, ermutigen wir die Entscheidungsträger in Brüssel, durch politische Maßnahmen aktiv zu werden. Auch deshalb haben wir uns 2021 dafür entschieden, eine Dependance in Belgiens Hauptstadt zu eröffnen.

Foto: v.l.n.r. Dr. Anita Idel, umrahmt von EuroNatur-Präsident Prof. Dr. Thomas Potthast und Vizepräsidentin Dr. Anna-Katharina Wöbse

Copyright: Gerald Jarausch

 

Vermittelt: Alfonso

Alfonso hat helles Fell und einen schönen Kopf. Er ist am 15.12.2024 auf dem Hairerhof geboren. Seine Mutter heißt Alina und hat schon 5 Kälber geboren.

Alfonso kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Bobby

Bobby ist am 13.12.2024 auf dem Hairerhof geboren. Die Mutter heißt Brigitte und eine junge freche Kuh mit schönen Hörnern. Es ist ihr erstes Kalb!

Bobby kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Hannelore

Das Kalb Hannelore wurde am 12.12.2024 geboren. Die Mutter heißt Hanni und ist eine gute, zuverlässige Milchkuh. Sie hat schon 4 Kälber geboren.

Hannelore kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Charly

Charly ist am 03.12.2024 auf dem Hairerhof geboren. Seine Mutter heißt Frauke und ist eine junge Ammenkuh. Sie säugt momentan zwei Kälber. Eines davon ist ihr erstes Kalb.

Charly kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Antonio

Das Kalb Antonio ist am 02.12.2024 geboren. Die Mutter heißt Aronia und wegen ihrer Schönheit ist sie ein gefragtes Fotomodell. Sie hat schon 7 Kälber geboren.

Antonio kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.


Vermittelt: Fridoline

Das Kalb Fridoline ist am 29.10.2024 auf dem Hairerhof geboren und bleibt da auch. Die Mutter heißt Franzi und ist eine freche Milchkuh. Sie hat schon 5 Kälber geboren.

Fridoline kommt vom Hairerhof

Mehr Infos zum Hairerhof hier.

Vermittelt: Kleine Dorthe

Das Kalb kleine Dorthe hat die gleiche braune Träne, wie Ihre Mutter. Sie liebt es, NUR auf der rechten Seite das Euter leer zu saufen. Eigensinnig. Eigenwillig.

Kleine Dorthe kommt vom Herrnbauer.

Mehr Infos zum Herrnbauer hier.

Landwirte helfen Landwirten

Schweisfurth Stiftung startet Mentor:innenprogramm für die kuhgebundene Kälberhaltung

Kälber sind die einzigen Säugetiere in der Nutztierhaltung, die in der Regel nur sehr kurz oder gar nicht an der Mutter saugen dürfen. Stattdessen werden die Kälber isoliert in Kälber-Iglus aufgezogen. Eine kuhgebundenen Kälberaufzucht hingegen führt zu einer gesunden Entwicklung der Kälber, reduziert Routinearbeiten und die Versorgung von kranken Kälbern und erhöht die Freude bei der Arbeit mit den Tieren. Kein Wunder also, dass immer mehr Milchbauern Interesse daran zeigen, die kuhgebundene Kälberaufzucht als Alternative zur herkömmlichen Aufzucht auszuprobieren.

Unsicherheit bei Landwirt:innen

Die Umstellung von Milchviehbetrieben auf die kuhgebundene Kälberaufzucht bringt jedoch viele Herausforderungen mit sich. Die Fragen von umstellungswilligen Betrieben sind vielfältig: Wie können die Stallgebäude der neuen Aufzuchtart angepasst werden? Wie werden die Kälber möglichst stressfreies abgesetzt und von ihren Müttern getrennt? Wie ist damit umzugehen, dass die Kühe Milch für ihre Kälber zurückhalten? Pionierbetriebe haben für viele dieser Herausforderungen bereits eigene Lösungen entwickelt. Dieses Erfahrungswissen können sie an die umstellungswilligen Betriebe weitergeben.

Betriebsbesuche und Beratungsgespräche

Um die kuhgebundene Aufzucht zum Wohl von Tieren und Landwirt:innen zu verbreiten, hat die Schweisfurth Stiftung nun ein Mentor:innen-Programm für Neueinsteiger ins Leben gerufen. Erfahrene Praktiker unterstützen ihre Berufskolleg:innen durch gegenseitige Betriebsbesuche und Beratungsgespräche von der Planung bis zur Umsetzung der kuhgebundenen Kälberhaltung. Die Stiftung vermittelt die Landwirt:innen, sie bildet die Mentor:innen weiter aus und ermöglicht ihnen Dank Spenden eine finanzielle Entschädigung. Dabei kooperiert sie mit der Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht e.V., die das Programm nach einer Aufbauphase eigenständig weiterführen wird.

Der praktische Austausch zwischen den Betrieben beginnt im Februar 2024. Bereits zehn Mentor:innen und sechs Betriebe, die Unterstützung suchen, haben sich bei der Schweisfurth Stiftung angemeldet. Die Anmeldephase für das Projekt läuft noch. Das heißt: Jetzt noch schnell anmelden, so dass wir im neuen Jahr mit runden zehn „Matchings“ starten können.

Ein aktueller Artikel zum Thema mit dem Titel Milch und Fleisch zusammen denken vor Saro Ratter (Projektmanager, Schweisfurth Stiftung) und Niels Kohlschütter (Vorstand, Schweisfurth Stiftung) ist in der ersten Ausgabe der Ökologie & Landbau 01/2024 zu lesen.

Tierschutz-Kochmütze sucht Pioniere – bewerben und nominieren bis 28. April 2023

Ausschreibung  „Tierschutz auf dem Teller“® 2023

Wir lassen den Tierschutz nicht unter den Tisch fallen. Ob im Restaurant, in Bildungseinrichtungen, Kantinen oder anderen Küchen – Tierschutz gehört auch hier auf den Teller. Darum vergibt die Schweisfurth Stiftung mit seinem Projekt Tierschutz auf dem Teller® jedes Jahr die Tierschutz-Kochmütze an Köchinnen oder Köche, die neben dem leiblichen Wohl der Gäste auch das Wohlergehen der Tiere großschreiben.

Vom Schnitzel auf dem Teller über den Milchschaum des Cappuccinos bis hin zu Wurst, Käse und Ei –Zuhause entscheidet jeder selbst, was auf den Teller kommt. In einer wieder zunehmend mobilen Gesellschaft sind wir auch wieder mehr auf die Außer-Haus-Verpflegung angewiesen. Nach einer Zeit des vermehrten Kochens zu Hause stellen sich immer mehr Menschen die Fragen: „Was esse ich da gerade? Woher kommen die Zutaten auf meinem Teller?“

Bei tierischen Produkten ist die artgerechte Haltung wichtig. Zum Beispiel, dass das Schwein Stroh zum Wühlen hat und das Huhn Sand für ein Bad.

Wir wissen: Profi-Köchinnen und Profi-Köche können viel mehr, als nur Speisen zubereiten. Denn Kochen ist Passion, Kunst, Herausforderung und Verantwortung zugleich.

Die Schweisfurth Stiftung zeichnet daher seit über 10 Jahren Außer-Haus-Verpflegungsbetriebe aus, die sich für artgerechte Tierhaltung stark machen, indem sie u.a.

  • langfristige Partnerschaften mit regionalen Lieferanten pflegen,
  • das Thema Tierwohl an ihre Kunden kommunizieren,
  • eine Verwertung aller Teile des Tieres anstreben,
  • vegetarische & vegane Alternativen anbieten und
  • einen Großteil aller Erzeugnisse tierischer Herkunft aus zertifiziert ökologischer bzw. nach den Richtlinien des NEULAND-Markenzeichens zertifizierter Herstellung beziehen. Details zu den Anforderungen sind hier zu finden.

Die von uns ausgezeichneten Betriebe tragen als Botschafter den Tierschutz auf dem Teller in die kulinarische Welt hinaus. Der Gast profitiert davon in jeder Hinsicht: höchste Qualität, bunte Vielfalt, bester Geschmack.

Möchten Sie Ihr Lieblingsrestaurant, Ihre Kantine oder die Schule Ihrer Kinder nominieren?

Möchten Sie sich als Betrieb mit Ihrem Team bewerben?

Wir nehmen Ihre Bewerbungen & Nominierungen bis zum 28. April 2023 entgegen.

Die Tierschutz-Kochmützen und Auszeichnungen für das Jahr 2021 werden wir im Herbst vergeben.

 

Weitere Informationen:

Saro Gerd Ratter, Projektmanager – Tierwohl
Rupprechtstr. 25, D-80636 München
Tel.: +49 (89) 17 95 95 -11
Fax: +49 (89) 17 95 95 -19
E-Mail an Saro Gerd Ratter
Website: https://schweisfurth-stiftung.de/tierwohl/tierschutz-auf-dem-teller

Anmeldung zum Praxisdialog kuhgebundene Kälberaufzucht

Nächste Termine:

  • 6. April 2023, 09:30-16:00 Uhr //Scheuring // Zum Programm.

Teilnahmegebühr pro Termin (inklusiv Verpflegung und Getränke)

  • 45,- Euro, bitte den Betrag passend bar vor Ort zahlen.

Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Landwirt:innen mit Milchkuh- oder Rinderhaltung. Eingeladen sind ebenso Akteure aus Verarbeitung, Handel und Wissenschaft. Die Veranstaltung dient dem Erfahrungsaustauch und der Wissensvermittlung zur Öko-Rindermast und der kuhgebundenen Kälberaufzucht. Am Nachmittag findet eine Führung auf einem Praxisbetrieb mit kuhgebundener Aufzucht statt.

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung.

Anmeldung

 

    Die Teilnahme ist mit einem Kostenbeitrag von 45,- € für den Tag (inklusiv Verpflegung und Getränke) verbunden. Nach Ihrer Anmeldung erhalten sie eine Rückmeldung per E-Mail innerhalb von 8 Tagen, in der Sie über Ihren Anmeldestatus und Details zur Überweisung informiert werden. Die Fahrkosten sind nicht enthalten.

    Datenschutzerklärung (lesen):

    Ihre Kontaktdaten werden ausschließlich für Zwecke der Veranstaltungsdurchführung mit diesem Formular elektronisch verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben. Mit Ihrer Anmeldung und Teilnahme erklären Sie sich hiermit einverstanden.

    Hiermit bestätige ich die Datenschutzerklärung der Schweisfurth Stiftung gelesen zu haben und akzeptiere diese.

    Foto-, Film und Tonaufnahmen von Gästen und Mitwirkenden der Veranstaltung können für die Zwecke der Schweisfurth Stiftung verwendet werden. Mit Ihrer Anmeldung und Teilnahme erklären Sie sich hiermit einverstanden.

    Sie bekommen keine automatische Bestätigungs-E-Mail. Im Falle von Rückfragen nehmen wir individuell Kontakt mit Ihnen auf. Über aktuelle Entwicklungen (z.B. Versand des Programms) halten wir Sie per E-Mail auf dem Laufenden.

    Ich möchte gerne einen quartalsweisen Newsletter der Schweisfurth Stiftung erhalten.

    Organisation und Ansprechpartner für weitere Informationen:

    Saro G. Ratter (Projektmanager Tierwohl)
    Schweisfurth Stiftung
    Rupprechtstr. 25, 80636 München
    Mobil: 0151 72 22 41 76, Tel.: 089 – 17 95 95 -11, Fax: 089 – 17 95 95 -19
    E-Mail an Saro G. Ratter

    Tierschutz-Kochmütze verliehen 

    Das Restaurant Broeding in München, das Weissenstein in Kassel und das Betriebsrestaurant der Versicherungskammer Bayern: Sie alle zeichnen sich durch ihren besonderen Einsatz fürs Tierwohl aus. Dafür haben wir sie mit der diesjährigen Tierschutz-Kochmütze ausgezeichnet.

    Genießen mit gutem Gewissen: Gleich drei Betriebe in Deutschland können sich 2022 mit der Tierschutz-Kochmütze schmücken. Die Auszeichnung verliehen wir an das Weissenstein, das erste Bio-Restaurant Kassels, an das Betriebsrestaurant Casino der Versicherungskammer Bayern und das Restaurant Broeding. Alle drei setzen erfolgreich auf bio-zertifizierte, möglichst regionale Zutaten sowie auf tierische Produkte aus besonders artgerechter Tierhaltung. Die im Rahmen der Initiative „Tierschutz auf dem Teller“ jährlich vergebene Auszeichnung richtet sich an Restaurants, Caterer oder Kantinen, die sich herausragend für das Tierwohl und eine hohe ökologische Qualität ihrer Speisen einsetzen.

    „Nose to Tail“-Verarbeitung im Betriebsrestaurant

    Hubert Bittl ist Küchenleiter in der Versicherungskammer Bayern. Er führte dort kontinuierlich Bio-Produkte ein und ließ das Casino 2004 bio-zertifizieren. Er bereitet mit seinem Team täglich bis zu 800 Mittagessen zu. Besonders am Herzen liegt ihm die Gesundheit und der Genuss seiner Gäste und bietet deshalb u. a. frisch gepresste Säfte und eine vielfältige Speisenauswahl aus hochwertigen ökologischen Lebensmitteln an. Bayerische Bio-Bauern kümmern sich um Rinder, Schweine und Hühner, die sie im Ganzen anliefern und die seine Köche nach dem Prinzip „nose to tail“ komplett verarbeiten. „Hubert Bittl zeigt, dass eine gesunde und nachhaltige Verpflegung auch aus der Großküche möglich ist und sie richtig lecker sein kann“, so Jurymitglied Georg Schweisfurth.

    Slow Food Restaurant Broeding mit Lebensmitteln aus der Region

    Auch die Lebensmittel, die im 1990 in München eröffneten Restaurant Broeding auf den Teller kommen, haben Bio-Qualität. Der Küchenchef Manuel Reheis ist Mitglied der Slow Food Chef Alliance und bezieht seine Lebensmittel nahezu ausschließlich direkt von Produzent:innen und Erzeuger:innen aus dem Umland. Er gibt Fortbildungen für die Ganztierverwertung für
    Fachkollegen und an Berufsschulen. „Sowohl beim Einkauf der Zutaten als auch bei der Verarbeitung wird im Broeding auf Nachhaltigkeit geachtet. Dies macht das Broeding zu einem herausragenden Beispiel, das zeigt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln auch in Restaurants möglich ist“, sagt Konrad Geiger, Präsident von Euro-Toques Deutschland und Jurymitglied.

     Ganz nah an den Erzeugern: Kasseler Restaurant Weissenstein

    Beim Team des Weissensteins stehen Qualität, Regionalität sowie ökologische Erzeugnisse genauso wie Tierwohl und Handwerk ganz oben auf der Agenda. Küchenchef René Müller, der das Weissenstein 2016 als erstes bio-zertifiziertes Restaurant in Kassel eröffnete, legt Wert auf die  Kooperation mit Erzeugern und direkte Absprachen zu Aufzucht, Schlachtung und Verwertung der Tiere. Er unterstützt ein Projekt zur Weidehaltung von Schweinen, kooperiert mit einer Bio-Metzgerei und ist zudem ins Catering für Kitas, Krippen und Kindergruppen sowie für Feste und Veranstaltungen eingestiegen. Dieses Jahr konnten auch die Kunstliebhaber auf der documenta das Bio-Essen vom Weissenstein genießen.

    Wir gratulieren allen drei Preisträgern aus ganzem Herzen und bedanken uns für ihr vorbildliches Engagement für mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Verpflegung!

    Mehr zur Initiative Tierschutz auf dem Teller hier.

    Faire Wiesn

    Das Oktoberfest muss Vorreiter für eine Ernährungswende in München werden. Genuss, Gaudi und Nachhaltigkeit gehören zusammen!

    Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt. Mehr als sechs Millionen Gäste verspeisen dort jährlich etwa 500.000 Hähnchen, die zum größten Teil aus konventionellen Mastanlagen stammen. Die Initiative #fairewiesn fordert mehr Nachhaltigkeit auf der Wiesn und bei allen anderen Großveranstaltungen in München. Gemeinsam mit 30 Projektpartner:innen setzen wir uns dafür ein, dass die Feste nur noch biologische, regionale und saisonale Lebensmittel verwenden und so Leuchtturmprojekte zum Nachahmen werden. Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, machten wir bei der Aktion „Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn“ im Mai 2022 an drei Tagen auf dem Marienplatz auf die Folgen der Massentierhaltung für Mensch, Tier und Umwelt aufmerksam.

    Kein Klimaschutz ohne Ernährungswende

    Auch der Münchner Stadtrat sieht Notwendigkeit zum Handeln: Er beschloss, dass die bayerische Hauptstadt bis 2035 klimaneutral sein soll. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn auch eine Ernährungswende stattfindet. Deshalb hat die Initiative #fairewiesn einen Forderungskatalog an den Stadtrat weitergereicht, in dem wir ihn u. a. dazu aufrufen, Fleisch aus industrieller Intensivtierhaltung abzuschaffen und Anreize für vegetarische und vegane Speisen einzuführen. Der kurze Film Gemeinsam für eine #fairewiesn stellt die Initiative vor.

    Fotogalerie Verleihungen 2021

    Fotos der Preisverleihung 2021

    Datum, Ort etc.

     

    Spenden für die Kuhgebundende Kälberaufzucht

    Nur eine kuhgebundene Kälberhaltung ist mit den ethischen Grundsätzen der ökologischen Agrarkultur vereinbar. Deshalb setzt sich die Schweisfurth Stiftung aktiv für die Ausbreitung der kuhgebundenen Kälberhaltung ein. Im Rahmen des Projekts „Kuhgebundene Kälberaufzucht“ werden konkrete Lösungen zur Förderung dieser Haltungsform sowie deren Umsetzung in der Praxis erarbeitet. Mehr zum Projekt hier.

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    Weitere Informationen


    Spenden für den Blühbotschafter:innen-Lehrgang

    Jede:r Einzelne kann zum Schutz blütenbestäubender Insekten beitragen! Wie das konkret funktioniert, können Interessierte im Blühbotschafter:innen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung lernen. Zentrales Ziel des Lehrgangs ist es, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, selbst Projekte zum Schutz der Insekten bzw. zum Arterhalt in ihrem persönlichen Umfeld wie z.B. in der Schule, der Kommune oder auf dem Firmengelände anzustoßen, umzusetzen und langfristig zu begleiten. Mehr zum Projekt hier.

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    Kuhgebundene Kälberaufzucht – die Versorgung der Kälber den Profis überlassen!

    Dieser Beitrag von Saro Ratter (Projektmanager der Schweisfurth Stiftung) ist im Original in „Der Almbauer“ im Mai 2022 erschienen.

    Milchviehkälber werden heutzutage in der Regel kurz nach der Kalbung von der Kuh getrennt und die meisten Kälber möglichst früh verkauft. Mit dieser gängigen Praxis ist ein Ausleben von artgerechtem Verhalten wie Saugen am Euter und Ablecken des Kalbes durch die Kuh nicht möglich. Diese Aufzuchtmethode ist mit tierethischen Problemen verbunden und entspricht nicht den Erwartungen der Verbraucherschaft. Die wachsende Sensibilität der Konsumenten für Fragen des Tierwohls verstärkt die Suche von Praktikern und Wissenschaftlern nach möglichen Alternativen zur gängigen Eimertränke von Milchviehkälbern. Immer mehr Milchviehbetriebe stoßen bei ihrer Suche auf die kuhgebundene Aufzucht und vertrauen auf die Mütter- oder Ammenkühe als die wahren „Profis“ in der Kälberversorgung.

    Hintergrund

    Die Spezialisierung der Milchproduktion in der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft ist mit der Erzeugung ‚überschüssiger‘ Kälber verbunden. Im Alter von nur zwei bis fünf Wochen
    verlassen die Kälber die regionale (Bio-) Wertschöpfungskette und werden nach Norddeutschland oder ins Ausland transportiert und dort gemästet. Die so im Übermaß erzeugten Kälber erfahren weder einen ethischen Wert noch einen ökonomischen Nutzen für die Milchviehhalter. Lösungsansätze sind beispielsweise verschiedene Formen der kuhgebundenen Kälberaufzucht, die von innovativen Milchbauern in den letzten Jahren entwickelt wurden. Die kuhgebundene Aufzucht von Milchviehkälbern bedeutet, dass die Kälber von der eigenen Mutter oder einer Ammenkuh gesäugt werden und täglich Kontakt mit erwachsenen Kühen haben. Studien zeigen, dass sich dies positiv auf Gesundheit, Entwicklung und Sozialverhalten der Kälber auswirkt. Inzwischen betreiben in Deutschland geschätzt 300 Betriebe eine kuhgebundene Kälberaufzucht mit über 10 000 Muttertieren. Die Vielfalt der entwickelten Lösungen ist dabei riesig und jeder Betrieb ist herausgefordert, die für ihn passenden Elemente auszuwählen und an seine Bedürfnisse anzupassen. Die Hauptunterschiede betreffen die Frage, ob die Kälber nur an ihren Müttern (= muttergebunden) oder von Ammen (= ammengebunden) gesäugt werden. In letzterem Fall können die Kälber sogar während der kuhgebundenen Aufzucht auf einen anderen Betrieb wechseln. Wesentliche Unterschiede gibt es auch bei den Kontaktzeiten von Kalb und Kuh. Das variiert von ständigem Beisammensein bis zu zweimal täglich 20 Minuten vor oder nach den Melkzeiten. Durch die Verkürzung der Kontaktzeiten kann auch die vom Kalb aufgenommene Milchmenge reduziert werden, die je nach Tier in drei Monaten bis zu 1.200 Liter betragen kann. Damit stellt die vom Kalb konsumierte Milch den größten Kostenfaktor dieser Aufzuchtform dar. In den ersten Wochen wird jedoch eine unbegrenzte Milchfütterung der Kälber empfohlen, da damit in der Regel gute Tageszunahmen, robuste Gesundheit und hohe Lebensleistungen von Milchkühen und Masttieren erreicht werden. Man kann diese Tränkemilch als lohnende Investition betrachten.

    Vorteile

    Die praktizierenden Bäuerinnen und Bauern nennen folgende Vorteile der kuhgebundenen Aufzucht:

    • Größere Arbeitszufriedenheit – („Es macht wieder mehr Spaß, mit den Tieren zu arbeiten“)
    • Gute (oder bessere) Kälbergesundheit
    • Weniger Arbeit mit Tränken, Spülen und der Versorgung kranker Kälber (dafür mehr Arbeit mit Tierbeobachtung und Lösungen finden)
    • Die Erfüllung von Kundenerwartungen
    • Energie-Einsparung (Klimaschutz), weil keine Tränkemilch zubereitet werden muss.

    Trotz dieser Vorteile ist die Methode nicht nur mit Chancen, sondern auch mit Herausforderungen auf vielen Ebenen verbunden. Da wären zunächst der erhöhte Platzbedarf und der Arbeitsaufwand zu nennen, wenn die Kälber länger auf dem Hof bleiben. Benötigt wird in den meisten Fällen auch ein zusätzlicher Begegnungsbereich für Kalb und Kuh, da dieser in den meisten Ställen nicht eingeplant wurde. Die Milchinhaltsstoffe können zudem beim zusätzlichen Melken negativ beeinflusst werden und auch das Zurückhalten von Milch im Melkstand kann eine Herausforderung darstellen. Um ein stressarmes Absetzen der Kälber zu ermöglichen, sind geeignete Verfahren anzuwenden. So kann der Trennungsschmerz reduziert und lautstarkes Klagen der Muttertiere und ihrer Kälber minimiert werden. Aber die derzeit größte Herausforderung für die meisten Betriebe dürfte der kostendeckende Absatz der Kälber sein. Um die artgerechte Milchviehhaltung voranzubringen, entwickelt die Schweisfurth Stiftung praxistaugliche Lösungen entlang der Wertschöpfungskette von Milch und Fleisch in ihrem Tierwohlprojekt Kuhgebundene Kälberaufzucht.

    Kriterien festgelegt

    Derzeit wird die kuhgebundene Kälberaufzucht nur von wenigen Betrieben praktiziert. Bislang gab es auch noch keine klare Definition, was genau darunter zu verstehen ist. Eine Initiative von Bio-Milchbetrieben entwickelte jedoch mit Unterstützung der Schweisfurth Stiftung Kriterien für die kuhgebundene Kälberaufzucht. Dies erfolgte in einem partizipativen Prozess von Landwirt:innen zusammen mit Fachberatung, Öko-Verbänden, Tierschutzorganisationen, Wissenschaft und Handel. Im Februar 2021 konnte die Initiative eine abgestimmte Version mit breiter Unterstützung der Öffentlichkeit vorstellen. Die Kriterien bauen auf den Anforderungen der Bio-Anbauverbände für die Kälberhaltung auf. Daher waren Kriterien wie zum Beispiel das Platzangebot und die Fütterung bereits geregelt und ihre Einhaltung wird in den Bio-Kontrollen geprüft. Verpflichtend sind zum Beispiel Tierwohlkontrollen mit tierbezogenen Parametern (entsprechend der AG-Tierwohl), die im Zuge der jährlichen Bio-Kontrolle durchgeführt werden und ein Wohlergehen von Kälbern und Kühen sicherstellen soll. Als weiteres Kriterium wurde ein Mindestzeitraum der kuhgebundenen Aufzucht von 90 Tagen ab der Geburt auf dem Geburtsbetrieb oder einem Ammenkuhbetrieb festgesetzt.

    Weitere Kriterien

    Um eine hohe Glaubwürdigkeit bei der Vermarktung der Produkte zu erreichen, wurde festgelegt, dass alle Kälber eines beteiligten Milchviehbetriebes nach diesen Kriterien aufgezogen werden müssen. Nur wenn ein Kalb aus gesundheitlichen Gründen (Kuh oder Kalb) nicht am Euter trinken kann, dürfen für den Bedarfszeitraum alternative Methoden zum Einsatz kommen. Um die
    Zusammenarbeit mit Züchtern und Mästern weiterhin zu ermöglichen, gilt zudem die Ausnahmeregelung, dass bis zu 15 % der Kälber als Zucht- oder Masttiere bereits nach vier Wochen den Betrieb verlassen dürfen. Der übernehmende Betrieb muss sich jedoch dazu verpflichten, die Tiere bis zur Schlachtung oder zur Zuchtreife zu behalten. Die Kälber müssen von den eigenen Müttern (muttergebunden) oder von Ammenkühen (ammengebunden) gesäugt werden. Zur Ammenkuhhaltung können Kälber ab der dritten Lebenswoche in einen Ammenkuhbetrieb wechseln, der auch am Kontrollverfahren teilnimmt. Das Kalb muss mindestens zweimal täglich aus dem Euter einer Kuh trinken können und die Möglichkeit zu angemessenem Sozialkontakt haben. Im Stall müssen sich die Kälber in einen geschützten Bereich zurückziehen können. Um den Stress am Ende der Aufzucht zu reduzieren, darf das Abtränken und die Trennung von Kuh und Kalb nicht abrupt erfolgen. Diese müssen durch ein stufenweises Verfahren schonend für Kalb und Kuh durchgeführt werden. Für die Umstellungszeit gilt eine Übergangsregelung von bis zu 24 Monaten. In dieser Zeit dürfen max. 50 % aller auf dem Milchviehbetrieb geborenen Kälber nach vier Wochen kuhgebundener Aufzucht den Milchvieh- oder Ammenkuhbetrieb verlassen. Wichtig war der Initiative, dass die Anforderungen praxistauglich sind, die praktizierenden Betriebe die Kriterien selbst bestimmen und eine hohe Glaubwürdigkeit bei Verbrauchern und Verbraucherinnen erreicht wird. Eine Zertifizierung über die Einhaltung der Kriterien wird als freiwillige Zusatz-Zertifizierung für Verbands-Biobetriebe angeboten. Als Trägerstruktur wurde am 31.3.2021 die Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht e.V. gegründet. Stimmberechtigte Vollmitglieder können landwirtschaftliche Betriebe werden, die in ihrer Rinderhaltung die Kriterien der Interessengemeinschaft umsetzen. Das sind derzeit ca. 100 Betriebe. Die IG-kuhgebundene Kälberaufzucht sieht die Möglichkeit durch die klaren und einfachen Regeln einen breit anerkannten Branchenstandard zu etablieren, der von der Kompetenz der Öko-Verbände profitiert und sich durch eine hohe Glaubwürdigkeit im Handel auszeichnet.Kriterien, Satzung und Anträge auf Mitgliedschaft sind hier verfügbar.

    Copyright: Schweisfurth Stiftung/merhWERT Öko-Milch+Fleisch

    Nachhaltige Schweinezucht und -haltung: Wie weiter?

    Studie von Dr. Anita Idel belegt: Für unsere Auslauf- und Freilandhaltungen besteht kein größeres Risiko für Infektionen mit der Afrikanischen Schweinepest.

    Maßnahmen gegen die Schweinepest gefährden die artgerechten Haltungsformen

    Das nachhaltigste Zuchtziel im Sinne des Tierschutzes lautet Freilandtauglichkeit. Doch ausgerechnet diese ist durch Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) bedroht. Seit dem erstmaligen Nachweis der ASP bei Wildschweinen in Deutschland 2020 wird für artgerechte Betriebe mit Auslauf- und Freilandhaltung in politischen Risiko-Bewertungen ein höheres Eintragsrisiko für die ASP postuliert. Die Forderungen nach genereller Stallpflicht sowie regionale Aufstallungsgebote nehmen zu. Damit droht ausgerechnet Betrieben mit artgerechter Tierhaltung das Aus. 

    Kein Ausbruch in standardisierten Freilandhaltungen nachgewiesen

    Eine von der Schweisfurth Stiftung mit geförderte Studie von Anita Idel im Auftrag des Landes Brandenburg konnte 2021 die Aufstallungsgebote jedoch fachlich zurückweisen. So weist die Wissenschaft seit Ausbruch der ASP in Georgien 2007 keinen einzigen Seuchenfall in Auslauf- oder Freilandbetrieben mit Doppelzaun (entsprechend unserer Schweinehaltungshygieneverordnung) nach.

    Statt Wildschweine regional ausrotten und alle Freilandschweine wegsperren zu wollen, drängt Idel, die Entwicklung von Köder-Impfstoffen – prophylaktisch für Wildschweine – zu forcieren. So können die ASP-Ausbreitung gebremst und gleichzeitig die gegen den Artenschutz verstoßenden, über Tausend Kilometer an Landesgrenzen gezogenen Zäune vermieden und vor allem die Tötung von Haus- und Wildschweinen extrem minimiert werden.

    Ihrer Forderung „Impfen statt Keulen“ hat Anita Idel auch im aktuellen Kritischen Agrarbericht 2022 Nachdruck verliehen – nachzulesen ist ihr Artikel hier.

    Idel, Anita (2021): „Studie zu Ansatzpunkten für weitere wissenschaftliche Studien zu Vorsorge, Umgang und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unter Berücksichtigung des gesellschaftlich gewollten Umbaus der Tierhaltung“, im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz.

     

    Drei Gastrobetriebe mit „Tierschutz-Kochmütze“ ausgezeichnet

    In Restaurants, Mensen oder Kantinen spielt die Haltung der verarbeiteten Tiere leider immer noch eine untergeordnete Rolle. Mit der Auszeichnung „Tierschutz-Kochmütze“ im Rahmen des Projekts „Tierschutz auf dem Teller®“ fördern die Schweisfurth Stiftung und der Köche-Verband Euro Toques Deutschland e.V. die stärkere Verankerung des Tierschutzgedankens in der Außer-Haus-Verpflegung. In 2021 wurden drei Gastrobetriebe aufgrund ihres herausragenden Engagements prämiert.

    Genießen mit gutem Gewissen: Den besonderen Einsatz von gleich drei Gastronomiebetrieben für mehr Tierwohl hat die Schweisfurth Stiftung im Oktober 2021 mit der „Tierschutz-Kochmütze“ ausgezeichnet. Das HofGut Scheunenwirtin auf der Ostalb, der Schul-Caterer Wackelpeter und das Restaurant Wolfs Junge aus Hamburg dürfen sich ab sofort mit dieser jährlich vergebenen Auszeichnung schmücken. Sie richtet sich an Restaurants, Caterer oder Kantinen, die sich herausragend für das Tierwohl und eine hohe ökologische Qualität ihrer Speisen einsetzen.

    HofGut Scheunenwirtin mit umfangreichem Nachhaltigkeitskonzept

    Qualität, Regionalität sowie ökologische Erzeugnisse stehen bei der Scheunenwirtin genauso wie Tierwohl und Handwerk ganz oben auf der Agenda. Die Inhaber:innen der Scheunenwirtin setzen auf ein umfangreiches Nachhaltigkeitskonzept. Alle Zutaten für die Gerichte stammen zu 100 Prozent aus ökologischer Landwirtschaft und werden zum größten Teil im Umkreis von nur 50 Kilometern produziert. Besonders im Blick hat das Küchenteam das Wohl der Tiere: Das Fleisch wird von Bauern bezogen, die alte, früher für die Region typische Nutztierrassen halten. Es wird darauf geachtet, dass die Tiere viel im Freien sind und stressfrei, möglichst am Bauernhof direkt geschlachtet werden. Schließlich verarbeitet das Hofgut das gesamte Tier: von der Schnauze bis zum Schwanz.

    Schul-Caterer Wackelpeter und Restaurant Wolfs Junge vorbildlich

    Der Schul-Caterer Wackelpeter und das Restaurant Wolfs Junge aus Hamburg setzen beide erfolgreich auf bio-zertifizierte, möglichst regionale Zutaten sowie auf tierische Produkte aus besonders artgerechter Tierhaltung. Der Wackelpeter kocht bis zu 3.000 leckere Essen aus Bio-Zutaten täglich frisch für Hamburger Kinder. Rund 60 Prozent der eingekauften Lebensmittel stammen direkt von Bauernhöfen aus der Region. Auch die Lebensmittel, die im 2018 eröffneten Restaurant Wolfs Junge auf den Teller kommen,
    haben Bio-Qualität und stammen zum größten Teil direkt von Höfen rund um Hamburg. Bei Fleisch, Eiern und Milchprodukten wird dabei großer Wert auf Demeter- oder Bioland-Standards gelegt.

    Wir gratulieren den Trägern der Tierschutz-Kochmütze ganz herzlich und hoffen auf vielfache Nachahmung in ganz Deutschland!

    Möchten Sie Ihr Lieblingsrestaurant, Ihre Kantine oder die Schule Ihrer Kinder für 2022 nominieren? Oder Möchten Sie sich als Betrieb mit Ihrem Team bewerben? Dann bewerben & nominieren Sie Ihren oder Ihre Kandidat:in.

    Mehr Informationen zur Initiative Tierschutz auf dem Teller.

    Insektensterben stoppen – Mehr Wildnis für Stadt und Land!

    Die Schweisfurth Stiftung hat 2021 31 Menschen im Blühbotschafter:innen-Lehrgang dazu ausgebildet, durch eigene Projekte vor Ort die Artenvielfalt zu erhöhen

    Was hilft der Insektenvielfalt? Und was kann ich als Einzelne:r tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern? Antworten auf diese Fragen erhielten hochmotivierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen zweier Blühbotschafter Lehrgänge von Mai bis Juli dieses Jahres. Die von der Schweisfurth Stiftung organisierten Exkursionen und Vorträge in München und Weilheim zur Stärkung der Insektenvielfalt waren ein voller Erfolg: Die neu ausgebildeten Blühbotschafter:innen werden rund 30 neue insektenfreundliche Projektflächen in ganz Deutschland entstehen lassen.

    Mehr Wissen und Tatkraft für den Insektenschutz

    Die Artenvielfalt ist um 31 Blühbotschafter:innen reicher geworden: So viele Multiplikator:innen hat die Schweisfurth Stiftung bei ihren diesjährigen Blühbotschafter:innen-Lehrgängen ausgebildet. Sie alle wollen sich künftig aktiv für bessere Lebensbedingungen blütenbesuchender Insekten, für blütenreiche und insektenfreundliche Gärten, Siedlungen und Landschaften einsetzen. Die Blühbotschafter:innen nahmen von Mai bis Juli 2021 in München und Weilheim gemeinsam mit Projektleiterin Carmen Grimbs an verschiedensten Exkursionen und Vorträgen zum Thema Insektenvielfalt teil. Zu jedem Treffen waren Expert:innen eingeladen, die Fachwissen zu Ökologie und den Ansprüchen der Insekten an ihren Lebensraum vermittelten und praktisch erlebbar machten. Beispielsweise zeigte Julie Weissmann (BUND) den Teilnehmer:innen, wo die wilden Bienen Münchens wohnen. Der rote Faden dabei war die Frage: Was kann jeder Einzelne tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern?

    Landwirte und Krankenschwestern schaffen Blühflächen

    Unter den Teilnehmenden waren alle Altersklassen, Vorkenntnisse und Interessensgebiete vertreten. Sie alle werden sich künftig auf vielfältigste Weise für die Insektenvielfalt einsetzen. So will eine Erzieherin das erlernte Wissen künftig in einem Projekt zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung mit Kindern umsetzen. Eine Landwirtsfamilie wird im Anschluss an den Lehrgang Blühflächen als Trittsteine in der Agrarlandschaft anlegen. Und eine Krankenschwester darf an ihrem Krankenhaus als Blühbotschafterin eine neu anzupflanzende Fläche in Blühflächen umwandeln.

    „Das Blühbotschafter:innen Lehrgang vermittelte mir als große Tier- und Naturfreundin eine Quelle neuen Wissens. Es ist eine Freude und treibt meinen Elan nochmal deutlich an, mich mit Gleichgesinnten für den Natur- und Artenschutz sowie den Erhalt der Biodiversität zu engagieren“, resümiert Teilnehmerin Nicole Klötzer.

    Hohe Motivation und viele neue Ideen

    Projektleiterin Carmen Grimbs von der Schweisfurth Stiftung ist rundum zufrieden mit dem Resultat: „Alle Teilnehmer:innen waren hoch motiviert, voller Tatendrang und hatten zumeist schon vor den Lehrgängen konkrete Umsetzungsideen. Besonders gefreut hat mich, dass zu den am Anfang der Kurse angedachten Projektideen noch viele neue Idee hinzukamen. So konnten die Lehrgänge dazu beitragen, das Spektrum der Möglichkeiten zu vergrößern und die Umsetzung konkret anzugehen.“

    Klarheit über Ursachen des Insektensterbens schaffen und Engagierte vernetzen

    Der Schweisfurth Stiftung ist es ein Anliegen, durch die Lehrgänge Bewusstsein für die schwierige Situation für blütenbesuchende Insekten zu schaffen. Auch die Zusammenhänge zwischen Biodiversitäts- und Klimakrise sollen in den Kursen herausgearbeitet werden. Am Wichtigsten ist jedoch die konkrete Umsetzung vor Ort: Speziell in Städten zerstört die Nachverdichtung viele Lebensräume zum Beispiel von Wildbienen. Durch das Schaffen vieler kleiner naturnaher Flächen kann gerade hier ein großer Beitrag geleistet werden. Für die Kontinuität des Engagements der Blühbotschafter:innen ist die Vernetzung und der Austausch der Multiplikator:innen untereinander essentiell. Deswegen steht die Schweisfurth Stiftung den Teilnehmer:innen natürlich auch nach den Lehrgängen mit Rat und Tat zur Seite und organisiert regelmäßige Austausch- und Vernetzungstreffen.

    Weitere Informationen zum Projekt Blühbotschafter:innen-Lehrgang sind hier zu finden.

    Unser Dank gilt zudem unseren Förderpartnern, ohne deren Unterstützung der Lehrgang nicht hätte stattfinden können:

    Elternzeit für Kühe!

    Die Schweisfurth Stiftung trägt die kuhgebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung in die Breite

    Interessierte Milchbäuerinnen und -Bauern aus ganz Deutschland konnten im September die artgerechte Aufzucht von Kälbern in Hessen, Brandenburg und Schleswig-Holstein hautnah miterleben. Die Schweisfurth Stiftung organisierte mit Partnern drei Praxis-Dialoge mit Hofbesichtigungen auf Mitgliedsbetrieben der neu gegründeten „Interessensgemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht“.

    Kuhgebundene Kälberaufzucht in die Breite bringen

    In einer Woche drei Praxis-Dialoge auf drei Bio-Milchbetrieben, die alle ihre Kälber kuhgebunden aufziehen: Mit diesem Angebot für biologisch sowie konventionell wirtschaftende Milchbäuerinnen und -Bauern hat die Schweisfurth Stiftung einen nächsten Schritt unternommen, um die kuhgebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung zu verankern. Eine solche ist leider nicht selbstverständlich: Heutzutage werden die allermeisten Kälber – auch Bio-Kälber – aus wirtschaftlichen Gründen getrennt von ihren Müttern aufgezogen. Das hat vielfältige negative Auswirkungen auf Kuh und Kalb. Dass es auch anders geht, zeigt die kuhgebundenen Kälberaufzucht, die die Schweisfurth Stiftung unterstützt: Hier bleiben Mutter und Kalb monatelang zusammen – und die Milch, die das Kalb übrig lässt, wird abgemolken.

    Mindestens 90 Tage sind Kuh und Kalb beieinander

    Die drei Hofbesichtigungen im September 2021 fanden auf Mitgliedsbetrieben der in diesem Jahr gegründeten Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht statt. Die Hofbesichtigungen waren eingebunden in sogenannte Praxis-Dialoge, bei denen sich landwirtschaftliche Praxis, Verarbeitung und Handel sowie Forschung zu spezifischen Fragen austauschen. Zum Beispiel zu Möglichkeiten der artgerechten Trennung, wenn das Kalb nicht mehr an der Kuh saugt. Alle drei Betriebe sind Bio-Milchviehbetriebe, die die Kälber mindestens 90 Tage lang gemeinsam an der Seite ihrer Mütter oder Ammenkühen aufziehen. In allen Betrieben dürfen die Tiere im Sommer auf die Weide. Den Auftakt der Besichtigungen machte das Hofgut Oberfeld (https://www.landwirtschaft-oberfeld.de/). Das Gut bewirtschaftet mehr als 160 Hektar im Osten von Darmstadt und hält ca. 40 Milchkühe plus Nachzucht. Neben der kuhgebundenen Aufzucht und der Heumilcherzeugung ist eine Besonderheit die Betriebsform als Bürger-Aktiengesellschaft mit 176 Aktionär:innen. Diese Gesellschaftsform hilft, alle Milch- und Fleischerzeugnisse über den Hofladen und das Hof-Café zu vermarkten.

    Auf der Weide melken und stressfrei schlachten

    Die zweite Station führte nach Brandenburg auf den Hof Stolze Kuh, wo ca. 130 Rinder auf 220 Hektar Fläche gehalten werden. Die Kühe und die gesamte Nachzucht weiden dort auch auf Naturschutzflächen im Unteren Odertal. Die Kühe werden in einem mobilen Weidemelkstand gemolken. Früher war der Weidemelkstand in der Gegend durchaus üblich, heute ist dies jedoch eine große Seltenheit. Alle Tiere bleiben zudem nach der kuhgebundenen Aufzucht auf dem Betrieb, bis sie nach einer stressarmen Schlachtung auf der Weide direkt vermarktet werden. Dadurch gibt es auch immer eine Herde mit Bullen, die gemeinsam friedlich grasen. Wie das möglich ist, kann man bei der Betriebsleiterin Anja Hradetzky in Kursen über Low Stress Stockmanship lernen.

    Eine weitere Hofbesichtigung fand bei Hans Möller in Lentföhrden (Schleswig-Holstein) statt. Er ist einer der Gründer von De Öko-Melkburen, die im Jahr 2017 die „Elternzeit für Kühe“ einführte. Der Betrieb umfasst ca. 100 Hektar und hält ca. 30 Milchkühe. Auch bei ihm dürfen die Rinder den Sommer über auf der Weide bleiben und werden im Weidemelkstand gemolken.

    Schweisfurth Stiftung als Brückenbauerin

    Unter den Teilnehmer:innen der Praxis-Dialoge waren bereits praktizierende Betriebe ebenso wie Betriebe, die sich für diese Aufzuchtmethode interessieren sowie Personen aus Tierschutz und Handel. Auch der Betriebsleiter eines großen konventionellen Betriebs nahm interessiert teil. Saro Ratter, Projektmanager Tierwohl bei der Schweisfurth Stiftung: „Uns ist es wichtig, den Erfahrungsaustausch zwischen Landwirtinnen und Landwirten zu ermöglichen. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden, dass eine kuhgebundene Kälberaufzucht praktikabel ist und wirtschaftlich funktionieren kann. Gleichzeitig ist es wichtig, Brücken zwischen der Landwirtschaft und der Wissenschaft, dem Handel und dem Tierschutz zu bauen.“ So konnte als Kooperationspartner für die Hofbesichtigungen neben der Interessensgemeinschaft kuhgebundene Kälberhaltung auch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gewonnen werden. Wir hoffen, dass sich diese Zusammenarbeit auch im nächsten Jahr fortsetzen wird.

    Mehr zur Arbeit der Schweisfurth Stiftung zum Thema kuhgebundene Kälberaufzucht finden Sie hier. Die Veranstaltungen  wurden durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziell gefördert.

     


    Stimmen der Teilnehmer:innen

    Ich habe am Praxis-Dialog teilgenommen,…

    …weil ich denke, dass es in der Zukunft ein immer wichtigeres Thema werden wird und hier Erfahrungswerte sammeln wollte.

    …weil ich mir mehr Inspirationen für den Bau des neuen Kuhstalls holen wollte. Ich konnte sehr viele Infos mitnehmen, mich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Es hat mir sehr weitergeholfen in meiner Planung.

    …weil wir es bei uns schon praktizieren und viele schöne Momente erleben, aber auch noch viele Fragestellungen auftauchen. Ich nehme viele Inspirationen und neue Gedanken mit um die kuhgebundene Aufzucht auf unserem Betrieb zu verbessern.

    …aus persönlichem Interesse. Den größten Vorteil sehe ich in der wesensgerechten Haltung der Tiere wie sie sein sollte. Die größte Herausforderung sehe ich darin die Masse der Betriebe in die Lage zu versetzen diese Methode auch ökonomisch umsetzen zu können.

    Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht: Für ein wesensgemäßes Aufwachsen

    Mutter und Kind – eine besondere Beziehung bei Menschen wie auch bei Kuh & Co. Selbstverständlich also, dass Kälber bei ihren Müttern aufwachsen? Leider nein. Das ist aktuell die absolute Ausnahme. Stattdessen werden Kälber mittels Nuckeleimer oder Tränkeautomat aufgezogen und müssen auf Kontakt mit ihren Müttern verzichten. Eine Reihe engagierter Landwirt:innen sowie Akteur:innen aus Forschung und Tierschutz wollen dies ändern und haben dazu Ende März 2021 die Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht als Verein gegründet. Den ersten Meilenstein haben die Initiator:innen schon erreicht: In einem partizipativen Prozess, moderiert von der Schweisfurth Stiftung, wurden Kriterien für die kuhgebundene Kälberaufzucht in der Öko-Milchviehhaltung definiert.

    Für eine artgerechte Aufzucht

    „Die kuhgebundene Kälberhaltung gewinnt insbesondere in jüngster Zeit an Bedeutung in der Milchviehbranche. Die Zahl der Pionier-Landwirt:innen, die diese artgerechte Form der Aufzucht praktizieren, nimmt zu. Zugleich erlangt die Thematik zunehmend Aufmerksamkeit seitens der Verbraucher:innen“, erklärt Saro Ratter, Projektmanager der Schweisfurth Stiftung und weiter: „Mit der gemeinsamen Entwicklung der Kriterien schaffen wir nun sowohl für Betriebe als auch für Verbraucher:innen Orientierung und Klarheit. Zugleich zeigen wir einen Weg auf, der die in der Praxis zumeist getrennten Produktionsbereiche Milch und Rindfleisch perspektivisch wieder zusammenführt.“

    So sehen die Kriterien beispielsweise vor, dass Kälber mindestens 90 Tage von den eigenen Müttern oder Ammenkühen gesäugt werden müssen und enthalten Regelungen zum schonenden Absetzverfahren. Während der gesamten Säugezeit müssen die Kälber ökologisch aufgezogen werden, auch die männlichen Kälber und die nicht als künftige Milchkühe benötigten weiblichen. Dies kann auf dem eigenen Betrieb geschehen oder aber in Partnerbetrieben, die nach den festgesetzten Kriterien arbeiten. Höchstens 15 Prozent dürfen an andere ausgewählte Aufzuchtbetriebe abgegeben werden.

    Die Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht: Kooperation von starken Partnern

    Die Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht engagiert sich für mehr Tierschutz in der Milchviehhaltung. Konkret setzt sich der Verein für die Weiterentwicklung und Verbreitung der kuhgebundenen Kälberaufzucht und dem Verbleib von Milchviehkälbern auf Ökobetrieben ein. Dazu werden praxisnahe Forschung zum Thema kuhgebundene Aufzucht, die Aufklärung von Verbraucher:innen sowie die Weiterentwicklung der Kriterien gefördert. Außerdem soll den Betrieben eine freiwillige Zusatzzertifizierung angeboten werden.

    Vollmitglieder können diejenigen Öko-Betriebe werden, die die Aufzucht gemäß den Kriterien praktizieren. Außerdem können Fördermitglieder natürliche Personen, Organisationen, Körperschaften des öffentlichen Rechts und Unternehmen werden, die sich mit den Zielen des Vereins identifizieren. Die Öko-Verbände BIOLAND, BIOKREIS, DEMETER, GÄA und NATURLAND arbeiten in einem Beirat des Vereins an den Themen Weiterentwicklung der Kriterien, Zertifizierung und Kennzeichnung. Mit dieser Kooperation erhält der Verein fachkundige Unterstützung und eine breite Akzeptanz im Handel. „Die Initiator:innen der Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht haben es geschafft sowohl Milch-Bauern und -Bäuerinnen als auch Akteur:innen aus Handel, Verarbeitung, Forschung und Tierschutz unter einem Dach zu vereinen. Das zeigt die Kraft und Dynamik des Vereins. Jetzt braucht es noch das Engagement der Verbraucher:innen, um für den notwendigen Absatz zu sorgen“, kommentiert Ratter.

    Mehr zur Arbeit der Schweisfurth Stiftung zum Thema kuhgebundene Kälberaufzucht finden Sie hier.

    Tierschutz-Kochmütze sucht Pioniere

    Wir lassen den Tierschutz nicht unter den Tisch fallen. Ob im Restaurant, in Bildungseinrichtungen, Kantinen oder anderen Küchen – Tierschutz gehört auch hier auf den Teller. Darum vergibt die Schweisfurth Stiftung mit seinem Projekt Tierschutz auf dem Teller® jedes Jahr die Tierschutz-Kochmütze an Köchinnen oder Köche, die neben dem leiblichen Wohl der Gäste auch das Wohlergehen der Tiere großschreiben.

    Vom Schnitzel auf dem Teller über den Milchschaum des Cappuccinos bis hin zu Wurst, Käse und Ei –Zuhause entscheidet jeder selbst, was auf den Teller kommt. In einer wieder zunehmend mobilen Gesellschaft sind wir auch wieder mehr auf die Außer-Haus-Verpflegung angewiesen. Nach einer Zeit des vermehrten Kochens zu Hause stellen sich immer mehr Menschen die Fragen: „Was esse ich da gerade? Woher kommen die Zutaten auf meinem Teller?“

    Bei tierischen Produkten ist die artgerechte Haltung wichtig. Zum Beispiel, dass das Schwein Stroh zum Wühlen hat und das Huhn Sand für ein Bad.

    Wir wissen: Profi-Köchinnen und Profi-Köche können viel mehr, als nur Speisen zubereiten. Denn Kochen ist Passion, Kunst, Herausforderung und Verantwortung zugleich.

    Die Schweisfurth Stiftung zeichnet daher seit über 10 Jahren Außer-Haus-Verpflegungsbetriebe aus, die sich für artgerechte Tierhaltung stark machen, indem sie u.a.

    • langfristige Partnerschaften mit regionalen Lieferanten pflegen,
    • das Thema Tierwohl an ihre Kunden kommunizieren,
    • eine Verwertung aller Teile des Tieres anstreben,
    • vegetarische & vegane Alternativen anbieten und
    • einen Großteil aller Erzeugnisse tierischer Herkunft aus zertifiziert ökologischer bzw. nach den Richtlinien des NEULAND-Markenzeichens zertifizierter Herstellung beziehen. Details zu den Anforderungen.

    Die von uns ausgezeichneten Betriebe tragen als Botschafter den Tierschutz auf dem Teller in die kulinarische Welt hinaus. Der Gast profitiert davon in jeder Hinsicht: höchste Qualität, bunte Vielfalt, bester Geschmack.

    Möchten Sie Ihr Lieblingsrestaurant, Ihre Kantine oder die Schule Ihrer Kinder nominieren?

    Möchten Sie sich als Betrieb mit Ihrem Team bewerben?

    Wir nehmen Ihre Bewerbungen & Nominierungen bis zum 28. April 2023 entgegen.

    Die Tierschutz-Kochmützen und Auszeichnungen für das Jahr 2023 werden wir im Herbst vergeben.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Projektträger:

    Schweisfurth Stiftung

    Saro Gerd Ratter, Projektmanager – Tierwohl
    Rupprechtstr. 25, D-80636 München
    Tel.: +49 (89) 17 95 95 -11, Fax: +49 (89) 17 95 95 -19
    E-Mail: sratter@schweisfurth-stiftung.de
    Website: schweisfurth-stiftung.de/tierwohl/tierschutz-auf-dem-teller

     

    Forschungsprojekt mehrWERT Öko-Milch+Fleisch

    Bio-Milch und Bio-Fleisch gehören zusammen! Aktuell werden Milcherzeugung und Fleischerzeugung allerdings in der Regel nicht zusammengedacht. Die Konsequenz: Nur in wenigen Fällen können die männlichen Kälber aus Öko-Milchviehbetrieben im Öko-Sektor gehalten werden. Das Forschungsprojekt mehrWERT Öko-Milch+Fleisch, gefördert vom Bayerischen Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, beschäftigt sich genau mit dieser Problematik. Das Forschungsziel: Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, um Bio-Kälbern auch ein Bio-Leben zu ermöglichen. Durchgeführt wird das dreijährige Forschungsprojekt von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Schweisfurth Stiftung.

    Projektziel: Ein Bio-Leben für Bio-Kälber

    Das Hauptziel des Forschungsprojektes ist es, Konzepte zu entwickeln, um mehr männliche Kälber aus ökologischer Produktion im Öko-Sektor zu halten sowie Möglichkeiten zur artgemäßen Aufzucht und der Vermarktung von Öko-Rindfleisch aufzuzeigen. Dazu ist das Projekt in drei Teilbereiche gegliedert: Im ersten Bereich liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Analyse des Status Quo der Öko-Milchviehkälber und der Identifikation von Verbesserungspotenzialen. Dazu werden Daten von bayerischen Milchviehbetrieben erhoben und ausgewertet. Hauptverantwortlich ist dafür die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Im zweiten Forschungsbereich liegt der Fokus auf der ökonomischen Einordnung der Verfahren zur kuhgebundenen Kälberaufzucht. Im Rahmen dessen werden bei ca. 30 ausgewählten Betrieben die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Umstellung auf kuhgebundenen Kälberaufzucht untersucht. Hier übernimmt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft die Projektleitung. Der dritte Teilbereich umfasst den modellhaften Aufbau von neuen Wertschöpfungsketten für Milch und Fleisch aus kuhgebundener Kälberaufzucht. Diesen Forschungsschwerpunkt verantwortet die Schweisfurth Stiftung und bringt ihrer Erfahrung und Know-how aus dem Forschungsprojekt WertKalb und dem Stiftungsprojekt zur Kuhgebundenen Kälberaufzucht ein.

    Projekthintergrund: Bio-Milch und Bio-Fleisch gehören zusammen

    Die hohe Spezialisierung der Milchproduktion ist mit der Erzeugung „überschüssiger“ Kälber verbunden: Um Milch geben zu können, müssen Kühe immer wieder kalben. Aber nur wenige Jungtiere werden für die Nachzucht benötigt. Die aktuellen Preise für Kälber decken in der Regel nicht die Kosten, die ein/e Landwirt:in für eine tierwohlgerechte Aufzucht benötigen würde. Ein zentraler Grund dafür ist das starke Missverhältnis der Nachfrage nach Bio-Milch und Bio-Rindfleisch: Bio-Milch und -Milchprodukte sind seitens der Verbraucher:innen stark gefragt, Bio-Rindfleisch hingegen nur sehr wenig. Ulrich Mück, Demeter-Berater in Bayern, hat ausgerechnet, dass je Liter Milch etwa 25 Gramm Rindfleisch entstehen. Das heißt, für ein ausgewogenes Verhältnis von Milch und Fleisch müsste die derzeitige Nachfrage nach Bio-Rindfleisch stark steigen. Die Folge dieses Missverhältnisses: Der überwiegende Anteil der Kälber von Öko-Milchviehbetrieben wird an den konventionellen Viehhandel abgegeben und damit in eine weniger artgerechte Aufzucht. In der Verbreitung der kuhgebundenen Kälberaufzucht wird, neben der Steigerung des Tierwohls, auch das Potenzial gesehen der Erwartungen der Verbraucher:innen mehr zu entsprechen und damit den Absatz von Bio-Rindfleisch zu steigern und das Verhältnis von Milch und Fleisch wieder in eine bessere Balance zu bringen.

     

    Genuss mit bestem Gewissen garantiert! Zwei Betriebe mit der Tierschutz-Kochmütze ausgezeichnet

    Bio, regional und tierische Produkte aus artgerechter Haltung – bei vielen zuhause schon eine Selbstverständlichkeit, in Restaurant, Kantine & Co. häufig jedoch noch eine Seltenheit. Doch es gibt sie: Die Betriebe, die vorangehen und zeigen, dass Genuss, Qualität und ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln auch in der Außer-Haus-Verpflegung möglich sind. Und genau dieses Engagement zeichnet die Schweisfurth Stiftung seit 2008 im Rahmen der Initiative Tierschutz auf dem Teller® aus. In diesem Jahr geht die Auszeichnung – in Form der „Tierschutz-Kochmütze“ – an das Catering-Unternehmen ALBRECHTHOF im oberbayerischen Oderding und an das Nürnberger Tiergartenrestaurant „Waldschänke“.

    Catering-Unternehmen ALBRECHTHOF – Ein Leuchtturm für die gesamte Branche

    Dass eine gesunde Ernährung, ein abwechslungsreicher Speiseplan und 100% Bio auch in der Verpflegung für Schulen, Kindergärten und Kitas erfolgreich sein können, zeigt das Catering-Unternehmen ALBRECHTHOF im oberbayerischen Oderding, das seit 2010 Kitas, Kindergärten und Schulen bei der täglichen Essensversorgung der Kinder unterstützt. Von Anfang an setzten die Inhaber Lena und Martin Albrecht dabei auf die Verwendung von bio-zertifizierten und regionalen Lebensmitteln. Als Mitglied von Slow Food Deutschland e.V. will der ALBRECHTHOF zudem einen Beitrag leisten, dass auch zukünftige Generationen mündige KonsumentInnen sind und eine nachhaltige Esskultur pflegen. „Das ganzheitliche Konzept, welches Ernährungsbildung mit der Verarbeitung qualitativ hochwertiger Lebensmittel und Genuss für Kinder kombiniert, begeistert die Jury. Lena und Martin Albrecht zeigen nicht nur, wie eine kindgerechte, nachhaltige Verpflegung aussehen kann, sondern auch, dass sie möglich ist. Wir wünschen uns, dass dieses Beispiel viele weitere Akteure im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung dazu inspiriert, den Speiseplan auf „Bio“ umzustellen“, begründet Dr. Niels Kohlschütter, Vorstand der Schweisfurth Stiftung, die Jury-Entscheidung.

    Tiergartenrestaurant „Waldschänke“ in Nürnberg: Ganzheitlicher Ansatz überzeugt

    Bio-zertifizierte Zutaten aus der Region, tierische Produkte aus artgerechter Haltung und eine einzigartige kulinarische Vielfalt garantieren den Gästen des Nürnberger Tiergartenrestaurants Waldschänke Genuss mit bestem Gewissen. Insbesondere bei tierischen Produkten sind dem Inhaber Peter Noventa Herkunft und Qualität wichtig: „Wir verarbeiten ausschließlich bio-zertifiziertes Fleisch. Ausnahme ist derzeit das Lammfleisch der alten Rasse „Coburger Fuchs“. Deren Lämmer beziehen wir im Ganzen und verarbeiten alle Teile (= „Nose to Tail“) und nicht nur die Edelteile.“ Kochkunst bedeutet für Noventa auch kreativ mit Resten umzugehen. Werden zum Beispiel die Soßen selbstgezogen, macht er von Zitronenabschnitten Limoncello oder kreiert damit feine Fruchtchutneys. „Genau das hat uns als Jury begeistert: Sowohl beim Einkauf der Zutaten als auch bei der Verarbeitung wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Dies macht das Tiergartenrestaurant „Waldschänke“ zu einem herausragenden Beispiel, das zeigt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln auch in der Außer-Haus-Verpflegung möglich ist“, kommentiert Georg Schweisfurth, Laudator, Jury-Mitglied und Kurator der Schweisfurth Stiftung.

    Als ausgezeichnete Betriebe tragen das Restaurant „Waldschänke“ und das Catering-Unternehmen ALBRECHTHOF nun als Botschafter den Tierschutz auf dem Teller in die kulinarische Welt hinaus.

     

    Jede Blüte zählt! Gemeinsam den Sinkflug der Insekten stoppen

    Hoch motiviert, voller Tatendrang und fest entschlossen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten – das zeichnete die TeilnehmerInnen des BlühbotschafterInnen-Lehrgangs, den die Schweisfurth Stiftung erstmalig im Zeitraum von Juni bis Juli 2020 ausrichtete, aus. Nach einer intensiven Zeit, mit viel neuem Fachwissen, dem Austausch mit ExpertInnen und dem Kennlernen von Best Practice Beispielen, sind sich alle einig: Eine Biodiversitäts-Wende ist dringend notwendig und jeder kann dazu beitragen.

    Von Praktikern für Praktiker

    Insgesamt besuchte die 16-köpfige Gruppe gemeinsam mit Projektleiterin Carmen Grimbs zehn verschiedene Projekte und Orte. Zu jedem Treffen waren ExpertInnen eingeladen, die Fachwissen zu Ökologie und den Ansprüchen der Insekten an ihren Lebensraum vermittelten und praktisch erlebbar machten. Der rote Faden dabei war die Frage: Was kann jeder Einzelne tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern? Selbstverständlich also, dass unter anderem Münchens Wildbienen Hotspot Nummer 1 besucht wurde: der Botanische Garten. Hier erklärte Prof. Dr. Susanne Renner, Direktorin des Botanischen Gartens München-Nymphenburg, wie ein Lebensraum gestaltet werden kann, der Wildbienen ausreichend Futterquellen, Nistmöglichkeiten und Rückzugs- bzw. Überwinterungsorte bietet. Dies kann auch auf kleinstem Raum, wie beispielsweise dem Balkon einer Stadtwohnung, gelingen.

    Die Herausforderung dabei: Ein Band durch das gesamte Jahr zu schaffen. Welche Möglichkeiten auf dem Land bestehen, um zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen, erfuhren die BlühbotschafterInnen beim Besuch des Bioland Hofes von Landwirt Sepp Braun.

    Es hat gefruchtet

    Mein Fazit des BlühbotschafterInnen-Lehrgangs? Ganz klar: Es ist Zeit zu handeln und sich für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen. Ich möchte nun mein neu gewonnenes Wissen weitergeben und in der Praxis umsetzen. Ich habe zum Beispiel schon damit begonnen ein Blühwiesen-Projekt in unserer Gemeinde Schöngeising zu planen“, resümiert Teilnehmerin Anita Jensen. Genau das ist das Ziel des BlühbotschafterInnen-Lehrgangs: Die TeilnehmerInnen zu MultiplikatorInnen auszubilden, d.h. sie dazu befähigen eigenständig Projekte in ihrer Umgebung umzusetzen. Die Schweisfurth Stiftung steht ihnen natürlich auch nach dem Lehrgang mit Rat und Tat zur Seite und organisiert regelmäßige Austausch- und Vernetzungstreffen. „Wir freuen uns sehr, dass unser Kurs-Konzept so gut aufgeht. Man spürt die Begeisterung, den Tatendrang und die Motivation der TeilnehmerInnen. Wir sind schon gespannt auf die unterschiedlichen Projekte. Die Ideen sind vielversprechend und reichen von der Gestaltung eines Insekten-Lehrpfads bis zur Umgestaltung öffentlicher Flächen – wobei hier natürlich das Motto gilt: Jede Blüte zählt“, kommentiert Carmen Grimbs.

    Warum wir eine Biodiversitäts-Wende brauchen

    Es ist schlimmer als erwartet – zu diesem Ergebnis kommen die WissenschaftlerInnen der im November 2019 im Nature Magazin veröffentlichten Studie der TU München. Sie zeigt, dass in Deutschland die Biomasse der Fluginsekten in den vergangenen 30 Jahren um 75 % zurückgegangen ist. Allein bei den Wildbienen sind bereits 50 % der Arten auf der roten Liste (5. Fassung vom Bundesamt für Naturschutz).

    Doch wildlebende Insekten, wie zum Beispiel Bienen oder Schmetterlinge, haben eine zentrale Funktion in unserem Ökosystem und sind essentiell für uns Menschen: Denn etwa 80 % unserer Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Genau diese Ökosystemdienstleistung ist aufgrund des aktuellen, dramatischen Insektenschwundes akut gefährdet. Nun gilt es diesen Trend umzukehren und den Artenschwund zu stoppen.

    Erfahren Sie mehr über das Projekt!

    Unsere Förderpartner:

    (c) BlühbotschafterInnen Lehrgang durch Förderung

    Forschungsprojekt WertKalb: Für mehr Tierwohl in der Milchviehbranche

    „Das kurze, kranke Leben der Mastkälber ist nichts als ein Kollateralschaden der modernen Milchproduktion“, so bringt die deutsche Journalistin, Autorin und Kuratorin der Schweisfurth Stiftung Tanja Busse in ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“ die aktuelle Situation der Kälber auf den Punkt. Die hohe Spezialisierung der Milchproduktion ist mit der Erzeugung „überschüssiger“ Kälber verbunden. Die aktuellen Preise für Kälber decken i.d.R. nicht die Kosten, die ein/e LandwirtIn für eine tierwohlgerechte Aufzucht benötigen würde. Das bringt LandwirtInnen in eine ökonomisch-ethische Dilemma-Situation. Das Forschungsprojekt WertKalb setzt sich genau mit dieser Problematik auseinander und nimmt die gesamte Wertschöpfungskette der Milchviehhaltung, d.h. von der Tierzüchtung über die Tierhaltung bis hin zur Vermarktung, unter die Lupe. Ziel dabei ist es, Lösungsstrategien zu entwickeln, um der Produktion „überschüssiger“ Kälber und dessen, aus tierethischer Sicht, sehr problematischen Folgen entgegenzuwirken. Insgesamt beteiligen sich 21 Organisationen, u.a. die Schweisfurth Stiftung, an dem Verbundprojekt, das von der Universität Hohenheim geleitet und vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert wird.

    Das Projekt WertKalb: Partizipativ und praxisorientiert das Tierwohl der Kälber steigern

    In der Vorphase des WertKalb-Projektes wurden in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit Bio-LandwirtInnen, VertreterInnen der Bio-Verbände, Erzeuger- und Absatzgemeinschaften sowie weiteren ExpertInnen innovative, wertschöpfende und einem hohen Tierwohl-Standard entsprechende Lösungsstrategien in den Bereichen Tierzüchtung, Tierhaltung und Vermarktung identifiziert. Ein Beispiel hierfür sind die verschiedenen Formen der kuhgebundenen Kälberaufzucht, die von engagierten Milchbäuerinnen und Milchbauern u.a. in Baden-Württemberg in den letzten Jahren entwickelt und in der Praxis erprobt wurden. Ziel der im Juni 2020 gestarteten Hauptphase ist es nun, diese Lösungsansätze hinsichtlich ihres Potenzials zur Steigerung des Tierwohls und für eine flächendeckende Verbreitung zu überprüfen. Die Schweisfurth Stiftung trägt im Verbundprojekt insbesondere im Bereich der kuhgebundenen Kälberaufzucht mit ihrer Erfahrung aus der Organisation von Praxisdialogen und mit ihrem deutschlandweiten Netzwerk zum Projekt bei.

    Projekthintergrund: Effizienz und Tierethik – ein Widerspruch

    (c) Ökolandbau Forschung B-W

    Übersicht über die Projektpartner des Forschungsprojekts WertKalb in Baden-Württemberg. Quelle: https://oekolandbauforschung-bw.uni-hohenheim.de

    In spezialisierten Milchviehbetrieben werden nicht alle geborenen Kälber benötigt und können daher nicht dort aufgezogen werden. Insbesondere Bullenkälber, aber auch ein Teil ihrer Schwestern werden nicht für die Milchproduktion gebraucht und deshalb im Alter von nur zwei bis fünf Wochen an Mastbetriebe in Norddeutschland oder im Ausland abgegeben. Die tierethischen Probleme dieser Überproduktion sind offensichtlich: Langzeittransporte quer durch Deutschland bzw. Europa sowie die generelle Problematik der Trennung der Kälber von der Mutterkuh direkt nach der Geburt. Diese Problematik ist ein Paradebeispiel für das komplexe Zusammenspiel technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen und der Wahrung tierethischer Prinzipien. Das Forschungsprojekt WertKalb untersucht daher gezielt Möglichkeiten, um der Produktion „überschüssiger“ Kälber und dessen, aus tierethischer Sicht, sehr problematischen Folgen entgegenzuwirken.

    Ausführliche Informationen zu dem Forschungsprojekt WertKalb finden Sie hier.

    Erfahren Sie mehr über das Engagement der Schweisfurth Stiftung im Bereich kuhgebundenen Kälberaufzucht.

    Werden Sie BlühbotschafterIn. Insekten retten UND die Welt verschönern? Geht.

     

    Wir brauchen eine Biodiversitäts-Wende! Das zeigen die vielen wissenschaftlichen Studien, die den dramatischen Artenschwund belegen. Dabei kann jeder Einzelne einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Wie das konkret funktioniert? Das lernen Sie im BlühbotschafterInnen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung, welcher an fünf Samstagen im Zeitraum von Mai bis Juli 2020 in München stattfinden wird. Für 2020 ist der Lehrgang bereits ausgebucht. Wir arbeiten an einer Fortführung in 2021. Bleiben Sie mit dem Newsletter der Stiftung über aktuelle Aktivitäten informiert.

     

     

    BlühbotschafterInnen-Lehrgang: Wer kann teilnehmen und was wird gelernt?

    Der BlühbotschafterInnen-Lehrgang richtet sich an alle Menschen, die mit ihrer Blütenpracht Insekten begeistern wollen, wie z.B. Gartenliebhaber, Hausmeister, kommunale Mitarbeiter, Imker, Planer, Pädagogen, Landwirte und sonstige Interessierte.

    Zukünftige BlühbotschafterInnen beim Lehrgang. Bild: Bodensee Stiftung

    Im Lehrgang werden sie zu MultiplikatorInnen ausgebildet, dazu befähigt eigenständig Projekte zur Förderung der biologischen Vielfalt in ihrer Umgebung umzusetzen und kompetente/r AnsprechpartnerIn für Menschen aus dem eigenen Umfeld zu sein. Hierzu vermitteln ExpertInnen in dem fünftägigen Lehrgang grundlegendes Fachwissen über die Zusammenhänge von Landschaft und Nahrung für Insekten. Dabei reichen die Kursthemen von der Saatgut- und Pflanzenauswahl bis hin zur Vorstellung verschiedener Netzwerke. Am Ende des Lehrgangs setzen Sie mit Unterstützung der Schweisfurth Stiftung ein Projekt um. Das detaillierte Programm mit den Terminen gibt es hier zum Nachlesen.

     

     

    Wirken Sie mit! Melden Sie sich zum BlühbotschafterInnen-Lehrgang an.

    Werden Sie BlühbotschafterIn und tragen dazu bei, dass eine Biodiversitäts-Wende stattfindet. Teilnehmen können alle Interessierten über 18 Jahre, die selbst aktiv werden wollen, um den Artenschwund zu stoppen.

     

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Der Lehrgang wird finanziell unterstützt von:

            

    Deutsche Postcode Lotterie, Margarethe Ammon Stiftung, Gregor Lousider Umweltstiftung, Basic, Barnhouse

     

     

    Blühbotschafter:innen-Lehrgang

    Blühbotschafter-Exkursion

    Hintergrund

    Es ist schlimmer als erwartet – zu diesem Ergebnis kommen die WissenschaftlerInnen der im November 2019 im Nature Magazin veröffentlichten Studie der TU München. Sie konnten zeigen, dass in Deutschland die Biomasse der Fluginsekten in den vergangenen 30 Jahren um 75 % zurückgegangen ist. Allein bei den Wildbienen sind bereits 50 % der Arten auf der roten Liste (5. Fassung vom Bundesamt für Naturschutz).

    Doch wildlebende Insekten, wie zum Beispiel Bienen oder Schmetterlinge, haben eine zentrale Funktion in unserem Ökosystem und sind essentiell für uns Menschen: Denn etwa 80 % unserer Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Genau diese Ökosystemdienstleistung ist aufgrund des aktuellen, dramatischen Insektenschwundes akut gefährdet. Nun gilt es diesen Trend umzukehren und den Artenschwund zu stoppen.

    Ziel

    Jeder Einzelne kann zum Schutz blütenbestäubender Insekten beitragen! Wie das konkret funktioniert, können Interessierte im BlühbotschafterInnen-Lehrgang der Schweisfurth Stiftung lernen. Zentrales Ziel des Lehrgangs ist es, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, selbst Projekte zum Schutz der Insekten bzw. zum Arterhalt in ihrem persönlichen Umfeld wie bspw. in der Schule, der Kommune oder auf dem Firmengelände anzustoßen, umzusetzen und langfristig zu begleiten.

    Zielgruppe

    BlühbotschafterInnen sind Menschen, die sich für eine blühende Landschaft und damit für den Schutz blütenbesuchende Insekten einsetzen: GartenliebhaberInnen, HausmeisterInnen, LandwirtInnen, Kommunale MitarbeiterInnen, NaturschützerInnen, ImkerInnen, PädagogInnen und alle sonstigen Interessierte über 18 Jahre.

    Inhalte

    Einmal im Jahr organisiert die Schweisfurth Stiftung einen BlühbotschafterInnen-Lehrgang. Dabei besuchen die Teilnehmenden unterschiedliche Projekte und Orte. Zu jedem Treffen sind ExpertInnen eingeladen, die grundlegendes Fachwissen zur Ökologie und den Ansprüchen der Insekten an ihren Lebensraum vermitteln und praktisch erlebbar machen.Die Themen sind z.B. Saatgut- und Pflanzenauswahl, Anlegen kommunaler Blühflächen, Möglichkeiten der Landwirtschaft sowie die Vorstellung verschiedener Netzwerke. Der rote Faden dabei ist die Frage: Was können wir tun, um die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern?
    Am Ende der Ausbildung setzen die Teilnehmenden ein Projekt in ihrem Lebensumfeld unter Begleitung um.

    Lesen Sie mehr zum Blühbotschafter:innen Lehrgang im Nachbericht 2020 Jede Blüte zählt! Gemeinsam den Sinkflug der Insekten stoppen und im Nachbericht 2021 Insektensterben stoppen – Mehr Wildnis für Stadt und Land!

    Sie möchten das Projekt unterstützen? Hier finden Sie mehr Infos.

     

    Dr. Niels Kohlschütter (Vorstand) und Carmen Grimbs (Projektleitung) auf der Suche nach Wildbienen.

    Kurz-gut

    Projektname: Blühbotschafter:innen-Lehrgang
    Startschuss: Mai 2020
    Status: läuft
    Wirkungskreis: Bayern
    Zielgruppe: Gartenliebhaber:innen, Hausmeister:innen, kommunale Mitarbeiter:innen, Imker:innen, Planer:innen, Pädagog:innen, Landwirt:innen
    Maßnahmen: In einem fünftägigen Lehrgang vermitteln Expert:innen grundlegende Kenntnisse im Bereich Artenschutz, mit dem Ziel, die Teilnehmenden zu Multiplikator:innen auszubilden.
     Ansprechpartnerin: Carmen Grimbs, Kontakt: cgrimbs [at] schweisfurth-stiftung.de

    Kuhgebundene Kälberaufzucht: Echtes Tierwohl von Anfang an!

    In Deutschland werden jedes Jahr fast vier Millionen Kälber geboren. In der Regel werden sie kurz nach der Geburt von der Mutterkuh getrennt, denn die Tränke aus dem Nuckel-Eimer gilt als ökonomisch vorteilhafter als eine Aufzucht durch die Mutterkuh. Ein Ausleben von artgerechtem Verhalten wie Saugen am Euter und Ablecken des Kalbes durch die Kuh ist so nicht möglich.

    Es geht auch artgerechter!

    Eine tierfreundlichere Alternative zu den heute gängigen Tränke- und Aufzucht-Systemen von Kälbern ist die kuhgebundene Aufzucht. Dies bedeutet, dass die Kälber von der eigenen Mutter oder einer Ammenkuh gesäugt werden und täglich Kontakt mit erwachsenen Kühen haben. Studien zeigen, dass sich dies positiv auf Gesundheit, Entwicklung und Sozialverhalten der Kälber auswirkt. Dabei profitieren –  neben den Kälbern – auch die Landwirte: Sie berichten häufig, dass ihnen durch die kuhgebundene Kälberaufzucht die Arbeit mit den Tieren mehr Freude bereitet und die monotone Arbeiten der Eimertränke wegfallen.

    Herausforderung für die Praxis

    Trotz dieser Vorteile für Mensch und Tier wird die kuhgebundene Aufzucht nur von sehr wenigen Milchviehbetrieben praktiziert. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen sprechen wirtschaftliche Faktoren dagegen. So lange die Preise für Produkte aus dieser Haltungsform die höheren Kosten nicht decken, stellt dies eine Hürde für die Landwirte dar. Zum anderen fehlt es häufig an Wissen bei Praktikern, Fachberatern und Stallbauplanern wie eine kuhgebundene Kälberaufzucht praktisch umgesetzt werden kann.

    Es gibt Handlungsbedarf!

    Nur eine kuhgebundene Kälberhaltung ist mit den ethischen Grundsätzen der ökologischen Agrarkultur vereinbar. Deshalb setzt sich die Schweisfurth Stiftung aktiv für die Ausbreitung der kuhgebundenen Kälberhaltung ein. Im Rahmen des Projekts „Kuhgebundene Kälberaufzucht“ werden konkreten Lösungen zur Förderung dieser Haltungsform sowie deren Umsetzung in der Praxis erarbeitet. Maßnahmen sind die Organisation von Praxis-Dialogen mit interessierten Akteuren und die Präsentation des Themas auf Veranstaltungen. Auf diese Weise wird der Erfahrungsaustausch und der Wissenstransfer zwischen Milchviehalten, Wissenschaftler und potenziellen Marktpartnern gefördert.

    Sie möchten das Projekt unterstützen? Hier finden Sie mehr Infos.

    Eine Frage der Haltung: Zweinutzungshuhn oder Früh-Erkennung im Ei?

    Werner Hockenberg (Bruderhahninitative), Kristin Höller (SELEGGT GmbH), Prof. Dr. Franz Theo Gottwald ( Schweisfurth Stiftung), Annika Bromberg (Tierzuchtfonds) und Inga Günther (Ökologische Tierzucht gGmbH) auf der Biofach (v.l.n.r)

    Schluss mit dem Kükenschreddern! Da waren sich die Diskutanten auf der Biofach Veranstaltung des Tierzuchtfonds einig. Doch wie kommen wir aus dem Kükendilemma? Sind das Zweinutzungshuhn und/oder die Früherkennung im Ei eine praxistaugliche, tierethisch vertretbare Alternative? Diesen Fragen gingen Werner Hockenberg, Geflügelzüchter und Mitinitiator der Bruderhahninitative , Inga Günther, Geschäftsführerin der Ökologischen Tierzucht gGmbH , Annika Bromberg vom Tierzuchtfonds, Kristin Höller, Referentin bei der SELEGGT GmbH und Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstandsvorsitzender der Schweisfurth Stiftung, auf den Grund.

    Ethik versus Wirtschaftlichkeit – ein unauflösbarer Konflikt?

    Jedes Jahr werden allein in Deutschland circa 50 Millionen männliche Küken getötet, da sie keine Eier legen und als Masthähnchen ungeeignet sind. In der Logik der Agrarindustrie sind sie deshalb nutzlos. Aus tierethischer Sicht ist dies eine nicht vertretbare Haltung. Als vielversprechende Alternative gilt die In-Ovo-Selektion, also die Vorab-Geschlechtsbestimmung im Ei. Doch kann die Technik halten, was sie verspricht? Kristin Höller von der SELEGGT GmbH, die Forschung und Entwicklung zu In-Ovo-Verfahren betreibt, ist davon überzeugt und zeigte die Vorteile der Methode auf: „Mit Hilfe der endokrinologischen Geschlechtsbestimmung können wir das Kükentöten verhindern. Gleichzeitig ist es mit der heute gelebten Effizienz des Sektors vereinbar.“ Die anderen Diskutanten waren hier anderer Meinung und entgegneten, dass es sich bei der In-Ovo-Selektion lediglich um eine vorgezogene Tötung der männlichen Küken im Embryo-Stadium handelt. Außerdem sei die Frage, ab welchem Moment ein Hühnerembryo in der Lage ist, Schmerz zu empfinden, von der Wissenschaft noch nicht eindeutig beantwortet. Sie kamen deshalb zu dem Schluss, dass Verfahren zur Früh-Erkennung im Ei nicht mit tierethischen Grundsätzen vereinbar seien. Werner Hockenberger sprach sich deshalb für das Konzept des Bruderhahns aus: „Bei unserer Bruderhahninitative dürfen die Männchen weiterleben. Finanziert wird das Ganze durch die Hennen, denn ihre Eier werde mit einem minimalen Aufpreis von zwei bis vier Cent verkauft – so verdienen die Schwestern das Futter für ihre Brüder mit.“ Für Inga Günther, die sich intensiv mit ökologischer Tierzucht beschäftigt, ist das Zweinutzungshuhn die beste Lösung. So argumentierte sie: „Zweinutzungsrassen sind richtige Allrounder: Sie eignen sich sowohl zur Eier- als auch zur Fleischerzeugung. Dadurch wird das Töten männlicher Küken überflüssig, da sie ja für die Mast geeignet sind.“ Die Krux dabei: Legeleistung und Fleischanteil von Zweinutzungsrassen sind deutlich geringer als von den entsprechenden Hochleistungsrassen. Deshalb sind sowohl Eier als auch Hähnchen teurer als bei einseitig spezialisierten Züchtungen. „Hier braucht die Branche die Unterstützung der Verbraucher und Verbraucherinnen. Wenn diese bereit sind für mehr Tierwohl auch ein wenig mehr Geld auszugeben, kann das Zweinutzungshuhn Verbreitung finden. Doch Voraussetzung dafür ist eine umfassende Verbraucheraufklärung über die Problematik“, ergänzte Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald.

    Eines machte die Diskussion deutlich: die größte Herausforderung ist es Tierwohl und Wirtschaftlichkeit miteinander zu vereinbaren.

    Über den Tierzuchtfonds

    Der Tierzuchtfonds ist eine gemeinsame Initiative der Schweisfurth Stiftung, des Deutschen Tierschutzbundes und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Ziel ist es, eine artgemäße Nutztierzucht zu fördern, die für die tiergerechte Haltung in ökologischen und bäuerlichen Betrieben geeignet ist. Mehr Informationen über die Arbeit des Tierschutzfonds gibt es hier.